b.t.w.: (k)ein Blog …

THIS IS NOT A BLOG ! “It’s the economy, stupid!”

Disclaimer: V.i.S.d.P. ist für diese Seite nur Christoph Schäfer und sonst keiner.

“Von einem gewissen Punkt an gibt es keine Rückkehr mehr. Dieser Punkt ist zu erreichen.”Franz Kafka

“(…) die ganze Welt ist meschugge (…)” Heinrich Heine

“(…) Das ist schön bey uns Deutschen; Keiner ist so verrückt, daß er nicht einen noch Verrückteren fände, der ihn versteht. (…)”
Heine: “Reisebilder. Erster Theil. Die Harzreise.” (DHA, Bd. 6, S. 60)

Goethe paraphrasierend:

“Wie man Zeit und Geld vertan
zeigt die Seite lustig an.”

“Gedanken schön gekämmt, frisirt.” (H. Heine)

“Wir geben unser Bestes schwarz auf weiß: jeder kauzt sich damit in eine Ecke und knopert daran, wie er kann.” (Goethe)


 

NON OMNIA POSSUMUS OMNES
“Wir können nicht alle alles”
Vergil, Eklogen 8, 63


“Friedliche Gesinng. Wünsche: bescheidne Hütte, Strohdach, aber gutes
Bett, gutes Essen, Milch und Butter, sehr frisch, vor dem Fenster Blumen,
vor der Thüre einige schöne Bäume, und wenn der liebe Gott ganz
glücklich machen will, läßt mir die Freude erleben daß an diesen Bäumen
etwa sechs bis sieben meiner Feinde aufgehängt werden.
– Mit gerührtem Herzen werde ich ihnen vor ihrem Tode alle Unbill verzeihen die sie mir im Leben zugefügt – ja, man muß seinen Feinden verzeihen, aber nicht früher als bis sie gehenkt worden. – Versöhnlichkeit, Liebe, Barmherzigkeit.”

(DHA, Bd. 10, S. 341)


“Man lebt nicht in einem Land, man lebt in einer Sprache. Das ist Heimat und nichts anderes sonst.”

E.M. Cioran


“(…)
Es ist wahr: ich verdiene noch meinen Unterhalt
Aber glaubt mir: das ist nur ein Zufall. Nichts
Von dem, was ich tue, berechtigt mich dazu, mich sattzuessen.
Zufällig bin ich verschont. (Wenn mein Glück aussetzt, bin ich verloren.)

Man sagt mir: Iß und trink du! Sei froh, daß du hast!
Aber wie kann ich essen und trinken, wenn
Ich dem Hungernden entreiße, was ich esse, und
Mein Glas Wasser einem Verdurstenden fehlt?
Und doch esse und trinke ich.

Ich wäre gerne auch weise.
In den alten Bücherseiten steht, was weise ist:
Sich aus dem Streit der Welt halten und die kurze Zeit
Ohne Furcht verbringen
Auch ohne Gewalt auskommen
Böses mit Gutem vergelten
Seine Wünsche nicht erfüllen, sondern vergessen
Gilt für weise.
Alles das kann ich nicht:
Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten!
(…)“

B.B.


15.05.2015

Neue Rubrik auf unserer homepage: „Buch des Tages“. Bei Direktbestellung per eMail an uns immer versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, also 4.50 Euro gespart !

23.02.2015

So, endlich mal unter Neueingänge die aktuellen Titel mit Bildern versehen auf die eigene homepage gepackt !

Seit kurzem sind wir auch auf abebooks zu finden, Dank an Dr. Göllmann, steter Tropfen höhlt den Stein !



16.01.2015

#Bananenrepublik

Wie das Zusammenspiel zwischen der Atomlobby und der Politik so läuft, konnte man bisher nur vermuten. MONITOR brachte gestern anscheinend Belege dafür.

Wer verklagt hier nun wen ?


28.11.2014

Der neueGemeinschaftskatalog der Antiquare ist erschienen. Sie erhalten den Katalog bei der Geschäftsstelle der GIAQ eG (Genossenschaft der Internet-Antiquare), Luxemburger Str. 31, D-13353 Berlin, Tel.: +49(0)30 – 46 60 49 08 oder per Email an service@antiquariat.de


21.11.1014

Stephan Kaluza nennt uns im Coolibri als seine Lieblingsbuchhandlung in Düsseldorf, merci.

Was zum Lachen: unsere eigenen Mütter haben uns nicht erkannt !!


02.07.2014

Hinweis auf zwei geschichsträchtige Photo-Austellungen in unserer unmittelbaren Nachbarschaft.

Nebenan, im Polnischen Institut, “Felder II” von Stephan Kaluza die Aufnahmen von historischen Schlachtfeldern, in des Wortes wahrer Bedeutung, in ihrem heutigen Zustand zeigt, so z.B. auch die Umgebung von Auschwitz.

Schräg gegenüber wird ein weiteres deutsches Verbrechen dokmentiert, Oradour-sur-Glanevon Martin Graf.


21.06.2014

Knochenleim & Goldrausch in Hagen.
Interessante Ausstellung zur Buchbinderei!


13.06.2014

Soeben von der Trauerfeier für unseren lieben Nachbarn zurück.
René Heinersdorff ist gestorben und wir sind sehr traurig. Ein Pfeiler der Düsseldorfer-Kulturszene ist weggebrochen, ein lieber Mit-Mensch fehlt ….


Zum 13.06.2014

Satirischer Text zur sich ändernden Widerrufserklärung einer Kollegin aus Hamburg, das © liegt bei ihr:

“Widerspruch zum Widerruf
Dies ist ein Musterwiderspruch für Hamburg. Das nachfolgende Muster kann von Ihnen in jeden europäischen Dialekt übersetzt werden.

Lieber Leser, lieber Mensch,
Sie haben sich von EU-Bürokraten und Verbraucherschützern ins Hirn scheißen lassen, wenn Sie diesen Widerrufsbockmist für irgendwie wirklichkeitsrelevant halten.

Wenn Sie ein bestelltes Buch grundlos zurückschicken bin ich angepisst, ob nach 6 Tagen oder 3 Wochen, weil, das macht unbezahlte Arbeit und frißt Zeit. Die Konsequenz dieses Ihres Verhaltens wird sein, daß ich Sie nie wieder beliefere. Andererseits werde ich natürlich nicht den
Larry machen, wenn sie ein Buch nach mehr als 14 Tagen zurückschicken, weil, das macht unbezahlte Arbeit und frißt Zeit. Ob Sie mir mit, vor oder nach dem Buch irgendwelche Willenserklärungen, Formulare oder andere Eindeutigkeiten angedeihen lassen ist mir sowas von total Banane…

Und der ganze Rückzahlungstüdelüt ist natürlich sowieso Panne, weil, Sie werden von mir mit offener Rechnung beliefert und haben das Buch noch garnich bezahlt, wenn es bei Ihnen ankommt. Es sei denn Sie gehören zu diesen paypal-Kretins, die 5-Euro-Bücher mit paypal bezahlen wollen, damit eine Ami-Firma ihren Reibach macht. (Sie zahlen dann sicher auch einen 8er Pack Klopapier mit Karte, damit die Kartenfirma an Ihrer Verdauung verdient. Dafür haben Sie dann die Drogeriemarkt-Card, mit der
Sie nach Offenlegung von allerlei Daten ein gigantisches Rabattprozent kriegen).

Daß Sie das Zurückschicken selber bezahlen, wenn ich Ihnen die Kosten der Hinsendung geschenkt habe und Sie, (weil Sie nicht wissen was Sie wollen oder weil Sie gern mal so aus Langeweile, mal so bestellen und denn mal so wieder hin zur Post und wieder zurück mit dem Kram…), das
ist ja wohl das Mindeste. Korrekt wäre mir die Hinsendekosten zu erstatten (Und Trinkgeld als Schmerzensgeld auf zu). Aber korrekt kanns ja in the age of laywers nich auf hoffen.

Wo wir bei korrekt sind, Sie sollten für den Wertverlust der Ware doch bitte aufkommen, wenn Sie die Beschaffenheit, Eigenschaften und Funktionsweise des Buches in der Badewanne überprüft haben, obwohl Sie
lesen in der Wanne für den notwendigen Umgang mit Büchern halten.

Aber nu mal ganz menschlich, wenn Sie nun gar kein Geld haben, find ich das immer noch besser, Sie schicken das Buch zurück, als daß Sie mir vom örtlichen Verbraucherplüschverein ein Schreiben schicken lassen, wo Sie nun ganz insolvent sind und die 5 Euro garnich mehr zusammenkriegen und deshalb gern das Buch behalten und da nicht für löhnen müssen. Ich täte das Buch auch nach 6 Wochen noch zurücknehmen. Besser als nix, außer
eben, Sie waren mit dem Buch in der Wanne oder haben die Reißfestigkeit oder Feuerfestigkeit oder Säurebeständigkeit oder Saugfähigkeit des Buches geprüft.

So nu der Nebenschauplatz:
Lieferzeit gebe ich gern konkret an: So lange wie die Post braucht und denn noch so lange bis Ihr dödeliger Nachbar Ihnen mitteilt, daß er letzte Woche Post für Sie angenommen hat.

Die Sonnabend auf dem Flohmarkt in Ihrer Position als Handwagenlenkerin Widerrufe nicht dulden wird, im wahrscheinlich regnerischen Hamburg“


Dieses hervorragende Buch sollte in keiner Handbibliothek fehlen.

“Ernst Fischer: Verleger, Buchhändler und Antiquare aus Deutschland und Österreich in der Emigration nach 1933
»Was wäre die Literatur ohne die findigen Verleger, die bewanderten, zur Unterscheidung befähigten Buchhändler und die kenntnisreichen, über den Tag hinausdenkenden Antiquare?« Ernst Fischers biographisches Handbuch zeichnet in über 800 bio-bibliographischen Artikeln ein bisher von der Forschung vernachlässigtes Kapitel der Emigration nach. Ein wichtiges Buch und eine lesenswerte Dokumentation, die eine Lücke in der Geschichtsschreibung des 20. Jahrhunderts schließt!”

Man bestelle dann in einem Aufwasch das neue Handbuch des Verbandes Deutscher Antiquare gleich mit.

“Handbuch 2011/2012 – Essays von Umberto Eco, Alberto Manguel und Jürgen Serke
Rahmenthema “Bibliotheken”: Umberto Eco, Alberto Manguel und Jürgen Serke beschreiben die Existenz- und Geistesformen von Bibliotheken, während die Arbeiten des preisgekrönten Fotografen Raffael Neff berühmte europäische Staats-, Landes- und Klosterbibliotheken aus ungewöhnlichen Perspektiven zeigen. Das Handbuch 2011/2012 erscheint zur 50. Stuttgarter Antiquariatsmesse mit einem aktualisierten Mitgliederverzeichnis und einem Rückblick auf 60 Jahre Verband Deutscher Antiquare und 50 Jahre Stuttgarter Messe.“

Beide Publikationen sind sehr lobenswert und nützlich.


11.06.2014

Gone with the wind


04.06.2014

Mein derzeitiger Favorit aus der Lyrik-Abteilung des hiesigen führenden Lokalblattes:

“… Mit einem Coffee-to-go am Wasser stehend, genieße ich diese besondere Lage mit einer einmaligen Atmosphäre – der ideale Platz für mein persönliches After-Work-Ritual. …”

Gemeint ist wohl, daß der Mann angeblich jeden Tag nach der Arbeit am Kö-Bogen einen Kaffee trinkt …. ?

Ich verkneif’ mir mal eben, was mir dazu durch den Kopf geht, könnte sonst teuer werden …


26.05.2014

#VIVE LA TRANCE , merde, alors !

Allons enfants de la patrie
le jour de la
honte est la !

État français 2014: Travail ! Famille ! Patrie !

Frei nach Heine übersetzt:

Französischer Zustand 2014: Keine Arbeit ! Familien kaputt ! Mehr Vaterland, statt “Mutter” Marine !

Pardon, Marianne –
aux chiottes, Marine !


23.05.2014

Spread the word: am 28. Mai ist World Blood Cancer Day

&&&&&&& … und alle machen mit … &&&&&&&&


16.05.2014

“Mafiamethoden”:

AMAZON “erpreßt” Verlage und verzögert Buchlieferungen, bzw. setzt sie ganz aus.

Erst wenn der letzte Buchladen geschlossen hat, werdet ihr merken, daß man nun im Trüben fischt und nur noch angeboten und geliefert bekommt, was den Aktionären von Jeff Bezos gefällt … !
In Abwandlung einer alten Indianer-Weisheit.

Was tut eigentlich das Kartellamt ?
DON’T LIKE !


15.05.2014

Extrem wichtiger und lesenswerter Artikel aus der FAZ von Shoshana Zuboff über “DARKGOOGLE” als Antwort an Mathias Döpfner. Im Artikel selbst ist auch eine gekürzte deutsche Version des Textes verlinkt. Lesen und fürchten … !


7.05.2014

Geteilter Lektürefund:

“Fragte bei meinem Buchhändler nach Montaignes >Essais<, … kaufte sie aber nicht.”

Samuel Pepys, 17.03.1668

Hat sie wahrscheinlich günstig beim Antiquar bestellt, nein, Quatsch, einen Tag später hat er sie doch noch bei seinem Buchhändler gekauft, allerdings nicht im Original sondern in der englischen Übersetzung.


02.04.2014

Make some noise !!!

Am besten “0berflächenlärm” !

RIP John Peel !


26.02.2014

¡ Adiós !

Bin sehr traurig. Paco de Lucia ist plötzlich und viel zu früh gestorben.

Eines der besten Live-Konzerte, das ich je gesehen habe fand mit ihm Ende der Siebziger Jahre solo im Amphitheater in Arles statt.

Viel viel schöner als das mit ihm, Al Di Meola und John Mc Laughlin in der Düsseldorfer Philippshalle in den Achtzigern, das man als Verirrung bezeichnen kann, schnell, schneller und am schnellsten – seelenlos.

Hier in memoriam sein größter “Hit” !


05.02.2014

… und ich dachte, daß die in Limburg steht !


04.02.1014

Betriebsausflug von Lustenberger & Schäfer ins Paradies, Mensch, was haben manche Leute für schöne Bücher !
Überhaupt kein Neid, nur Ehrfurcht und Dankbarkeit solche Schätze haptisch und olfaktorisch erleben zu dürfen.
Merci, Monsieur ! Auch für’s leckere Essen.


09.11.2013

Beginn der Vorarbeiten zum Photobuchkatalog.

rp-online relaunch, selten so etwas häßliches und unübersichtliches gesehen, dort ist nicht die leiseste Ahnung von Typographie vorhanden !


26.10.2013

“… Ort und Zeit sind auch wichtige Momente: ich bin geboren zu Ende des skeptischen achtzehnten Jahrhunderts und in einer Stadt, wo zur Zeit meiner Kindheit nicht bloß die Franzosen sondern auch der französische Geist herrschte.

Die Franzosen, die ich kennenlernte, machten mich, ich muß es gestehen, mit Büchern bekannt die sehr unsauber und mir ein Vorurteil gegen die ganze französische Literatur einflößten.

Ich habe sie auch später nie so sehr geliebt, wie sie es verdient, und am ungerechtesten blieb ich gegen die französische Poesie, die mir von Jugend an fatal war.

Daran ist wohl zunächst der vermaledeite Abbé Daunoi schuld, der im Lyzeum zu Düsseldorf die französische Sprache dozierte und mich durchaus zwingen wollte französische Verse zu machen. Wenig fehlte, und er hätte mir nicht bloß die französische, sondern die Poesie überhaupt verleidet.

Der Abbé Daunoi, ein emigrierter Priester, war ein ältliches Männchen mit den beweglichsten Gesichtsmuskeln und mit einer braunen Perücke, die sooft er in Zorn geriet eine sehr schiefe Stellung annahm.

Er hatte mehrere französische Grammatiken sowie auch Chrestomathien, worin Auszüge deutscher und französischer Klassiker, zum Übersetzen, für seine verschiedenen Klassen geschrieben; für die oberste veröffentlichte er auch eine »Art oratoire« und eine »Art poétique«, zwei Büchlein, wovon das erstere Beredsamkeitsrezepte aus Quintilian enthielt, angewendet auf Beispiele von Predigten Fléchiers, Massillions, Bourdaloues und Bossuets, welche mich nicht allzusehr langweilten. –

Aber gar das andere Buch, das die Definitionen von der Poesie: l’art de peindre par les images, den faden Abhub der alten Schule von Batteux, auch die französische Prosodie und überhaupt die ganze Metrik der Franzosen enthielt, welch ein schrecklicher Alp!

Ich kenne auch jetzt nichts Abgeschmackteres als das metrische System der französischen Poesie, dieser art de peindre par les images, wie die Franzosen dieselbe definieren, welcher verkehrte Begriff vielleicht dazu beiträgt, daß sie immer in die malerische Paraphrase geraten.

Ihre Metrik hat gewiß Prokrustes erfunden; sie ist eine wahre Zwangsjacke für Gedanken, die bei ihrer Zahmheit gewiß nicht einer solchen bedürfen. Daß die Schönheit eines Gedichtes in der Überwindung der metrischen Schwierigkeiten bestehe ist ein lächerlicher Grundsatz, derselben närrischen Quelle entsprungen. Der französische Hexameter, dieses gereimte Rülpsen, ist mir wahrhaft ein Abscheu. Die Franzosen haben diese widrige Unnatur, die weit sündhafter als die Greuel von Sodom und Gomorrha, immer selbst gefühlt, und ihre guten Schauspieler sind darauf angewiesen, die Verse so sakkadiert zu sprechen, als wären sie Prosa – warum aber alsdann die überflüssige Mühe der Versifikation?

So denk ich jetzt und so fühlt ich schon als Knabe, und man kann sich leicht vorstellen, daß es zwischen mir und der alten braunen Perücke zu offnen Feindseligkeiten kommen mußte, als ich ihm erklärte, wie es mir rein unmöglich sei, französische Verse zu machen. Er sprach mir allen Sinn für Poesie ab und nannte mich einen Barbaren des Teutoburger Waldes.

Ich denke noch mit Entsetzen daran, daß ich aus der Chrestomathie des Professors die Anrede des Kaiphas an den Sanhedrin aus den Hexametern der Klopstockschen »Messiade« in französische Alexandriner übersetzen sollte! Es war ein Raffinement von Grausamkeit, die alle Passionsqualen des Messias selbst übersteigt, und die selbst dieser nicht ruhig erduldet hätte. Gott verzeih, ich verwünschte die Welt und die fremden Unterdrücker, die uns ihre Metrik aufbürden wollten, und ich war nahe dran ein Franzosenfresser zu werden.

Ich hätte für Frankreich sterben können, aber französische Verse machen – nimmermehr! …“

ex: Heinrich Heine: Memoiren … Hamburg.


21.10.2013

Es ist PLATTENLADENWOCHE und es gibt Leckerlis
Wer die Mojo-Club-Dancefloor Compilations noch nicht hat, sollte unbedingt zuschlagen, jazz geht’s los !


16.10.2013

“Lese das Buch, langweilig, schlafe drüber ein, im Schlafe träume ich weiterzulesen, erwache vor Langeweile, und das drey mal – “

Heinrich Heine in: “Prosanotizen II. (Mai 1831 bis 1848)” nach DHA, Bd. 10, S. 330

Mmmh, “Joseph und seine Brüder” kann er nicht gemeint haben, was dann ? Bitte Vorschläge …
#langweiligeBücher


26.09.2013

Hier ein Lenin-Zitat für Angie und die übrigen Mitkombattanten:

“Man kann nicht kämpfen, ohne damit zu rechnen, die Position, um die man kämpft, einzunehmen.”


23.09.2013

Daß ich das noch erleben darf, nach der Wiedervereinigung, an die niemand mehr glaubte, nun noch die Eigenbedarfskündigung der CDU an die FDP !

Kennt ihr den ?

Was ist der Unterschied zwischen der FDP und einem SMART ?
Der SMART hat zwei Sitze !


20.09.2013

Oh je, befürchte, daß alle frustrierten Doofen am Sonntag ihr Kreuz an der entsprechenden Stelle machen werden, und das sind dann verdammt viele Kreuze für diesen Verein.

Selber denken, wählen gehen ! Aber Vorsicht, Stimme weder abgeben noch verleihen, Sie werden sie noch brauchen, spätestens am Montag, wenn die Republik grauer geworden ist.

Finde ich übrigens gut, daß die Behörden auf die Journaille achtet, könnte sonst passieren, daß die schreiben was sie – und nicht die – wollen.


11.09.2013

Schlaue, und immer noch aktuelle Gedanken zum Thema Miete:

“(…) Was man heute unter Wohnungsnot versteht, ist die eigentümliche Verschärfung, die die schlechten Wohnungsverhältnisse der Arbeiter durch den plötzlichen Andrang der Bevölkerung nach den großen Städten erlitten haben; eine kolossale Steigerung der Mietspreise; eine noch verstärkte Zusammendrängung der Bewohner in den einzelnen Häusern, für einige die Unmöglichkeit, überhaupt ein Unterkommen zu finden. Und diese Wohnungsnot macht nur soviel von sich reden, weil sie sich nicht auf die Arbeiterklasse beschränkt, sondern auch das Kleinbürgertum mit betroffen hat. (…)”

ex: http://www.mlwerke.de/me/me18/me18209.htm

Sollte man(n) mal in den Wahlk®ampf einbringen.


06.09.2013

Das Neuland schlägt zurück.


05.09.2013

Kollege Jim Hinck mit klugen Gedanken und Analysen zum derzeitigen Käufermarkt für antiquarisch Interessierte.


04.09.2013

“Kollege X: ‘Das stimmt nicht, daß ein Chamäleon die Farbe seiner Umgebung annimmt. Meins ist völlig farblos.’ “

“Kollege X ist eine Ausnahme, aber von welcher Regel ? Keine will sich bekennen.”

“Kollege X konnte sich nicht entscheiden, welche Kunstgattung ihm mehr liegt: Anerkennungsschreiben oder Denunziationen.”

Wieslaw Brudzinski in “Katzenjammer. Aphorismen.”

Last, but not least:

“Zeit ist Geld. Halten wir unsere Monologe im Chor.”


03.09.2013

…. speaking words of wisdom … !


02.09.2013

Duell gesehen ? Oder schläfst Du noch ?


21.08.2013

Bei Gelegenheit mal lesen


13.07.2013

Ohne uns Fach- und Einzelhändler ist alles nix !

Eine Aktion die nachahmenswert ist !


13.06.2013

“Das Wissen der Welt” am Ende:

DAS SCHWEIGEN DER LEMMA

Nach gefühlter jahrhundertelanger Dominanz endet die Ära Brockhaus .

Die letzte, 21. Auflage der traditionsreichen Enzyklopädie wird die letzte gewesen sein.

Das letzte Lemma ist “ZZ Top”, deren größter Hit war “Terminator”, ein Schelm wer dabei an den, nach Erwerb nun einstellenden Bertelsmann Verlag denkt.

Wer nun noch etwas gedrucktes lexikographisches sucht wird bei “wikimedia” fündig und erhält ausgedruckte Heftchen aus der … wikipedia.

Der 5. Meyer war eh der schönste, da kam dann nix mehr, egal ob Hunderwasser, Polke oder Heller an den Einbänden herumbastelten, allerdings eine Künstlerausgabe zum Abschluß könnte ich mir schon noch vorstellen, oder gar drei:

Den Piene-Meyer, völlig verkohlt, oder den Uecker-Brockhaus, ein langer Nagel durch die ganze Chose getrieben, oder vielleicht sogar ein von Arnulf Rainer innen handgeschwärztes Halbledermonstrum … ?

Die “gute Marke” will man aber schon noch verscherbeln, mal die Schweizer fragen, aus demBrockenhaus wird dann passend das “Brockhaus” © !


01.06.20013

War das eine Maloche ! Über vier Wochen Auflösung unseres Außenlagers in Wersten, aber jetzt ist es geschafft.

Endlich keine Schlepperei, kein Dreck und kein “heavy metal” mehr, die Stahlregale wurden auseinandergeschraubt, die Makulatur entsorgt … und die Räume gestern besenrein dem Vermieter übergeben, die Fron hat ein Ende, ab jetzt kann wieder zivilisiert im Laden und am Schreibtisch gearbeitet werden.

Einen Vorteil hatte die Sache jedoch, ich mußte in der Zeit nicht in die “Muckibude” und habe trotzdem deutlich an Muskulatur zugelegt …


20.04.2103

Heute ist Record-Store-Day

Go out and buy some hot rocking vinyls ! Hier in Düsseldorf zum Beispiel beim Ralf in der Wallstraße/ Altstadt im Hitsville , keine 5 Minuten von uns entfernt.

Make some noise !
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11.03.2013

Fukushima gedenkend lande ich heute im Netz an einer ganz anderen Stelle und einer ferneren Vergangenheit, die ich in ihren Ausläufern noch miterleben durfte, es handelt sich um die Erinnerungen Jörg Schröders an die Schrobsdorff’sche Buchhandlung in Düsseldorf, in der auch ich, jedoch Jahre später, den schönen Beruf des Buchhändlers erlernen durfte. Die verlinkte TAZ-Fassung ist übrigens eine Variante der Buchfassung in “Siegfried”, seinerzeit im März-Verlag erschienen.


26.02.2013

Big brother is watching you


23.02.2013

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Amazon und das Schweigen der Lämmer

Siehe u.a. Kommentar #11.


15.02.2013

Und jetzt alle druff: change amazon !

Und b.t.w.: Frau Wagenknecht, weg mit dem link auf amazon !

Nicht nur die LINKE fordert zu Recht die Abschaffung der Sklavenarbeit, dann sollten deren Protagonisten allerdings mit gutem Beispiel voraus gehen und nicht auf diesen Konzern ver-link-en !


08.02.2013

Und da soll mal jemand sagen, daß das Buch tot sei. Diese Torte hat die aus Düsseldorf stammende Miriam Milord in New York geschaffen, “gebacken” traut man sich angesichts der Kunstfertigkeit nicht zu sagen.

Auch dieses Meisterwerk stammt von ihr:


05.02.2013

Nach längerer Pause ein Hinweis auf eine begrüßenswerte Initiative. Multikulturelle britische Musikliebhaber machen den organisierten englischen Rassisten im Netz Konkurrenz und “klauen” ihnen ihr Akronym , um mit weltweiter Verlinkung im Netz prominenter auffindbar zu werden als die Torfköpfe. Helfen wir ihnen dabei, rock on !


11.12.2012

Kindle & co.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, Kundinnen und Kunden !

Ich denke nicht, daß das GERÄT mit dem digital gelesen wird das Problem ist, sondern die Veränderung der Lesegewohnheiten seiner Nutzer.

Wenn ich von VielleserInnen das Argument höre, daß so ein Dings doch ungeheuer praktisch sei, wenn man mit dem Flieger verreise, da man / frau nicht mehr 10 Taschenbücher mitschleppen müsse, sondern nur noch
ein Gerät (sei es Kindle, no-name-eBook-Reader, oder Tablett – bald dann das ePaper), dann ändert sich schon was im Lande.

Ich überlege doch selbst, ob es nicht angenehm sein würde, ein paar Regalmeter Handbibliothek unterwegs bequem dabei zu haben, dafür würde es sogar für mich Sinn machen …

So, ab hier hört sich alles ein wenig altmodisch an und ist sicher auch schon alles tausendmal woanders geschrieben worden, und trotzdem:

Ich denke, daß durch die Digitalisierung der Inhalte und den oft kostenfreien Zugang dazu immer weniger Bücher verkauft werden.

Andererseits glaube ich auch (glauben heißt nicht wissen !), daß schöne Bücher, Erinnerungsbücher, besondere Bücher, Kunstbücher, Photobücher etc. auch in Zukunft noch gedruckt und gekauft werden.

In naher Zukunft sehe ich das Problem der dann noch verbliebenen Antiquare darin, Nachschub an “guten” Büchern zu organisieren, ich fürchte, daß die Krimi- und Schmonzetten-Verkäufer dann verschwunden sein werden, da Unterhaltungsliteratur nur noch digital konsumiert werden wird.

Die Krise des sterbenden Neubuchhandels ist allerdings auch deswegen unsere Krise, weil es immer weniger Neuerscheinungen geben wird, denn die kleinen Verlage sterben ebenfalls, also unser potentieller Nachschub
knapp werden wird und sich die allgemeinen Lesegewohnheiten so verändern, daß immer mehr digital gelesen werden wird, der Kreis unserer “jungen” Sammler also auch immer kleiner werden wird, die “alten” Sammler sterben schon jetzt aus, oder stoppen den Ankauf.

Verbleiben werden also höchstwahrscheinlich einige wenige spezialisierte Buchhändler, die dann sowohl “neue”, als auch “alte”, aber eben “echte” Bücher an immer weniger Kunden verkaufen werden.

Dennoch denke ich, daß die Lage für kluge Kaufleute (die wir ja auch sind, oder zumindest sein sollten) nicht völlig ausweglos ist, es liegt an uns allen, die am Buch Interessierten zu “hofieren” und “zu erziehen”, auch geschmacklich – haptisch – olfaktorisch …

Die Krise der Schreiber und Manuskriptverkäufer war die Hausse der Buchdrucker, aber auch heute noch werden Manuskripte gesammelt und hochbezahlt.

Das Reclam-Heft hat die Inkunabel verdrängt, dennoch läßt sich letztere auch heute noch ausgezeichnet vermarkten, das Taschenbuch hält keinen Vergleich mit einem guten Handeinband aus, aber wir sind – auf lange Sicht gesehen – dennoch gut beraten, die TEXTEin den Mittelpunkt zu
stellen, die VERPACKUNG dieser Texte jedoch keinesfalls zu mißachten.

Unsere einzige Chance besteht darin AUSZUWÄHLEN, den verbliebenen Kunden Rat, Orientierung, Alternativen und Zufluchtssorte (Laden-, oder Etagenantiquariat !) zu bieten, intellektuelle Inseln im digitalen Meer
zu schaffen und Informationen, sowie dann fast fetischhafte Kunstobjekte, gesuchte Raritäten (und das wird demnächst auch ein banales Reclam-Heft sein) anzubieten und auch weltweit zu beschaffen, dabei hilft die Digitalisierung enorm.

Und wenn man(n) nicht völlig retro ist, besorgt man seinen Kunden zusätzlich noch die digitalen Inhalte, die sie (auch) wollen, sowie weitere Informationen, für die sie auf die eine oder andere Art und Weise dann gerne auch zahlen werden, denn die Einsicht setzt sich –
zumindest in gewissen Kreisen – doch langsam durch, daß man auch die “Tante Emma” um die Ecke braucht, wenn man als Kunde nicht völlig von ein oder zwei oder drei Konzernen abhängig sein will, auch daran könnten wir uns ein Beispiel nehmen.


30.10.2012

Interessante website des Künstlers Michael Blümel, der Unikatbücher schafft.

Be- und Übermalungen, aber auch Auftragsarbeiten im Sektor Literatur und Theater, einfach mal anschauen.


17.10.2012

Eine der großen Bedrohungen unserer Zeit. Lesen !!!

Außerdem bitte lesen, dies hier!


05.07.2012

Mein neuer Lieblingsausdruck den Verbalmüll zu bezeichnen, den manche Mitmenschen öffentlich absondern, ist:

analogtwittern !



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12.06.2012

“Die Idyllisierung des Antiquariatsgewerbes ist zutiefst verlogen.”

Als alter Cyniker und Kaufmann würde ich dem widersprechen wollen, obwohl gefoltert durch Bohrhämmer über meinem Kopf und meinem inneren Bedürfnis noch allen Titelaufnahmen der Elzevier-Sammlung die Brunet-Nummern hinzufügen zu wollen, bin ich mir dennoch über eines klar: dies ist meine eigene Idülle, mein Vor-Paradies, nie wollte – und werde – ich etwas anderes tun !

Lectore benevole: merke auf, nichts von dem, was Du in erschöpfenden Freiburger blogs finden mögest, trifft zu !


04.06.2012

Pünktlich und sehr schön: der neue Gemeinschaftskatalog 2012 ist erschienen !

“Der vierte Gemeinschaftskatalog der Antiquare wird am 4. Juni 2012 erscheinen. 78 Antiquariate und 11 Inserenten aus 4 europäischen Ländern offerieren auf insgesamt 240 Seiten mit zahlreichen Abbildungen ausgesuchte Stücke aus den Bereichen Bücher, Autographen, Photo, Graphik, Handschriften und Werbegraphik.

Bitte fordern Sie den Katalog (Schutzgebühr 5,00 EUR) bei der Genossenschaft der Internet-Antiquare eG an.

GIAQ eG
Geschäftsstelle
Luxemburger Str. 30
13353 Berlin

Bestellung: service@antiquariat.de“

Hier der link auf das pdf zum downloaden.


05.05.2012

R.I.P. Adam Yauch ! Party on for your right to fight !


28.04.2012

Endlich geschafft: alle Elzeviere kollationiert und aufgenommen. Nun geht’s ans photographieren.


10.04.2012

Wieder an Bord !


28.03.2012

Von Montag, dem 02. bis Ostermontag, dem 09.04.2012 bleibt unser Ladengeschäft geschlossen, der Anrufbeantworter unbeantwortet und die eMails werden nicht gelesen:
Lustenberger & Schäfer machen Urlaub mit ihren Familien ! Ab Dienstag, 10. April wieder “normal” geöffnet.


07.02.2012

Man beachte bitte mit Aufmerksamkeit unsere Unterseite zum Thema “Urheberrecht”.
Vor jedweder Listung oder Verlinkung erwarten wir gefragt zu werden.


13.01.2012

Ein schönes Filmchen hat uns der Kollege Patzer empfohlen.
Es zeigt, was unsere Bücher tun, wenn wir den Laden abgeschlossen haben.

Viel Vergnügen !


Dann kam gestern übrigens noch eine elektrisierende mail.
DAS Angebot, von dem Antiquar immer träumt:

>“Betreff: Gutenberg bibel
>
>
> Habe ein Gebetsbuch vom jahr 1653 und eine >Gutenbergbibel zu verkaufen. Bei interresse anrufen oder >mailen.“

Das angehängte Bild holte mich dann schnell wieder auf den Boden der Tatsachen, neben einem halbvollen, oder halbleeren Bierglas (je nach Sichtweise) und einem überquellenden Aschenbecher zwei Folianten, die jedoch leider eine Rückenbeschriftung trugen, die die Träume nahmen. Nicht zufällig war Monsieur Chauvin eim Franzose, diese “Gutenberg”-“Bibel” trug als Rückenbeschriftung: “La Bible à Mazarin” und outete sich dergestalt als neueres “Faksimile”: .


Dreikönigstag 2012

Heute kamen die eiligen drei Könige zum Bundespräsidenten, aber alle Geschenke wurden gleich am Eingang bar bezahlt.

Ein echtes Geschenk sind die Wulff-Filmplakate


03.01.2012

Der erste Hinweis des Jahres sei einer besuchenswerten Seite mit legal und frei verfügbarenKurzfilmen (filmolo.de) gewidmet.

Ansonsten: guten Rutsch gehabt zu haben !


16.12.2011

AMAZERO


12.12.11

Made my day

Letzte Worte zum Techno-Terror, insbesondere zu Navis und eReadern !


30.11.11

Update zum 04.11.2011, siehe dort: vinylmania !


29.11.2011

Amazon-Skandal !


17.11.2011

Der neueste Quatsch:
QR Code


16.11.2011

Wunderschöne Goethe-Ausgabe angekauft ! Anschauen !


11.11.11

Nachdem ich heute telephonisch befragt wurde, ob wir Pickelhauben verkaufen, und ich vorsichtig zurückfragte, ob wir auf Sendung seien (von wegen dem Datum !), und der Interessent schon halbwegs beleidigt war, als ich versuchte den Unterschied zwischen Antiquitätenhändler und Antiquar zu erklären, dachte ich mir, daß dieser Tag noch interessant werden kann. Wie man(n) hört, gab es heute viele Hochzeiten und auch von langer Hand geplante Entbindungen, auf Weisung meines Kompagnons enthalte ich mir hier nun jeder weiteren Wertung irrigen menschlichen Verhaltens.

Gestern hatte ich das Vergnügen Maceo Parker & die WDR-Bigband live zu sehen und zu hören, einen Eindruck davon kann man auf der zur 2007er Tournee erschienenen CD undDVD bekommen, grandios !


05.11.2011

Hexen ?! Rehabilitieren ? In Düsseldorf ?
Warum denn ?
Das ist eine alte Düsseldorfer Tradition, neben Synagogen- und Bücherverbrennungen, letzteres gerne auch noch lange nach der Nazi-Zeit (1965 !), verbrennt man hier alljährlich am Aschermittwoch den Hoppeditz !

Und weil der Düsseldorfer nun einmal so gerne zündelt, hat die Obrigkeit zumindest diese Art von Feuer verboten

Mal schauen wie es weiter geht. Gibt es bundesweiten medialen Gegenwind, knickt man hier ja auch schon mal gerne ein.


04.11.2011

Welcher Bücherfreund könnte nicht die Vinyljunkies verstehen ? Und wie hätte man Freud und Leid der Plattenfreunde besser darstellen können, als im gestern bei arte gesendeten vinylmania ?
Und nun rufen die Macher dazu auf, die DVD-Edition zu ermöglichen, via kickstarter , ein interessanter Weg Geld einzusammeln, “crowd funding”, heißt so was neudeutsch.
So können wir alle nun auch noch günstigst zu Filmproduzenten werden, mir ist das jedenfalls 50 Dollar wert, außerdem wird man im Abspann genannt, erhält ein Exemplar des Films und abgebucht wird das Geld erst dann, wenn das angestrebte Startkapital erfolgreich eingesammelt wurde. Die Aktion läuft noch bis zum 10. November, mitmachen !

Update: Bis 15.12.11 kann man hier den Film in einer “special edition” subskribieren und ihn vor dem offiziellen Erscheinen erwerben und damit die Produzenten unterstützen, deren kickstarter-Aufruf übrigens erfolgreich war !


27.10.2011

Über die geschlossene Veranstaltung “antiquarintern” vergisst man den eigenen Garten völlig, auch hier wird bald wieder geschrieben.


01.09.2011

Familiär bedingter Urlaub, dennoch Katalog III ist ausgedruckt und geht bald in den Versand, bin ab Montag wieder am Arbeitsplatz.

Hier noch ein Hinweis für gelangweilte Bürokraten
Im Büro ans Fenster Post-it’s kleben, als künstlerische Selbstverwirklichung, statt zu arbeiten, undenkbar für Antiquare ?


10.08.2011

Spreewald-Urlaub beendet, der Laden hat mich wieder, der Streß geht weiter.

Ansonsten, dies hier to “the zombies of death”:


London Calling

(Strummer/Jones)

“London calling to the faraway towns
Now that war is declared-and battle come down
London calling to the underworld
Come out of the cupboard, all you boys and girls
London calling, now don’t look at us
All that phoney Beatlemania has bitten the dust
London calling, see we ain’t got no swing
’Cept for the ring of that truncheon thing

CHORUS
The ice age is coming, the sun is zooming in
Engines stop running and the wheat is growing thin
A nuclear error, but I have no fear
London is drowning-and I live by the river

London calling to the imitation zone
Forget it, brother, an’ go it alone
London calling upon the zombies of death
Quit holding out-and draw another breath
London calling-and I don’t wanna shout
But when we were talking-I saw you nodding out
London calling, see we ain’t got no highs
Except for that one with the yellowy eyes

CHORUS

Now get this
London calling, yeah, I was there, too
An’ you know what they said? Well, some of it was true!
London calling at the top of the dial
After all this, won’t you give me a smile?

I never felt so much a’ like“


29.06.2011

Mal etwas ganz anderes

Großer Artikel in der heutigen SZ, schauen Sie sich einfach die Videos an, ferngesteuerte, mit Minikameras ausgerüstete “Modellflugzeuge” in action !


24.06.2011

Lustiger Twitter-Fund (wörtlich):

“Es gibt keine Top-Tweets für #Antiquare.”

Eiweiwei ist auch frei, dieser Monat endet nach dem EHEC-Heckmeck doch ganz erträglich, zumal die Druckerei am Katalog arbeitet (und ich noch am Register).


15.06.2011

Fukushima wird lt. TEPCO eingetuppert !

Oder gedeckelt, bzw. der Letzte macht das Licht aus und wirft die Schlüssel weg.

Too big to fail …. har, har !

Atomkraft heißt daß die Gewinne privatisiert und die Verluste und/oder Schäden verallgemeinert werden, um nicht in neo-marxistische Diktion zu verfallen, obwohl es stimmen würde, also sagen wir ruhig “vergesellschaftet”.
Unser kleines Antiquariat is too small to get public money, aber verursacht mit Sicherheit (!) niemals solche Sauereien wie AKWs.


07.06.2011

Gemeinschaftskatalog der Antiquare 2011

Der diesjährige „Gemeinschaftskatalog der Antiquare“ erscheint am 7. Juni 2011: 74 Antiquariate und 5 Inserenten aus 5 europäischen Ländern offerieren auf insgesamt 224 Seiten ausgesuchte Stücke aus den Bereichen Autographen, Bücher, Photographien, Graphik, Handschriften und Werbegraphik.

Das breite Spektrum des Angebots erstreckt sich von der Holzschnittinkunabel bis zum modernen Künstlerbuch, wobei ein Großteil der teilnehmenden Antiquariate die Beiträge inzwischen auf ein bis zwei Themenkomplexe ausgerichtet hat. Mit ‘Goethe und sein Umkreis’, Portraits, Musik, Reiseführern sowie Reiseliteratur, Tarnschriften, Werkausgaben und Widmungsexemplaren, um nur wenige Bespiele anzuführen, wird ein breites Angebotsspektrum für fast jedes Sammelgebiet angezeigt.

Begehrlichkeiten dürften die Inkunabeln beim ‘Antiquariat am Moritzberg’ (1478) und ‘Archetypon Studio Bibliografico’ (1489) wecken, genauso wie die zahlreichen Angebote von Thomas Mann-Erstausgaben (Antiquariat Arno Adler, Antiquariat Hans K. Matussek u.a.), aber auch die kolorierte Federzeichnung von Else Lasker-Schüler oder das Originalmanuskript “Taschen-Krümel” von Joachim Ringelnatz, beides beim ‘Antiquariat Halkyone’ im Angebot. Das Antiquariat Hünteler hat seinen Schwerpunkt auf Hamburg und Schifffahrt ausgerichtet, während das ‘Antiquariat im Hufelandhaus’ mit naturwissenschaftlichen Werken und Gebers “De alchimia libris tres” (1531) glänzt. Hervorzuheben ist ferner der aktuelle Beitrag “Eberhard Schlotter zum 90. Geburtstag am 3. Juni 2011” mit dem ‘Das Bücherhaus’ dem Maler, Graphiker und Freund Arno Schmidts seine Referenz erweist.

Dies soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß sich die Angebote vorwiegend im dreistelligen Euro-Bereich bewegen, um außer den arrivierten auch jüngeren Sammlern die Möglichkeit zum Erwerb eines seit langem begehrten Objekts zu geben.

Der Gemeinschaftskatalog mit dem einprägsamen Umschlagentwurf von Florian Hardwig, Berlin, bietet mit seinem übersichtlichen Angebot mit über 250 meist farbigen Illustrationen einen vorzüglichen Querschnitt über die derzeitige Angebotssituation im Antiquariatsbuchhandel.

Der Katalog wird von der Genossenschaft der Internet-Antiquare eG (GIAQ) veranstaltet, die auch das Internetportal www.antiquariat.de betreibt. Er erscheint in einer Auflage von 5600 Exemplaren und wird weltweit an Stammkunden und Sammler verschickt. Gegen eine Schutzgebühr von EUR 5,00 kann er bei der Geschäftsstelle bestellt werden:

Genossenschaft der Internet-Antiquare eG (GIAQ)
Geschäftsstelle Berlin
Luxemburger Str. 31
13353 Berlin
Tel.: 030 – 4660 4908
Fax: 030 – 4660 4936
E-Mail: service@antiquariat.de

Informationen zur Veranstalterin:
Die Genossenschaft der Internet-Antiquare eG (GIAQ) wurde im Jahre 2001 gegründet und hat sich den Erhalt und die Förderung des antiquarischen Handels zum Ziel gesetzt. Sie betreibt das Verkaufsportal www.antiquariat.de für antiquarische Bücher und mehr.


06.06.2011

Wer nicht mehr wegschmeißen, sondern reparieren will ist hier bei ifixit.com richtig.

Den Text gibt es auch als pdf auf deutsch !


20.05.2011

Soeben wird einmal wieder, diesmal bei heise das Ende des gedruckten Buches ausgerufen:

“Bücher waren aber bislang auch für viele Menschen wichtige materielle Objekte, die die Wohnungen oder zumindest manche Zimmer wesentlich gestaltet und geprägt haben. Wenn sie jetzt in einem Gerät verschwinden, bleiben leere Wände und Tische zurück. Was rückt an die Stelle der Bücher ?”

Dieses Problem ist in Zeiten riesiger flatscreens und Beamer ein Scheinproblem.

Genauso, wie DVDs mit prasselndem Kaminfeuer, oder stürmischer Brandung verkauft werden, werden wir uns die dekorativen Regale aus Melk oder der Amalien-Bibliothek auf die Glotze laden, oder an die leere Wand werfen.

Bis auf einige wenige Bauhaus-Puristen haben doch die allermeisten Menschen einen horror vacui und der wird durch nichts besser und schöner geheilt, als durch den Blick auf wohlgefüllte Buchregale.

Lieber wären uns natürlich echte Bücher im Regal, aber auch virtuelle demonstrieren zukünftig zumindest eines, man ist Buchliebhaber, ein conaisseur.


28.04.2011

Auch in Zukunft werden Sie unsere Bücher vergeblich bei amazon oder eBay suchen.

Einen kleinen Teil unserer Bücher finden Sie im Netz, u.a. auf dieser homepage, oder über antiquariat.de, den größeren Rest hier im Laden, oder über Kataloge .
“Fangfrische” Neuofferten werden wir Ihnen im bald erscheinenden Gemeinschaftskatalog der Antiquare 2011 anbieten.

“Bezahlen über amazon”, oder paypal etc. geht bei uns natürlich auch nicht, aber wir sind dennoch nicht von gestern, Kredit- und EC-Karten werden akzeptiert, auch die Überweisung oder die Barzahlung ist möglich.

Internet und e-commerce sind ein Weg um ins Geschäft zu kommen, aber nach wie vor, und zum Glück, nicht der einzige.


16.04.2011

Der Puschkin bei Bassenge wurde leider nicht von uns eingeliefert.

Nette Marge ….


12.04.2011

Heute vor 50 Jahren begann die bemannte Weltraumfahrt. Im Gedenken an die Pioniertat Jurij Gagarins anbei der Verweis auf ein schönes Stück Musik der Gruppe “Oi Va Voi”.


06.04.2011

Durch mich selbst sensibilisiert fiel mir vorhin noch ein Aufkleber auf, sozusagen als Nachtrag zu den gestrigen Überlegungen:

INNOVATIV BAD

Da will niemand, der kein Englisch kann, besonders kreativ und bahnbrechend BÖSE sein, sondern wiederum nur mein Badezimmer neu machen.

Schön war gestern bei INTER vs. SCHALKE der Versprecher des schwindelig gespielten SAT-1 Reporters: “Ich übergebe mich jetzt in Richtung von Franz Beckenbauer”. Darauf fiel sogar dem “Kaiser” nix mehr ein und er verstummte zunächst einmal.
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05.05.2011

Vorhin auf der Autobahn einen Van mit dem Schriftzug “BAD DESIGN” auf der Heckscheibe vor mir gehabt,

Schlechtes Design gibt es viel, dachte ich mir, warum macht der dafür Werbung, bis der Groschen fiel, diese Firma will meinen bathroom pimpen !


04.04.2011

Nachdem wir seit ZORBAS lange nichts mehr so schön haben einstürzen sehen wie “Ai Weiwei’s Konstruktion”: auf der letzen documenta, wollen wir unseren chinesischen Lieblingskünstler gerne wieder aus dem Knast zurück haben, also, Herr Who, Ai Weiwei ist bekannter als Sie, es reicht, daß Sie ihm fast den Schädel eingeschlagen und das neue Atelier platt gemacht haben, Künstler sind dazu da, eine Gesellschaft zu kritisieren, wenn Sie sich daran nicht gewöhnen, dann wird das nie was mit einem modernen China !
Außerdem kann der Mann noch mehr als teure Porzellan-Sonnenblumenkerne zu verkaufen, was alleine schon eine reife Leistung wäre, er kann sogar kochen

und sieht außerdem noch blendend aus.


26.03.2011

Einmal in 10.000 Jahren: 26.03.1986 – 26.03.2011 ! Hier meinApfelbäumchen
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25.03.2011

LXXXVI.

Nacht liegt auf den fremden Wegen,
Krankes Herz und müde Glieder; —
Ach, da fließt, wie stiller Segen,
Süßer Mond, dein Licht hernieder.

Süßer Mond, mit deinen Strahlen
Scheuchest du das nächt’ge Grauen;
Es zerrinnen meine Qualen,
Und die Augen überthauen.“

aus: Buch der Lieder, Heimkehr


24.03.2011

So, Grippe vorbei.

Frühling ist da, die Sonne scheint, Fall-out fällt … hatten wir doch schon mal vor 25 Jahren, oder ?


Unser Beitrag zum kommenden Gemeinschaftskatalog der Antiquare der wie jedes Jahr von der GIAQ veranstaltet wird, ist fertig und ging soeben an die Redaktion: Amerika, Preußen, Pflanzen, Pferde, Schweiz.


15.03.2011

Infos und Spenden gegen die Atomkraft hier

Und hier gibt’s schöne T-Shirts zum (Super)GAU.


14.03.2011

Angela, der GAU ist da !
Mehrstimmig auf “Veronika, der Lenz ist da …” zu singen.

Atomkraft, nein Danke !


10.03.2011

Ein letzter Gruß an den Ex-Dr. (copy & past[sic!]:


07.03.2011

Ein dreifaches Helau an alle daheimgebliebenen aus Frankreich !

Wenn nun alles so bleibt, wie es ist, wird bald nichts mehr so sein, wie es war.

Spaetestens ab Aschermittwoch sollten den Worten Taten folgen.


02.03.2011 BLACK FRIDAY für Antiquare am Mittwoch:

ZVAB/amazon-merger: …. nun wächst zusammen, was zusammen gehört …

Was bin ich froh, daß wir eine eigene, genossenschaftlich organiserte Datenbank im Besitz der Antiquare und diese, unsere eigene homepage haben.

Auch marelibri ist nun noch wichtiger geworden.

… und irgendwann kauft eBay Amazon, oder umgekehrt …

Vive l’independence ! Vive la niche !


21.02.2011

“Padua, den 27. September.

Endlich habe ich die Werke des Palladio erlangt, zwar nicht die Originalausgabe, die ich in Vicenza gesehen, deren Tafeln in Holz geschnitten sind, aber eine genaue Kopie, ja ein Faksimile in Kupfer, veranstaltet durch einen vortrefflichen Mann, den ehemaligen englischen Konsul Smith in Venedig. Das muß man den Engländern lassen, daß sie von lange her das Gute zu schätzen wußten, und daß sie eine grandiose Art haben, es zu verbreiten.

Bei Gelegenheit dieses Ankaufs betrat ich einen Buchladen, der in Italien ein ganz eigenes Ansehen hat. Alle Bücher stehen geheftet umher, und man findet den ganzen Tag über gute Gesellschaft. Was von Weltgeistlichen, Edelleuten, Künstlern einigermaßen mit der Literatur verwandt ist, geht hier auf und ab. Man verlangt ein Buch, schlägt nach, liest und unterhält sich, wie es kommen will. So fand ich etwa ein halb Dutzend beisammen, welche sämtlich, als ich nach den Werken des Palladio fragte, auf mich aufmerksam wurden. Indes der Herr des Ladens das Buch suchte, rühmten sie es und gaben mir Notiz von dem Originale und der Kopie, sie waren mit dem Werke selbst und dem Verdienst des Verfassers sehr wohl bekannt. Da sie mich für einen Architekten hielten, lobten sie mich, daß ich vor allen andern zu den Studien dieses Meisters schritte, er leiste zu Gebrauch und Anwendung mehr als Vitruv selbst, denn er habe die Alten und das Altertum gründlich studiert und es unsern Bedürfnissen näherzuführen gesucht. Ich unterhielt mich lange mit diesen freundlichen Männern, erfuhr noch einiges, die Denkwürdigkeiten der Stadt betreffend, und empfahl mich.“

J.W. Goethe: Italienische Reise. ex: Goethes Werke. Hamburger Ausgabe in 14 Bänden. Band 11, Hamburg 1948 ff, S. 59 f


17.02.1991

Heute eröffnet das Heinrich Heine Antiquariat in der Düsseldorfer Citadellstraße.

RADIOFEATURE ZUM 155. TODESTAG 17. FEBRUAR 1856

17.02.2011

Ein interessanter blog-Beitrag zum Thema Preisfindung unseres amerikanischen KollegenBob Fleck vom Bibliographien-Experten Oak Knoll Books


31.01.2011

Montag Nachmittag, Zeit zum Rumalbern und Titel ausdenken, heute
DER NEUE SKANDINAVISCHE KRIMI:

“Der Ford im Fjord” von Swen Swensson

“Komissar Hund: Felle 1 – 97 (1. Staffel)” von Ake Akneson

“Der Elch im Kelch” von Pastorin Gunna Mankellson

“Schwärende Schären” von Nobel Nobelson

“Heiser im Geysir” von Sigurn Sigurnsdottir

Und abschließend unser literarischer Tip der Woche:

“Schnee der auf Zebras fällt” von Oke Okaysohn

Die Hobbyabteilung steuert noch den folgenden Geheimtip bei:

“Selbstgesägte Haferkekse” von Sten Stihlson

usw. STOP !

© Beantrage hiermit Titelschutz nach § xyz UHG.


“Die Deutschen kaufen Autos die sie nicht brauchen, mit Geld, das sie nicht haben, um Leute zu beeindrucken, die sie nicht mögen.”

Ein Daihatsu-Manager, heute im SPIEGEL zitiert.


28.01.2011

Heute Abend ist Eröffnung der Ausstellung von Pidder Auberger im Folkwang Museum

Pidder Auberger: Muscheltondo, 1990.
Bromsilbergelatine, Fotogramm.
© VG Bild-Kunst, Bonn 2010

Ich freu mich drauf !


27.01.2011

“Ein Mensch hat freien Willen, und zwar dreierlei: Erstens war er frei, als er dieses Leben wollte; jetzt kann er es allerdings nicht mehr rückgängig machen, denn er ist nicht mehr jener, der es damals wollte, es wäre denn insoweit, als er seinen damaligen Willen ausführt, indem er lebt.
Zweitens ist er frei, indem er die Gangart und den Weg dieses Lebens wählen kann.
Drittens ist er frei, indem er als derjenige, der einmal wieder sein wird, den Willen hat, sich unter jeder Bedingung durch das Leben gehen und auf diese Weise zu sich kommen zu lassen, und zwar auf einem zwar wählbaren, aber jedenfalls derartig labyrinthischen Weg, daß er kein Fleckchen dieses Lebens unberührt läßt.
Das ist das Dreierlei des freien Willens, es ist aber auch, da es gleichzeitig ist, ein Einerlei und ist im Grunde so sehr Einerlei, daß es keinen Platz hat für einen Willen, weder für einen freien noch unfreien.”

Franz Kafka: Aphorismen


26.01.2011

Aus aktuellem Anblaß:


22.01.2011

“Michel nach dem Merz.

So lang ich den deutschen Michel gekannt,
War er ein Bärenhäuter;
Ich dachte im Merz, er hat sich ermannt
Und handelt fürder gescheuter.

Wie stolz erhob er das blonde Haupt
Vor seinen Landesvätern!
Wie sprach er – was doch unerlaubt –
Von hohen Landesverräthern.

Das klang so süß zu meinem Ohr
Wie mährchenhafte Sagen,
Ich fühlte, wie ein junger Thor,
Das Herz mir wieder schlagen.

Doch als die schwarz-roth-goldne Fahn’,
Der alt germanische Plunder,
Aufs Neu’ erschien, da schwand mein Wahn
Und die süßen Mährchenwunder.

Ich kannte die Farben in diesem Panier
Und ihre Vorbedeutung:
Von deutscher Freyheit brachten sie mir
Die schlimmste Hiobszeitung.

Schon sah ich den Arndt, den Vater Jahn —
Die Helden aus andern Zeiten
Aus ihren Gräbern wieder nah’n
Und für den Kaiser streiten.

Die Burschenschaftler allesammt
Aus meinen Jünglingsjahren,
Die für den Kaiser sich entflammt,
Wenn sie betrunken waren.

Ich sah das sündenergraute Geschlecht
Der Diplomaten und Pfaffen,
Die alten Knappen vom römischen Recht,
Am Einheitstempel schaffen —

Derweil der Michel geduldig und gut
Begann zu schlafen und schnarchen,
Und wieder erwachte unter der Hut
Von vier und dreyzig Monarchen.“


19.01.2011

Die Europeana ist ein interessanteres Projekt als die World Digital Library,
Man findet z.B. bisher kaum beachtete Heine-Portraits
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17.01.2011

Oh, Rio zieht um !
Fresenhagen wird verkauft, und der “König von Deutschland” liegt dann in Berlin.
“Einige der schönsten Liebeslieder in deutscher Sprache (z.B. Junimond, Für immer und Dich, Stiller Raum,Lass’ uns ein Wunder sein) sind hier in Fresenhagen entstanden.”
Sagen wir mal, nach Heine.
Aber was meint denn Claudia Roth dazu ? Die hat doch sonst zu allem “Meinungen und Deinungen” (ist von Harry Rowohlt und nicht von Ernst Jandl, von dem’s aber hätte sein können).


14.01.2011

Ein Feldversuch zum Thema Chaostheorie findet sich hier:


11.01.2011

Der FAZ-Artikel im Netz.


10.01.1011

Alter Schwede ! Ein Antiquariat mit eigener Schallplatte , Respekt !
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08.01.2011

Auch mal was für die gedruckte Presse tun und die FAZ von heute am Kiosk kaufen. Im “Kunstmarkt”, der sich im “Feuilleton” versteckt hält, findet sich ein längerer Artikel von Andreas Rossmann über unseren Mathilde-Brief, den Denkmalstreit, die Liste und den Katalog.

#thänx, Wilsberg !


05.01.2011

Heine an Julius Campe am 24. August 1852 (HSA Bd. 23, S. 228, Brief Nr. 1447):

“ (…) Der Held meines Buches, der wahre Held desselben ist die sociale Bewegung, welche Thiers, als er auch Deutschland aufposaunte, plötzlich entfesselte und welche Guizot vergebens zurückzudrängen suchte. Diesen Stoff behandelt mein Buch, er entfaltet sich am meisten in den Jahren 40–43; die Februarrevolution ist nur der Ausbruch der Revolution und ich könnte wohl mein Buch mit Recht eine Vorschule derselben nennen, den Titel des Buches hatte ich ja Ihrem eigenen Urtheile unterworfen und ich kann ganz gut den Namen Ludwig Philipps auf dem Titel fortlassen. (…)“

Aus der “Lutezia”, s. DHA, Bd. 14/1, S. 20:

“(…) Doch das wäre nur der erste Akt des großen Spektakelstücks, gleichsam das Vorspiel. Der zweite Akt ist die europäische, die Welt-Revoluzion, der große Zweykampf der Besitzlosen mit der Aristokratie des Besitzes, und da wird weder von Nazionalität noch von Religion die Rede seyn: nur Ein Vaterland wird es geben, nemlich die Erde, und nur Einen Glauben, nemlich das Glück auf Erden. Werden die religiösen Doktrinen der Vergangenheit in allen Landen sich zu einem verzweiflungsvollen Widerstand erheben, und wird etwa dieser Versuch den dritten Akt bilden? Wird gar die alte absolute Tradizion nochmals auf die Bühne treten, aber in einem neuen Costum und mit neuen Stich- und Schlagwörtern? Wie würde dieses Schauspiel schließen? Ich weiß nicht (…)”


03.01.2011

Wir wünschen Ihnen ein friedliches, gesundes und erfolgreiches 2011 !

Persönlich freue ich mich besonders auf den 11.November ! Mal sehen, wie jeck der Tag wird …

Letzte Worte zur “Knickerei”:

“(…) Es ist nicht der Geldgeiz, welcher Julius Campe stachelt in kleinlichen Erörterungen, er ist vielleicht in großen Dingen generöser als seine Herren Collegen, aber er will nun einmal diesen letzteren zeigen, daß er die besten Bücher weit wohlfeiler als sie bekommen könne, und er knickert des Knickerns wegen, wie ein wahrer Künstler die Kunst nur wegen der Kunst treibt. Jetzt, lieber Campe, meine dringendste Bitte. Für alle Liebe, die ich Ihnen im Leben erzeigt habe, verschonen Sie mich ein für allemal mit der traurigen Gelddiscussion und möge dieser Brief der letzte sein, worin ich meine Geldinteressen mit Ihnen zu besprechen habe. Erleichtern Sie mir alles, damit ich nicht auf diesen Punct zurückzukommen brauche. (…)”

Heine an Campe am 24.08.1852 (HSA Bd. 23, S. 228, Brief Nr. 1447).


23.12.2010

Katalog kütt !


22.12.2010

“(…) Ich dichte viel; denn ich habe Zeit genung, und die ungeheure Handelsspekulationen machen mir nicht viel zu schaffen; – Ob meine jetzigen Poesien besser sind als die frühere weiß ich nicht; nur das ist gewiß, daß sie viel sanfter und süßer sind; wie in Honig getauchter Schmerz. Ich bin auch gesonnen sie balde (das kann indessen doch noch viele Monathe dauren) in Druck zu geben. Aber das ist die Schwerenothssache: da es dazu lauter Minnelieder sind würde es mir, als Kaufmann, ungeheuer schädlich seyn; ich kann Dir dies nicht so genau erklären, denn Du kennst nicht den G e i s t , der hier herrscht. Und, gegen Dich kann ich’s aufrichtig gestehen: außerdem daß in dieser Schacherstadt nicht das mindeste Gefühl für Poesie zu finden ist, – es seyen denn eigends bestellte u baar bezahlte Hochzeits- Leichen- oder Kindtaufs C a r m i n a d e n , – so hat sich auch noch dazugesellt seit einiger Zeit eine schwüle Spannung zwischen den getauften und ungetauften Juden (alle Hamburger nenne ich Juden und die ich um sie von den Beschnittenen zu
unterscheiden: getaufte Juden benamse, heißen auch vulgo: Christen.) Bey so bewandten Umständen läßt sich leicht voraussehen daß Christliche Liebe die Liebeslieder eines Juden nicht ungehudelt lassen wird. Da ist guter Rath theur; auch ohne dies weiß ich nicht wie man eine Buchherausgabe bewerkstelligt, und darinn sollst Du mich belehren Christian; verstehst das ja besser. – Ich lebe hier ganz isolirt; aus obigen Andeutungen kannst Du Dir dies sehr leicht erklären. Mein Oheim lebt auf dem Lande. Dort geht es sehr geziert und geschwänzelt zu, und der freye unbefangene Sänger sündigt sehr oft gegen die Etiquette. Diplomatisches Federvieh, Millionäre, hochweise Senatoren &c. &c. sind keine Leut für mich. Der homerisch göttliche herrliche Blücher aber war unlängst hier, und ich habe das Glück gehabt in seiner Gesellschaft zu
speisen bey Onkel; so ein Kerl macht Freude. – – Der Neffe vom großen (???) Heine ist zwar übe r a l l gern gesehen und empfangen; schöne Mädchen schielen nach ihm hin, und die Busentücher steigen höher, und die Mütter kalkulieren, aber – aber – bleib allein; Niemand bleibt mir übrig als i c h s e l b s t . (…)”

Heine an Christian Sethe am 20. November 1816.

“(…) Ich will suchen daß ich so reich werde wie die Hamburger Gaudiebe, Esel Schweinigel u übrige Ehrenmänner. (…)”

Heine an Moses Moser am 30. September 1823.


21.12.2010

Was zum Wärmen aus Bogota, Kolumbien:


17.12.2010

Auf antiquariat.de alle gedruckten Antiquariatskataloge anschauen, zumindest die, die man dorthin schickt.

Und dann bald noch was Feines für marelibri … kaum auszuhalten, so viele Neuerungen.


15.12.2010


12.12.2010

Ein wunderbares Interview mit dem marelibri-Ehrenantiquar in der FAZ findet sichhier

Wenn man es gelesen hat, wird man verstehen, warum der Mann ein Ehren-Antiquar geworden ist !

Übrigens, nächste Woche wird es eine schöne neue Rubrik auf antiquariat.de geben ! Sozusagen ein Weihnachtsgeschenk für ALLE Antiquare und Sammler.


09.12.20110

Folgt man diesem link, findet man auf S. 2 rechts unten, über dem letzten Drittel des Blattes, eine Zuschrift von Mathilde Heine, die auf einen von uns angekauften Brief hinweist.

Le Siècle (Paris. 1836)
Le Siècle (Paris. 1836)
Source: Bibliothèque nationale de France

Inhaltlich geht es darum, daß Mathilde Heine sich, wenige Tage nach dem Tod Heines, gegen die Ankündigung ihres Schwagers Gustav verwahrt, der ein Denkmal auf Heines Grab errichten wollte, ohne dies mit ihr abgesprochen zu haben und ohne den Wunsch des toten Bruders nach größtmöglicher Schlichtheit zu respektieren.

Interessant ist hier vor allem der Aspekt, daß der Denkmalstreit also bereits innerhalb der Familie unmittelbar nach Heines Tod begann und nicht erst Jahre später.

Das uns vorliegende, handschriftliche Begleitschreiben Mathildes vom 08. März 1856 zu dieser am 10. März d.J. im “Le Siecle” abgedruckten Erklärung wird in einer dem Katalog der Heine-Sammlung-Söhn beigelegten Liste mit Eigenware angeboten werden.


08.12.2010

“(…) Wir leben, wie Sie eben gehört haben, und wie ich es ohnehin als allgemein bekannt voraussetzen darf, in einer Welt der freien Konkurrenz. Sehen wir uns denn diese freie Konkurrenz und die von ihr erzeugte Weltordnung etwas näher an. In unserer heutigen Gesellschaft arbeitet Jeder auf seine eigne Hand, Jeder sucht sich für seinen Kopf zu bereichern und kümmert sich nicht im Geringsten um das, was die Andern tun; von einer vernünftigen Organisation von einer Verteilung der Arbeiten ist keine Rede, sondern im Gegenteil, Jeder sucht dem Andern den Rang abzulaufen, sucht die günstige Gelegenheit für seinen Privatvorteil auszubeuten und hat weder Zeit noch Lust, daran zu denken, daß sein eigenes Interesse im Grunde doch mit dem aller übrigen Menschen zusammenfällt. Der einzelne Kapitalist steht im Kampfe mit allen übrigen Kapitalisten, der einzelne Arbeiter mit allen übrigen Arbeitern; alle Kapitalisten kämpfen gegen alle Arbeiter, wie die Masse der Arbeiter notwendig wieder gegen die Masse der Kapitalisten zu kämpfen hat. In diesem Kriege Aller gegen Alle, in dieser allgemeinen Unordnung und gegenseitigen Ausbeutung besteht das Wesen der heutigen bürgerlichen Gesellschaft. Eine solche ungeregelte Wirtschaft, meine Herren, muß aber notwendig auf die Dauer für die Gesellschaft die unheilvollsten Resultate erzielen; die ihr zum Grunde liegende Unordnung, die Vernachlässigung des wahren, allgemeinen Wohls muß über kurz oder lang in einer eklatanten Weise zu Tage kommen. Der Ruin der kleinen Eliteklasse, des Standes, der die Hauptgrundlage der Staaten des vorigen Jahrhunderts bildete, ist die erste Folge dieses Kampfes.

Wir sehen es ja täglich, wie diese Klasse der Gesellschaft durch die Macht des Kapitals erdrückt wird, wie z. B. die einzelnen Schneidermeister durch die Läden fertiger Kleider, die Möbelschreiner durch die Möbelmagazine ihre besten Kunden verlieren und aus kleinen Kapitalisten, aus Mitgliedern der besitzenden Klasse, in abhängige, für Rechnung Anderer arbeitende Proletarier, in Mitglieder der besitzlosen Klasse verwandelt werden. Der Ruin der Mittelklasse ist eine vielbeklagte Folge unserer vielgepriesenen Gewerbefreiheit, er ist ein notwendiges Resultat der Vorteile, die der große Kapitalist über seinen weniger besitzenden Konkurrenten hat, er ist das energischste Lebenszeichen der Tendenz des Kapitals, sich in wenig Händen zu konzentrieren. Diese Tendenz des Kapitals ist ebenfalls von vielen Seiten anerkannt; es wird allgemein darüber geklagt, daß sich der Besitz täglich mehr und mehr in den Händen Weniger anhäufe, und dagegen die große Mehrzahl der Nation mehr und mehr verarme. So entsteht denn der schroffe Gegensatz von wenigen Reichen auf der einen, und vielen Armen auf der anderen Seite; ein Gegensatz, der in England und Frankreich bereits auf eine drohende Spitze gesteigert ist und auch bei uns sich mit jedem Tage zu größerer Schärfe entwickelt. Und so lange die jetzige Basis der Gesellschaft beibehalten wird, so lange wird es unmöglich sein, diesem Fortschritt der Bereicherung weniger Einzelnen und der Verarmung der großen Masse Einhalt zu tun; der Gegensatz wird sich schärfer und schärfer ausbilden, bis endlich die Not die Gesellschaft zu einer Reorganisation nach vernünftigeren Prinzipien zwingt.

Das, meine Herren, sind aber noch lange nicht alle Folgen der freien Konkurrenz. Da ein Jeder auf seine eigne Hand produziert und konsumiert, ohne sich um die Produktion und Konsumtion der Anderen viel zu kümmern, so muß notwendiger Weise sehr bald ein schreiendes Mißverhältnis zwischen der Produktion und der Konsumtion eintreten. Da die heutige Gesellschaft den Kaufleuten, Spekulanten und Krämern die Verteilung der produzierten Güter anvertraut, von denen jeder Einzelne wieder nur seinen eigenen Vorteil im Auge hat, so wird in der Austeilung – auch abgesehen von der Unmöglichkeit für den Besitzlosen, sich den genügenden Anteil zu verschaffen – so wird in der Austeilung der Produkte dasselbe Mißverhältnis eintreten. Wo hat der Fabrikant die Mittel zu erfahren, wie viel von seinem Fabrikat auf diesem und jenem Markte gebraucht, und wenn er dies erfahren könnte wieviel dann von seinen Konkurrenten nach jedem dieser Märkte geschickt wird? Wie soll er, der in den meisten Fällen gar nicht einmal weiß, wohin die Ware gehen wird, die er eben fabriziert – wie soll er nun gar wissen können, wieviel seine auswärtigen Konkurrenten nach jedem der betreffenden Märkte liefern werden? Er weiß von dem Allem Nichts, er fabriziert, wie seine Konkurrenten, in’s Blaue hinein und tröstet sich damit, daß die Anderen dies eben auch tun müssen. Er hat keine andere Richtschnur, als den ewig schwankenden Stand der Preise, der bei entfernten Märkten im Augenblicke, wo er seine Ware absendet, schon ein ganz anderer ist, als in dem Augenblicke, in dem der ihn darüber unterrichtende Brief geschrieben wurde, und der im Augenblicke, wo die Ware ankommt, wieder anders ist, als im Augenblicke, wo sie abgesandt wurde.

Bei einer solchen Regellosigkeit der Produktion ist es denn auch ganz natürlich, wenn jeden Augenblick Stockungen des Verkehrs eintreten, die natürlich um so bedeutender sein müssen, je fortgeschrittener die Industrie und der Handel eines Landes ist. Das Land der ausgebildetsten Industrie, England, bietet uns daher hier die schlagendsten Beispiele. Durch die Ausbildung des Verkehrs, durch die vielen Spekulanten und Kommissionäre, die sich hier zwischen den produzierenden Fabrikanten und die wirklichen Konsumenten eingedrängt haben, wird es dem englischen Fabrikanten noch viel schwieriger gemacht, als dem deutschen, auch nur das Geringste über das Verhältnis der Vorräte und der Produktion zur Konsumtion zu erfahren; er hat dazu fast alle Märkte der Welt zu versorgen – er erfährt fast in keinem einzigen Falle, wohin seine Ware geht, und so findet es sich bei der ungeheuren Produktionskraft der englischen Industrie sehr häufig, daß alle Märkte plötzlich überfüllt sind. Der Verkehr stockt, die Fabriken arbeiten halbe Zeit oder gar nicht, eine Reihe von Fallissementen tritt ein, die Vorräte müssen zu Spottpreisen losgeschlagen werden, und ein großer Teil des Kapitals, das mit Mühe gesammelt war, geht so durch eine solche Handelskrisis wieder verloren. Solcher Handelskrisen haben wir in England seit dem Anfange dieses Jahrhunderts eine ganze Reihe und in den letzten zwanzig Jahren alle fünf oder sechs Jahre eine gehabt.

Die letzten, die von 1837 und 1842, werden den meisten von Ihnen, meine Herren, noch deutlich in Erinnerung sein. Und wenn unsere Industrie auch so großartig, unser Absatz so weitverzweigt wäre, wie die lndustrie und der Handel Englands, so würden wir dieselben Resultate erleben, während jetzt bei uns die Wirkung der Konkurrenz in der Industrie und im Verkehr in einer allgemeinen, dauernden Depression aller Geschäftszweige, in einem unglückseligen Mittelzustande zwischen entschiedener Blüte und gänzlichem Verkommen, in einem Zustande der gelinden Stockung, d. h. der Stabilität, sich fühlbar macht.

Meine Herren, was ist der eigentliche Grund dieser Übelstände? Woraus entspringt der Ruin der Mittelklasse, der schroffe Gegensatz von Arm und Reich, die Stockungen des Verkehrs und die daraus entstehende Verschwendung von Kapital? Aus keiner anderen Ursache, als aus der Zersplitterung der Interessen. Wir arbeiten Alle, ein jeder für seinen eigenen Vorteil, unbekümmert um das Wohl der Anderen, und es ist doch eine augenscheinliche, eine sich von selbst verstehende Wahrheit, daß das Interesse, das Wohl, das Lebensglück jedes Einzelnen mit dem seiner Mitmenschen unzertrennlich zusammenhängt. Wir müssen uns Alle gestehen, daß Keiner von uns seine Mitmenschen entbehren kann, daß schon das Interesse uns Alle aneinander fesselt, und doch schlagen wir dieser Wahrheit mit unseren Handlungen geradezu in’s Gesicht, und doch richten wir unsere Gesellschaft so ein, als ob unsere Interessen nicht dieselben, sondern einander ganz und gar entgegengesetzt wären. Wir haben gesehen, was die Folgen dieses Grundirrtums waren; wollen wir diese schlimmen Folgen beseitigen, so müssen wir den Grundirrtum reformieren, und das beabsichtigt eben der Kommunismus. (…)“

Friedrich Engels: Zwei Reden in Elberfeld. Vorgetragen in Elberfeld am 8. und 15. Februar 1845. ex: Politische Reden. Kommentierte Ausgabe in zwei Bänden; Band I: 1792-1867. Hrsg. Peter Wende (Mitarbeit: Inge Schlotzhauer). Deutscher Klassiker Verlag, Frankfurt am Main 1990.


07.12.2010

Was würde Heine heute lesen ? Mit Sicherheit wikileaks .


26.11.2010

Rettet die Bibliothek Ritman !!!

Express your protest against the dissolution of the Bibliotheca Philosophica Hermetica


25.11.2010

“ (…) Als sie [Heines Mutter] sodann aber mich [H. D. Schiff] fragte was meinen Sie Herr Doctor als Freund von meinem Sohn und Campe; sollten irgend eine Conjunctur ein treten, daß die Werke meines Sohnes schlechter gehen dürften als bisher ? – Hierauf antwortete ich um so entschiedener: Madame Gott schenke mir und Ihnen noch 100 Jahre zu leben. Das ist freilich sehr viel verlangt Indeß ein Literat von meinem Qualiber rechnet auf einen Nachruhm von einem Jahrhundert. Diesen Nachruhm will ich verspielt haben und compromittirt will ich mich haben für das nächste Jahrhundert; wenn nicht von heute bis über hundert Jahre die Bücher Ihres Sohnes gehen werden, wie sie bisher gegangen sind.
Deine Mutter antwortete hierauf mit dem Stolz einer glücklichen Heldengebährerin: Bis über hundert Jahre kann sich auch niemand für Schiller und Goethe verbürgen ! (…)“

Hermann David Schiff an Heine am 17. April 1855 (HSA Bd. 27, S. 303, Brief Nr. 1223).

“(…) Den höchsten Begriff vom Lyriker hat mir Heinrich Heine gegeben. Ich suche umsonst in allen Reichen der Jahrtausende nach einer gleich süßen und leidenschaftlichen Musik. Er besaß eine göttliche Bosheit, ohne die ich mir das Vollkommene nicht zu denken vermag (…)”

Friedrich Nietzsche (KSA, EH, 6, 268)


20.11.2010

Habe soeben einen netten, historischen SPIEGEL-Artikel zum Thema Heine und Düsseldorf gefunden.


19.11.2010

Gegen “Somewhere” von S. Coppola ist Wenders sein “Paris – Texas” ein Actionfilm, schnarch !


16.11.2010

Juchu, kaum noch ein Ehrenamt ! Nur noch ein wenig marelibri. Sonntag geht es zum Jahrestreffen nach Amsterdam.

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*Die neue Sachgebietssuche ist jetzt tagesaktuell und die Bildverlinkung funktioniert.

Wie immer gilt, direkt über uns am günstigsten ! Auch Kreditkartenzahlung ist möglich.

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11.11.2010

Unser Katalog der Heine-Sammlung-Söhn erscheint zu Heines Geburtstag am 13.12.2010.


Die Kollegen der galerie-f.de bieten ein interessante Graphik namens Fette Beute von Helge Leiberg an.


10.11.2010

“ (…) Ich bin noch immer der gefährliche, und auf meine Schweigsamkeit ist am Ende nicht ganz sicher zu rechnen. – Meine Erklärung wird wahrscheinlich zur Folge haben, daß bey einigen Schufte ihre Feigheit offenbar ist – wenn sie sich nicht mit mir schlagen. Lieber Gott, das wäre meine Wonne. Ich glaube diese Sache wird großen Einfluß auf die Schriftwelt haben und die Pöbeley zähmen. (…)“

Heine an Campe am 7. Juli 1841 (HSA Bd. 21, S. 405, Brief Nr. 860).


28.10.2010

“(…) auch den Katalog eines dortigen guten Antiquars wünschte ich zu haben.”

HSA Bd. 23, S. 51 (Brief Nr. 1304) Heine an Campe am 28. September 1850.

“(…) Zugleich bitte ich Sie, mir einen Catalog der Bücher eines dortigen Antiquars zu schicken (…)”

HSA Bd. 23, S. 175 (Brief Nr. 1402) Heine an Campe am 28. Januar 1852.


14.10.2010

Morgen geht’s nach Goch zu B.O.S.S, Vorbesprechung in der Druckerei wegen des Katalogs der Heine Sammlung Söhn. Das Manuskript und die Bilder sind endlich fertig.
Opus magnum … habent sua fata …
Hoffe, daß der Katalog dann “im traurigen Monat November” erscheint.


05.10.2010

“(…) Meine Lippen sind manchmal so lahm,
daß ich ganze Abende schweigend neben meiner Frau am Kamin sitze. Quelle
conversation allemande ! ruft sie dann manchmal seufzend aus. (…)”

Heine an Ferdinand Lassalle am 10. Februar 1846 (HSA Bd. 22, S. 191, Brief Nr. 1116).


15.09.2010

Habe soeben eine interessante Neuerscheinung über den hiesigen, allerdings gewesenenRATINGER HOF für unsere interessierten Kunden bestellt.

Das Buch wird in einer bedruckten Blechkiste geliefert ! Viele viele Photos von echten und gefakten Punks ! Wurde auch online im Spiegel besprochen.



31.08.2010

Neue Spielzeit mit Theater-Stars: Eva Mattes singt Heines Loreley (RP ONLINE, 31.08.2010)


30.07.2010

“(…) Ich benutze diese Gelegenheit, um aufs Bestimmteste zu erklären, daß ich, seit zwey Jahren, in keinem politischen Journal Deutschlands, außer der Allgemeinen Zeitung, eine Zeile drucken lassen. Letztere, die ihre weltberühmte Autorität so sehr verdient und die man wohl die Allgemeine Zeitung von Europa nennen dürfte, schien mir eben wegen ihres Ansehens und ihres unerhört großen Absatzes, das geeignete Blatt für Berichterstattungen, die nur das Verständniß der Gegenwart beabsichtigen.

Wenn wir es dahin bringen, daß die große Menge die Gegenwart versteht, so lassen die Völker sich nicht mehr von den Lohnschreibern der Aristokratie zu Haß und Krieg verhetzen, das große Völkerbündniß, die heilige Allianz der Nazionen, kommt zu Stande, wir brauchen aus wechselseitigem Mißtrauen keine stehenden Heere von vielen hunderttausend Mördern mehr zu füttern, wir benutzen zum Pflug ihre Schwerter und Rosse, und wir erlangen Friede und Wohlstand und Freyheit.

Dieser Wirksamkeit bleibt mein Leben gewidmet; es ist mein Amt. Der Haß meiner Feinde darf als Bürgschaft gelten, daß ich dieses Amt bisher recht treu und ehrlich verwaltet. Ich werde mich jenes Hasses immer würdig zeigen. Meine Feinde werden mich nie verkennen, wenn auch die Freunde, im Taumel der aufgeregten Leidenschaften, meine besonnene Ruhe für Lauheit halten möchten. (…)“

Französische Zustände. Vorrede <18. 10. 1832> (DHA, Bd. 12/1, S. 65)


29.07.2010

twitter-Quatsch:

“Heine ist was für Leute, die Prosa in Versen wollen.”

… und für wen wäre dann Heines Prosa ?


19.07.2010

“(…) Hier ist Alles still, nur daß viele wahnsinnige Deutsche herkommen und mich stören und langweilen. (…)”

Heinrich Heine an Julius Campe am 14. Dezember 1846 (HSA Bd. 22, S. 234, Brief Nr. 1162).


06.07.2010

Schöne Bilder vom Laden und unserem Viertel !


02.07.2010

Revolutionäres Rauchen …

“(…) Ich will dir gern, lieber Leser, bey dieser Gelegenheit ein Geständniß machen, das du eben nicht erwartest. Du meinst vielleicht, der höchste Ehrgeitz meines Lebens hätte immer darin bestanden, ein großer Dichter zu werden, etwa gar auf dem Capitol gekrönt zu werden, wie weiland Messer Francesco Petrarcha … Nein, es waren vielmehr die großen Volksredner, die ich immer beneidete, und ich hätte für mein Leben gern auf öffentlichem Markte, vor einer bunten Versammlung, das große Wort erhoben, welches die Leidenschaften aufwühlt oder besänftigt und immer eine augenblickliche Wirkung hervorbringt. Ja, unter vier Augen will ich es dir gern eingestehen, daß ich in jener unerfahrenen Jugendzeit, wo uns die komödiantenhaften Gelüste anwandeln, mich oft in eine solche Rolle hineindachte. Ich wollte durchaus ein großer Redner werden, und wie Demosthenes deklamirte ich zuweilen am einsamen Meeresstrand, wenn Wind und Wellen brausten und heulten; so übt man seine Lungen und gewöhnt sich dran, mitten im größten Lerm einer Volksversammlung zu sprechen. Nicht selten sprach ich auch auf freyem Felde vor einer großen Anzahl Ochsen und Kühe, und es gelang mir das versammelte Rindviehvolk zu überbrüllen. Schwerer schon ist es vor Schaafen eine Rede zu halten. Bey allem was du ihnen sagst, diesen Schaafsköpfen, wenn du sie ermahnst sich zu befreyen, nicht wie ihre Vorfahren geduldig zur Schlachtbank zu wandern … sie antworten dir, nach jedem Satze mit einem so unerschütterlich gelassenen Mäh! Mäh! daß man die Contenanze verlieren kann. Kurz, ich that alles, um, wenn bey uns einmal eine Revoluzion aufgeführt werden möchte, als deutscher Volksredner auftreten zu können. Aber ach! schon gleich bey der ersten Probe merkte ich, daß ich in einem solchen Stücke meine Lieblingsrolle nimmermehr tragiren kann. Und lebten sie noch, weder Demosthenes, noch Cicero, noch Mirabeau könnten in einer deutschen Revoluzion als Sprecher auftreten: denn bey einer deutschen Revoluzion wird geraucht. Denkt Euch meinen Schreck, als ich in Paris der obenerwähnten Volksversammlung beywohnte, fand ich sämmtliche Vaterlandsretter mit Tabakspfeifen im Maule, und der ganze Saal war so erfüllt von schlechtem Knasterqualm, daß er mir gleich auf die Brust schlug und es mir platterdings unmöglich gewesen wär, ein Wort zu reden …
Ich kann den Tabaksqualm nicht vertragen, und ich merkte, daß in einer deutschen Revoluzion, die Rolle eines Großsprechers in der Weise Börnes et Consorten nicht für mich paßte. Ich merkte überhaupt, daß die deutsche Tribunatskarriere nicht eben mit Rosen, und am allerwenigsten mit reinlichen Rosen bedeckt. So z. B. mußt du allen diesen Zuhörern, »lieben Brüdern, und Gevattern« recht derb die Hand drücken. Es ist vielleicht metaphorisch gemeint, wenn Börne behauptet: im Fall ihm ein König die Hand gedrückt, würde er sie nachher ins Feuer halten, um sie zu reinigen; es ist aber durchaus nicht bildlich, sondern ganz buchstäblich gemeint, daß ich, wenn mir das Volk die Hand gedrückt, sie nachher waschen werde. Man muß in wirklichen Revoluzionszeiten das Volk mit eignen Augen gesehen, mit eigner Nase gerochen haben, man muß mit eignen Ohren anhören, wie dieser souveraine Rattenkönig sich ausspricht, um zu begreifen, was Mirabeau andeuten will mit den Worten: man macht keine Revoluzion mit Lavendelöhl. So lange wir die Revoluzionen in den Büchern lesen, sieht das alles sehr schön aus, und es ist damit wie mit jenen Landschaften, die, kunstreich gestochen auf dem weißen Velinpapier, so rein, so freundlich aussehen,aber nachher, wenn man sie in Natura betrachtet, vielleicht an Grandiosität gewinnen, doch einen sehr schmutzigen und schäbigen Anblick in den Einzelheiten gewähren; die in kupfergestochenen Misthaufen riechen nicht, und der in kupfergestochene Morast ist leicht mit den Augen zu durchwaten. (…)”

Aus: Ludwig Börne. Eine Denkschrift. Drittes Buch. (DHA, Bd. 11, S. 70 f.)


18.06.2010

“(…) Er suchte, wie Odysseus, die Ohren seiner Gefährten zu verstopfen, damit sie den Gesang der Sirenen nicht hören, unbekümmert, daß sie alsdann auch taub wurden für die unschuldigen Töne der Nachtigall. Damit das Feld der Gegenwart nur radikal von allem Unkraut gesäubert werde, trug der praktische Mann wenig Bedenken, auch die Blumen mit auszuräuten. Dagegen erhob sich nun feindlichst die Parthey der Blumen und Nachtigallen, und alles was zu dieser Parthey gehört, Schönheit, Grazie, Witz und Scherz, und der arme Nicolai unterlag.
Jetzt haben sich die Umstände in Deutschland geändert, und eng verbunden mit der Revoluzion ist die Parthey der Blumen und Nachtigallen. Uns gehört die Zukunft, und es dämmert schon der Tag des Sieges. Wenn einst dieser schöne Tag unser ganzes Vaterland überstralt, dann wollen wir auch der Todten gedenken, dann wollen wir auch deiner gedenken, alter Nicolai, armer Martyrer der Vernunft! Wir werden dann deine Reliquien nach dem deutschen Pantheon bringen, im feyerlichen Triumpfzug, begleitet von Musikchören, worunter keine einzige Pickelflöte seyn soll. Auf deinen Sarg aber legen wir den eignen Lorbeerkranz, und zwar indem wir uns dabey des Lachens enthalten. (…)”

“Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland” (DHA, Bd. 8/1, S. 70).

15.06.2010

Heines Kommentar zur “Globalisierung”:

»Die Welt ist rund ! Was nützt es am End,
Zu schaukeln auf müßiger Welle ?
Der Weltumsegler kommt zuletzt
Zurück auf dieselbe Stelle.«

nach DHA, Bd. 2, S. 150, zu: “Zeitgedichte”, hier das Faksimile


11.06.2010

“(…) Aus Haß gegen die Nazionalisten könnte ich schier die Communisten lieben. Wenigstens sind sie keine Heuchler die immer die Religion und das Christenthum im Munde führen; die Communisten, es ist wahr besitzen leider keine Religion (einen Fehler muß doch der Mensch haben) sie sind sogar Atheisten (was gewiß eine große Sünde ist) aber in ihren obersten Prinzipien huldigen sie einem Cosmopolitismus, einer allgemeine Völkerliebe, einem Weltbürgerthum aller Menschen, welches ganz übereinstimmend mit dem Grunddogma des Christenthums daß sie in Wesen und Wahrheit viel kristlicher als unsre deutschen Maulchristen, die das Gegentheil predigen und üben. (…)”

“Lutezia. Berichte über Politik, Kunst und Volksleben. Zur Preface” (DHA, Bd. 13/1, S. 295).


09.06.2010

“(…) Ich kämpfte ohne Hoffnung, daß ich siege (…)”

Heine: Enfant perdü


05.06.2010

“(…) Für Menschen, denen die Erde nichts mehr bietet, ward der Himmel erfunden … Heil dieser Erfindung ! Heil einer Religion, die dem leidenden Menschengeschlecht in den bittern Kelch einige süße, einschläfernde Tropfen goß, geistiges Opium, einige Tropfen Liebe, Hoffnung und Glauben ! (…)”

Heine: Ludwig Börne. Eine Denkschrift. Viertes Buch. (DHA, Bd. 11, S. 103)


04.06.2010

“(…) Ich bin stolz darauf, daß ich einst den Muth besessen weder durch Liebkosung und Intrigue, noch durch Drohung, mich fortreißen zu lassen in Unverstand und Irrsal. Wer nicht so weit geht als sein Herz ihn drängt und die Vernunft ihm erlaubt, ist eine Memme, wer weiter geht, als er gehen wollte, ist ein Sclave.”

Heine: “Französische Maler” (DHA, Bd. 12/1, S. 62).


02.06.2010

“Démocratie

“Le drapeau va au paysage immonde, et notre patois étouffe le tambour.

“Aux centres nous alimenterons la plus cynique prostitution. Nous massacrerons les révoltes logiques.

“Aux pays poivrés et détrempés ! – au service des plus monstrueuses exploitations industrielles ou militaires.

“Au revoir ici, n’importe où. Conscrits du bon vouloir, nous aurons la philosophie féroce ; ignorants pour la science, roués pour le confort ; la crevaison pour le monde qui va. C’est la vraie marche. En avant, route !”

A. Rimbaud: Illuminations

“(…) In den Zentren nähren wir die zynischste Prostitution. Wir werden dann die logischen Revolten massakrieren.
Auf die gepfefferten und aufgeweichten Länder ! – Im Dienst der monströsesten industriellen und militärischen Ausbeutungen. (…)”


31.05.2010

“(…) Es ist fatal daß bey mir der ganze Mensch durch das Büdget regirt wird. Auf meine Grundsätze hat Geldmangel oder Ueberfluß nicht den mindesten Einfluß, aber desto mehr auf meine Handlungen. Ja, großer Moser, der H. Heine ist sehr klein. Wahrlich, der kleine Markus ist größer als ich! Es ist dies kein Scherz, sondern mein ernsthaftester, ingrimmigster Ernst. Ich kann Dir das nicht oft genug widerholen damit Du mich nicht mißt nach dem Maaßstabe Deiner eigenen großen Seele. Die meinige ist Gummi alastik, zieht sich oft ins Unendliche, u verschrumpft oft ins winzige. Aber eine Seele habe ich doch, I am positive I have a soul, so gut wie Sterne [¹]. (…)”

Heine an Moses Moser am 30.September 1823 (HSA Bd. 20, S. 111, Brief Nr. 77).

[¹] Vergl. Anmerkung in der HSA zum o.g. Brief: Lawrence Sterne: A sentimental Journey through France and Italy. Vol. II. 1768. Dort: “I am positive I have a soul; nor can all the books, with which materialists have pestered the world, ever convince me to the contrary.”


29.05.2010

“(…) Das Wetter ist wunderschön, und ich gehe viel spaziren. Meine Haushaltung geht ihren ruhigen Stiefel fort. Meine Frau führt sich gut auf. Führte sie sich nicht gut auf, so würde ich ihr jetzt die Freyheit geben, wie alle Könige ihren Völkern; sie würde dann sehen, was bey der Freyheit herauskömmt. – Du hast keinen Begriff davon, welche Misère jetzt hier herrscht. Die ganze Welt wird frey und bankrott. – Leb wohl ! (…)”

Heine an seine Mutter am 30. März 1848.


28.05.2010

Indirektes, älteres Lob, allerdings soeben erst hier gefunden:
“(…) Selbst im Sommer ohne Gefühl; dass man Bücher so emotionslos in Szene setzt. Muss ja nicht Butzenscheiben/Backsteinromantik sein und drinnen ein Kamin vor der Eichenbibliothek aber so hell und grau?! Eine Galerie, ja, eine Buchhandlung? Wie gesagt, kalt. Ach, das Schnabelewopski. BTW, ich kaufe immer noch gern gegenüber der Maxschule,DAS ist ein Buchladen!”


26.05.2010

“(…) Es hat wirklich den Anschein, als ob jetzt mehr geistige Interessen verfochten würden als materielle, und als ob die Welthistorie nicht mehr eine Räubergeschichte, sondern eine Geistergeschichte seyn solle. Der Haupthebel, den ehrgeitzige und habsüchtige Fürsten zu ihren Privatzwecken sonst so wirksam in Bewegung zu setzen wußten, nemlich die Nazionalität mit ihrer Eitelkeit und ihrem Haß, ist jetzt morsch und abgenutzt; täglich verschwinden mehr und mehr die thörigten Nazionalvorurtheile, alle schroffen Besonderheiten gehen unter in der Allgemeinheit der europäischen Civilisazion, es giebt jetzt in Europa keine Nazionen mehr, sondern nur Partheyen, und es ist ein wundersamer Anblick, wie diese, trotz der mannigfaltigsten Farben sich sehr gut erkennen, und trotz der vielen Sprachverschiedenheiten sich sehr gut verstehen. Wie es eine materielle Staatenpolitik giebt, so giebt es jetzt auch eine geistige Partheypolitik; und wie die Staatenpolitik auch den kleinsten Krieg, der zwischen den zwey unbedeutendsten Mächten ausbräche, gleich zu einem allgemeinen europäischen Krieg machen würde, worin sich alle Staaten, mit mehr oder minderem Eifer, auf jeden Fall mit Interesse, mischen müßten: so kann jetzt in der Welt auch nicht der geringste Kampf vorfallen, bey dem, durch jene Partheypolitik, die allgemein geistigen Bedeutungen nicht sogleich erkannt, und die entferntesten und heterogensten Partheyen nicht gezwungen würden, pro oder contra Antheil zu nehmen. Vermöge dieser Partheypolitik, die ich, weil ihre Interessen geistiger und ihre Ultimae Rationes nicht von Metall sind, eine Geisterpolitik nenne, bilden sich jetzt, eben so, wie vermittelst der Staatenpolitik, zwey große Massen, die feindselig einander gegenüber stehen und mit Reden und Blicken kämpfen. Die Losungsworte und Repräsentanten dieser zwey großen Partheymassen wechseln täglich, es fehlt nicht an Verwirrung, oft entstehen die größten Mißverständnisse, diese werden durch die Diplomaten dieser Geisterpolitik, die Schriftsteller, eher vermehrt als vermindert; doch, wenn auch die Köpfe irren, so fühlen die Gemüther nichts desto weniger was sie wollen, und die Zeit drängt mit ihrer großen Aufgabe. Was ist aber diese große Aufgabe unserer Zeit? Es ist die Emanzipazion. Nicht bloß die der Irländer, Griechen, Frankfurter Juden, westindischen Schwarzen und dergleichen gedrückten Volkes, sondern es ist die Emanzipazion der ganzen Welt, absonderlich Europas, das mündig geworden ist, und sich jetzt losreißt von dem eisernen Gängelbande der Bevorrechteten, der Aristokratie. Mögen immerhin einige philosophische Renegaten der Freyheit die feinsten Kettenschlüsse schmieden, um uns zu beweisen, daß Millionen Menschen geschaffen sind als Lastthiere einiger tausend privilegirter Ritter; sie werden uns dennoch nicht davon überzeugen können, so lange sie uns, wie Voltaire sagt, nicht nachweisen, daß jene mit Sätteln auf dem Rücken und diese mit Sporen an den Füßen zur Welt gekommen sind. Jede Zeit hat ihre Aufgabe und durch die Lösung derselben rückt die Menschheit weiter. Die frühere Ungleichheit, durch das Feudalsystem in Europa gestiftet, war vielleicht nothwendig, oder nothwendige Bedingung zu den Fortschritten der Civilisazion; jetzt aber hemmt sie diese, empört sie die civilisirten Herzen. Die Franzosen, das Volk der Gesellschaft, hat diese Ungleichheit, die mit dem Prinzip der Gesellschaft am unleidlichsten kollidirt, nothwendigerweise am tiefsten erbittert, sie haben die Gleichheit zu erzwingen gesucht, indem sie die Häupter derjenigen, die durchaus hervorragen wollten, gelinde abschnitten, und die Revoluzion ward ein Signal für den Befreyungskrieg der Menschheit. Laßt uns die Franzosen preisen! sie sorgten für die zwey größten Bedürfnisse der menschlichen Gesellschaft, für gutes Essen und bürgerliche Gleichheit, in der Kochkunst und in der Freyheit haben sie die größten Fortschritte gemacht, und wenn wir einst alle, als gleiche Gäste, das große Versöhnungsmahl halten, und guter Dinge sind, – denn was gäbe es Besseres als eine Gesellschaft von Pairs an einem gutbesetzten Tische? – dann wollen wir den Franzosen den ersten Toast darbringen. Es wird freylich noch einige Zeit dauern, bis dieses Fest gefeyert werden kann, bis die Emanzipazion durchgesetzt seyn wird; aber sie wird doch endlich kommen, diese Zeit, wir werden, versöhnt und allgleich, um denselben Tisch sitzen; wir sind dann vereinigt, und kämpfen vereinigt gegen andere Weltübel, vielleicht am Ende gar gegen den Tod – dessen ernstes Gleichheitssystem uns wenigstens nicht so sehr beleidigt, wie die lachende Ungleichheitslehre des Aristokratismus.
Lächle nicht, später Leser. Jede Zeit glaubt, ihr Kampf sey vor allen der wichtigste, dieses ist der eigentliche Glaube der Zeit, in diesem lebt sie und stirbt sie, und auch wir wollen leben und sterben in dieser Freyheitsreligion, die vielleicht mehr den Namen Religion verdient, als das hohle ausgestorbene Seelengespenst, das wir noch so zu benennen pflegen – unser heiliger Kampf dünkt uns der wichtigste, wofür jemals auf dieser Erde gekämpft worden, obgleich historische Ahnung uns sagt, daß einst unsre Enkel auf diesen Kampf herabsehen werden, vielleicht mit demselben Gleichgültigkeitsgefühl, womit wir herabsehen auf den Kampf der ersten Menschen, die gegen eben so gierige Ungethüme, Lindwürmer und Raubriesen, zu kämpfen hatten. (…)”

Aus: Reisebilder. Italien. I. Reise von München nach Genua (DHA, Bd. 7/1, S. 68 ff).


Pfingsten 2010

“(…) Man ißt jetzt sein Brod im Angstschweiße seines Angesichts. Dabey ist schönes Frühlingswetter. Die Bäume werden grün und die Menschen werden blau. – Ich hoffe, daß Ihre Stadt von der Cholera verschont bleibe (…)”

HSA Bd. 21, S. 33, Brief Nr. 399 Heine an Johann Friedrich von Cotta am 11. April 1832


19.05.2010

Heine prägt den Begriff der “Welt-Revoluzion”:

“(…) Aber die Verwirrungen, Verwicklungen und momentanen Nöthen, worinn die Regierung in Folge dieses Treibens gerathen kann, geben den dunkeln Gewalten, die im Verborgenen lauern, das Signal zum Losbruch, und wie immer erwartet die Revoluzion eine parlamentarische Iniziative. Das ensetzliche Rad käme dann wieder in Bewegung, und wir sähen diesmal einen Antagonisten auftreten, welcher der schrecklichste seyn dürfte von allen die bisher mit dem Bestehenden in die Schranken getreten. Dieser Antagonist bewahrt noch sein schreckliches Incognito und residirt wie ein dürftiger Prätendent in jenem Erdgeschoß der offiziellen Gesellschaft, in jenen Katakomben, wo unter Tod und Verwesung das neue Leben keimt und knospet. Communismus ist der geheime Name des furchtbaren Antagonisten, der die Proletarierherrschaft in allen ihren Consequenzen dem heutigen Bourgeoisie-Regimente entgegensetzt. Es wird ein furchtbarer Zweykampf seyn. Wie möchte er enden? Das wissen die Götter und Göttinnen, denen die Zukunft bekannt ist. Nur so viel wissen wir: der Communismus, obgleich er jetzt wenig besprochen wird und in verborgenen Dachstuben auf seinem elenden Strohlager hinlungert, so ist er doch der düstre Held, dem eine große wenn auch nur vorübergehende Rolle beschieden in der modernen Tragödie, und der nur des Stichworts harrt, um auf die Bühne zu treten. Wir dürfen daher diesen Akteur nie aus den Augen verlieren und wir wollen zuweilen von den Dgeheimen Proben berichten, worinn er sich zu seinem Debut vorbereitet. Solche Hindeutungen sind vielleicht wichtiger als alle Mittheilungen über Wahlumtriebe, Partheyhader und Cabinetsintriguen.
(…)
Ich fürchte mich immer im ersten Anfang, wenn ich die Dämonen der Umwälzung entzügelt sehe; späterhin bin ich sehr gefaßt und die tollsten Erscheinungen können mich weder beunruhigen noch überraschen, eben weil ich sie vorausgesehen. Was wäre das Ende dieser Bewegung, wozu Paris wieder wie immer das Signal gegeben? Es wäre der Krieg, der gräßlichste Zerstörungskrieg, der leider die beiden edelsten Völker der Civilisazion in die Arena riefe zu beider Verderben; ich meine Deutschland und Frankreich. England, die große Wasserschlange,die immer in ihr ungeheures Wassernest zurückkriechen kann, und Rußland, das in seinen ungeheuren Föhren, Steppen und Eisgefilden ebenfalls die sichersten Verstecke hat, diese beiden können in einem gewöhnlichen politischen Kriege, selbst durch die entschiedensten Niederlagen, nicht ganz zu Grunde gerichtet werden: – aber Deutschland ist in solchen Fällen weit schlimmer bedroht, und gar Frankreich könnte in der kläglichsten Weise seine politische Existenz einbüßen. Doch das wäre nur der erste Akt des großen Spektakelstücks, gleichsam das Vorspiel.
Der zweite Akt ist die europäische, die Welt-Revoluzion,
der große Zweykampf der Besitzlosen mit der Aristokratie des Besitzes,
und da wird weder von Nazionalität noch von Religion die Rede seyn: nur Ein Vaterland wird es geben, nemlich die Erde, und nur Einen Glauben, nemlich das Glück auf Erden. Werden die religiösen Doktrinen der Vergangenheit in allen Landen sich zu einem verzweiflungsvollen Widerstand erheben, und wird etwa dieser Versuch den dritten Akt bilden? Wird gar die alte absolute Tradizion nochmals auf die Bühne treten, aber in einem neuen Costum und mit neuen Stich- und Schlagwörtern? Wie würde dieses Schauspiel schließen? Ich weiß nicht, aber ich denke, daß man der großen Wasserschlange am Ende das Haupt zertreten und dem Bären des Nordens das Fell über die Ohren ziehen wird. Es wird vielleicht alsdann nur Einen Hirten und Eine Heerde geben, ein freyer Hirt mit einem eisernen Hirtenstabe und eine gleichgeschorene, gleichblökende Menschenheerde ! Wilde, düstere Zeiten dröhnen heran, und der Prophet, der eine neue Apokalypse schreiben wollte, müßte ganz neue Bestien erfinden, und zwar so erschreckliche, daß die älteren Johanneischen Thiersymbole dagegen nur sanfte Täubchen und Amoretten wären. Die Götter verhüllen ihr Antlitz aus Mitleid mit den Menschenkindern, ihren langjährigen Pfleglingen, und vielleicht zugleich auch aus Besorgniß über das eigene Schicksal. Die Zukunft riecht nach Juchten, nach Blut, nach Gottlosigkeit und nach sehr vielen Prügeln. Ich rathe unsern Enkeln, mit einer sehr dicken Rückenhaut zur Welt zu kommen. (…)”

Aus: “Lutezia. Berichte über Politik, Kunst und Volksleben.Zweiter Theil.” (DHA, Bd. 14/1, S. 18 ff)


18.05.2010

Der “Hausvesuv” Mathilde:

“(…) Ich bin in der That sehr krank, vielleicht einem Nervenfieber nahe. Sie haben keinen Begriff davon, was für gemeine Ränke ich hier gegen mich schmieden sehe, wie ich keine Minute Ruhe habe. Dazu kommt, daß mein Hausvesuv, der seit drey Jahren ruhig war, jetzt wieder Feuer speit: Mathilde ist in dem aufgeregtesten Zustand, eine Folge der Hamburger Begebenheit. (…)”

Heine an Johann Hermann Detmold am 13. Januar 1845 (HSA Bd. 22, S. 155, Brief Nr. 1067).


17.05.2010

“(…) Wegen meines gebrochenen Italienischsprechens hielt sie mich im Anfang für einen Engländer; aber ich gestand ihr, daß ich nur ein Deutscher sey. Sie machte sogleich viele geographische, ökonomische, hortologische, klimatische Fragen über Deutschland, und wunderte sich, als ich ihr ebenfalls gestand, daß bey uns keine Zitronen wachsen, daß wir die wenigen Zitronen, die wir aus Italien bekommen, sehr pressen müssen, wenn wir Punsch machen, und daß wir dann aus Verzweiflung desto mehr Rum zugießen. Ach liebe Frau! sagte ich ihr, in unserem Lande ist es sehr frostig und feucht, unser Sommer ist nur ein grünangestrichener Winter, sogar die Sonne muß bey uns eine Jacke von Flanell tragen, wenn sie sich nicht erkälten will; bey diesem gelben Flanellsonnenschein können unsere Früchte nimmermehr gedeihen, sie sehen verdrießlich und grün aus, und unter uns gesagt, das einzige reife Obst, das wir haben, sind gebratene Aepfel. Was die Feigen betrifft, so müssen wir sie ebenfalls, wie die Zitronen und Orangen, aus fremden Ländern beziehen, und durch das lange Reisen werden sie dumm und mehlig; nur die schlechteste Sorte können wir frisch aus der ersten Hand bekommen, und diese ist so bitter, daß, wer sie umsonst bekommt, noch obendrein eine Realinjurienklage anstellt. Von den Mandeln haben wir bloß die geschwollenen. Kurz, uns fehlt alles edle Obst, und wir haben nichts als Stachelbeeren, Birnen, Haselnüsse, Zwetschen und dergleichen Pöbel. (…)”

Aus: Reisebilder. Italien. I. Reise von München nach Genua (DHA, Bd. 7/1, S. 44).


11.05.2010

“(…) Mit der edlen Poeterey beschäftige ich mich noch sehr viel. Ich hoffe bald etwas aufs Theater zu bringen; nicht in Berlin. Diesen Winter erst wird wieder ein Band Dichtungen von mir in Druck erscheinen. Von allen Seiten vernehme ich wie viel über mich (als Dichter) raisonirt worden u wird.
Ob man mich lobt oder tadelt, es rührt mich nicht, ich gehe meinen strengen Weg, den ich mahl als den besten erkannt habe. Einige sagen er führt mich in den Dreck, andere sagen er führe mich nach dem Parnaß, wieder andre sagen er führe direckt in die Hölle. Gleichviel, der Weg ist neu, und ich suche Abentheuer. (…)”

Heine an Ernst Christian August Keller am 1. September 1822 (HSA Bd. 20, S. 56, Brief Nr. 34).


Zum 09. Mai 2010:


König Langohr I.

Bey der Königswahl, wie sich versteht,
Hatten die Esel die Majorität,
Und es wurde ein Esel zum König gewählt.
Doch hört, was jetzt die Chronik erzählt:
Der gekrönte Esel bildete sich
Jetzt ein, daß er einem Löwen glich;
Er hing sich um eine Löwenhaut,
Und brüllte wie ein Löwe so laut.
Er pflegte Umgang nur mit Rossen —
Das hat die alten Esel verdrossen.
Bulldoggen und Wölfe waren sein Heer,
Drob murrten die Esel noch viel mehr.
Doch als er den Ochsen zum Kanzler erhoben,
Vor Wuth die Esel ras’ten und schnoben.
Sie drohten sogar mit Revoluzion!
Der König erfuhr es und stülpte die Kron’
Sich schnell aufs Haupt, und wickelte schnell
Sich in sein muthiges Löwenfell.
Dann ließ er vor seines Thrones Stufen
Die malkontenten Esel rufen,
Und hat die folgende Rede gehalten:

Hochmögende Esel, Ihr jungen und alten!
Ihr glaubt daß ich ein Esel sey
Wie Ihr, Ihr irrt Euch, ich bin ein Leu;
Das sagt mir jeder an meinem Hofe,
Von der Edeldame bis zur Zofe.
Mein Hofpoet hat ein Gedicht
Auf mich gemacht, worin er spricht:
»Wie angeboren dem Kamehle
Die Großmuth des Löwen angeboren –
Es hat dein Herz keine langen Ohren!«
So singt er in seiner schönsten Strophe,
Die jeder bewundert an meinem Hofe.
Hier bin ich geliebt; die stolzesten Pfauen
Wetteifern, mein königlich Haupt zu krauen.
Die Künste beschütz’ ich; man muß gestehn,
Ich bin zugleich August und Mäcen.
Ich habe ein schönes Hoftheater;
Die Heldenrollen spielt ein Kater.
Die Mimin Mimi, die holde Puppe,
Und zwanzig Möpse bilden die Truppe.
Ich hab eine Maler-Akademie
Gestiftet für Affen von Genie.
Als ihren Direktor hab ich in Petto,
Den Raphael des Hamburger Ghetto,
Lehmann vom Dreckwall, zu engagiren;
Er soll mich auch selber porträtiren.
Ich hab’ eine Oper, ich hab’ ein Ballett,
Wo halb entkleidet und ganz kokett
Gar allerliebste Vögel singen
Wo höchst talentvolle Flöhe springen.
Kapellenmeister ist Meyer-Bär,
Der musikalische Millionär;
Jetzt schreibt der große Bären-Meyer
Ein Festspiel zu meiner Vermählungsfeyer.
Ich selber übe die Tonkunst ein wenig,
Wie Friedrich der Große, der Preußenkönig.
Er blies die Flöte, ich schlage die Laute
Und manches schöne Auge schaute
Sehnsüchtig mich an, wenn ich mit Gefühl
Geklimpert auf meinem Saitenspiel.
Mit Freude wird einst die Königinn
Entdecken, wie musikalisch ich bin!
Sie selbst ist eine vollkommene Stute
Von hoher Geburt, vom reinsten Blute.
Sie ist eine nahe Anverwandte
Von Don Quixotes Rozinante;
Ihr Stammbaum bezeugt, daß sie nicht minder
Verwandt mit dem Bayard der Heymonskinder;
Sie zählt auch unter ihren Ahnen
Gar manchen Hengst, der unter den Fahnen
Gottfrieds von Bouillon gewiehert hat,
Als dieser erobert die heilige Stadt.
Vor allem aber durch ihre Schöne
Glänzt sie! Wenn sie schüttelt die Mähne,
Und wenn sie schnaubt mit den rosigen Nüstern,
Jauchzt auf mein Herz, entzückt und lüstern –
Sie ist die Blume und Krone der Mähren,
Und wird mir einen Kronerben bescheeren.
Ihr seht, verknüpft mit dieser Verbindung
Ist meiner Dynastie Begründung.
Mein Name wird nicht untergehn,
Wird ewig in Clios Annalen bestehn.
Die hohe Göttin wird von mir sagen,
Daß ich ein Löwenherz getragen
In meiner Brust, daß ich weise und klug
Regiert, und auch die Laute schlug.

Hier rülpste der König, doch unterbrach er
Nicht lange die Rede und weiter sprach er:
Hochmögende Esel, Ihr jungen und alten!
Ich werd’ Euch meine Gunst erhalten,
So lang’ Ihr derselben würdig seyd.
Zahlt Eure Steuern zur rechten Zeit
Und wandelt stets der Tugend Bahn,
Wie weiland Eure Väter gethan,
Die alten Esel! Sie trugen zur Mühle
Geduldig die Säcke; denn ihre Gefühle,
Sie wurzelten tief in der Religion,
Sie wußten nichts von Revoluzion —
Kein Murren entschlüpfte der dicken Lippe,
Und an der Gewohnheit frommen Krippe
Fraßen sie friedlich ihr tägliches Heu!
Die alte Zeit, sie ist vorbey.
Ihr neueren Esel seyd Esel geblieben,
Doch ohne Bescheidenheit zu üben.
Ihr wedelt kümmerlich mit dem Schwanz,
Doch drunter lauert die Arroganz.
Ob Eurer albernen Miene hält
Für ehrliche Esel Euch die Welt;
Ihr seyd unehrlich und boshaft dabey,
Trotz Eurer demüthigen Eseley.
Steckt man Euch Pfeffer in den Steiß,
Sogleich erhebt Ihr des Eselgeschreys
Entsetzliche Laute! Ihr möchtet zerfleischen
Die ganze Welt, und könnt nur kreischen.
Unsinniger Jähzorn, der alles vergißt!
Ohnmächtige Wuth, die lächerlich ist!
Eu’r dummes Gebreye, es offenbart
Wie viele Tücken jeder Art,
Wie ganz gemeine Schlechtigkeit
Und blöde Niederträchtigkeit
Und Gift und Galle und Arglist sogar
In der Eselshaut verborgen war.

Hier rülpste der König, doch unterbrach er
Nicht lange die Rede und weiter sprach er:

Hochmögende Esel, Ihr jungen und alten!
Ihr seht, ich kenne Euch! Ungehalten,
Ganz allerhöchst ungehalten bin ich,
Daß Ihr so schamlos-widersinnig
Verunglimpft habt mein Regiment.
Auf Eurem Eselsstandpunkt könnt
Ihr nicht die großen Löwen-Ideen
Von meiner Politik verstehen.
Nehmt Euch in Acht! In meinem Reiche
Wächst manche Buche und manche Eiche,
Woraus man die schönsten Galgen zimmert,
Auch gute Stöcke. Ich rath’ Euch, bekümmert
Euch nicht ob meinem Schalten und Walten!
Ich rath’ Euch, ganz das Maul zu halten!
Die Raisoneure, die frechen Sünder,
Die laß ich öffentlich stäupen vom Schinder;
Sie sollen im Zuchthaus Wolle kratzen.
Wird einer gar von Aufruhr schwatzen,
Und Straßen entpflastern zur Barrikade —
Ich laß ihn henken ohne Gnade.
Das hab’ ich Euch, Esel, einschärfen wollen!
Jetzt könnt Ihr Euch nach Hause trollen.

Als diese Rede der König gehalten,
Da jauchzten die Esel, die jungen und alten;
Sie riefen einstimmig: I-A! I-A!
Es lebe der König! Hurrah! Hurrah!


Zugabe:


Die Wahl-Esel

Die Freyheit hat man satt am End’,
Und die Republik der Thiere
Begehrte, daß ein einz’ger Regent
Sie absolut regiere.

Jedwede Thiergattung versammelte sich,
Wahlzettel wurden geschrieben;
Partheysucht wüthete fürchterlich,
Intriguen wurden getrieben.

Das Comité der Esel ward
Von Alt-Langohren regieret;
Sie hatten die Köpfe mit einer Cokard,
Die schwarz-roth-gold, verzieret.

Es gab eine kleine Pferdeparthey,
Doch wagte sie nicht zu stimmen;
Sie hatte Angst vor dem Geschrey
Der Alt-Langohren, der grimmen.

Als einer jedoch die Candidatur
Des Rosses empfahl, mit Zeter
Ein Alt-Langohr in die Rede ihm fuhr,
Und schrie: Du bist ein Verräther!

Du bist ein Verräther, es fließt in dir
Kein Tropfen vom Eselsblute;
Du bist kein Esel, ich glaube schier,
Dich warf eine welsche Stute.

Du stammst vom Zebra vielleicht, die Haut
Sie ist gestreift zebräisch;
Auch deiner Stimme näselnder Laut
Klingt ziemlich egyptisch-hebräisch.

Und wärst du kein Fremdling, so bist du doch nur
Verstandesesel, ein kalter;
Du kennst nicht die Tiefen der Eselsnatur,
Dir klingt nicht ihr mystischer Psalter.

Ich aber versenkte die Seele ganz
In jenes süße Gedöhsel;
Ich bin ein Esel, in meinem Schwanz
Ist jedes Haar ein Esel.

Ich bin kein Römling, ich bin kein Slav’;
Ein deutscher Esel bin ich,
Gleich meinen Vätern. Sie waren so brav,
So pflanzenwüchsig, so sinnig.

Sie spielten nicht mit Galanterey
Frivole Lasterspiele;
Sie trabten täglich, frisch-fromm-fröhlich-frey,
Mit ihren Säcken zur Mühle.

Die Väter sind nicht todt! Im Grab
Nur ihre Häute liegen,
Die sterblichen Hüllen. Vom Himmel herab
Schaun sie auf uns mit Vergnügen.

Verklärte Esel im Gloria-Licht!
Wir wollen Euch immer gleichen
Und niemals von dem Pfad der Pflicht
Nur einen Fingerbreit weichen.
O welche Wonne, ein Esel zu seyn!
Ein Enkel von solchen Langohren!
Ich möcht’ es von allen Dächern schrein:
Ich bin als ein Esel geboren.

Der große Esel, der mich erzeugt,
Er war von deutschem Stamme;
Mit deutscher Eselsmilch gesäugt
Hat mich die Mutter, die Mamme.

Ich bin ein Esel, und will getreu,
Wie meine Väter, die Alten,
An der alten, lieben Eseley,
Am Eselthume halten.

Und weil ich ein Esel, so rath’ ich Euch,
Den Esel zum König zu wählen;
Wir stiften das große Eselreich,
Wo nur die Esel befehlen.

Wir alle sind Esel! I-A! I-A!
Wir sind keine Pferdeknechte.
Fort mit den Rossen! Es lebe, Hurrah!
Der König vom Eselsgeschlechte!

So sprach der Patriot. Im Saal
Die Esel Beyfall rufen.
Sie waren alle nazional,
Und stampften mit den Hufen.

Sie haben des Redners Haupt geschmückt
Mit einem Eichenkranze.
Er dankte stumm, und hochbeglückt
Wedelt’ er mit dem Schwanze.


08.05.2010

“(…) Die Staatsschuld, d.h. die Veräußerung des Staats – ob despotisch, konstitutionell oder republikanisch – drückt der kapitalistischen Ära ihren Stempel auf. Der einzige Teil des sogenannten Nationalreichtums, der wirklich in den Gesamtbesitz der modernen Völker eingeht, ist – ihre Staatsschuld. (…)”

Na, von wem wohl ? Genau, vom analysestarken Karl Marx ! Zu finden im “Kapital”, im 24. Kapitel über “Die sogenannte ursprüngliche Akkumulation”.


“(…) Ich ärgere mich jedesmal, wenn ich die Börse betrete, das schöne Marmorhaus, erbaut im edelsten griechischen Style, und geweiht dem nichtswürdigsten Geschäfte, dem Staatspapierenschacher. Es ist das schönste Gebäude von Paris; Napoleon hat es bauen lassen. In demselben Style und Maaßstabe ließ er Deinen Tempel des Ruhms bauen. Ach, der Tempel des Ruhms ist nicht fertig geworden; die Bourbonen verwandelten ihn in eine Kirche, und weihten diese der reuigen Magdalene; aber die Börse steht fertig in ihrem vollendetsten Glanze und ihrem Einflusse ist es wohl zuzuschreiben, daß ihre edlere Nebenbuhlerinn, der Tempel des Ruhms, noch immer unvollendet und noch immer, in schmählichster Verhöhnung, der reuigen Magdalene geweiht bleibt. Hier, in dem ungeheuren Raume der hochgewölbten Börsenhalle, hier ist es, wo der Staatspapierenschacher, mit allen seinen grellen Gestalten und Mißtönen, wogend und brausend sich bewegt, wie ein Meer des Eigennutzes, wo aus den wüsten Menschenwellen die großen Banquiers gleich Haifischen hervorschnappen, wo ein Ungethüm das andere verschlingt, und wo oben auf der Gallerie, gleich lauernden Raubvögeln auf einer Meerklippe, sogar speculirende Damen bemerkbar sind. Hier ist es jedoch, wo die Interessen wohnen, die in dieser Zeit über Krieg und Frieden entscheiden.
Daher ist die Börse auch für uns Publizisten so wichtig. Es ist aber nicht leicht, die Natur jener Interessen, nach jedem einwirkenden Ereignisse, genau zu begreifen, und die Folgen danach würdigen zu können. Der Kurs der Staatspapiere und des Diskontos ist freylich ein politischer Thermometer, aber man würde sich irren, wenn man glaubte, dieser Thermometer zeige den Siegesgrad der einen oder der anderen großen Fragen, die jetzt die Menschheit bewegen. Das Steigen oder Fallen der Kurse beweist nicht das Steigen oder Fallen der liberalen oder servilen Parthey, sondern die größere oder geringere Hoffnung, die man hegt für die Pazifikazion Europas, für die Erhaltung des Bestehenden, oder vielmehr für die Sicherung der Verhältnisse, wovon die Auszahlung der Staatsschuldzinsen abhängt.
In dieser beschränkten Auffassung, bey allen möglichen Vorkommenheiten, sind die Börsenspekulanten bewunderungswürdig. Ungestört von allen geistigen Aufregungen haben sie ihren Sinn allein auf alles Faktische gewendet, und fast mit thierischem Gefühle, wie Wetterfrösche, erkennen sie, ob irgend ein Ereigniß, das scheinbar beruhigend aussieht, nicht eine Quelle künftiger Stürme seyn wird, oder ob ein großes Mißgeschick nicht am Ende dazu diene, die Ruhe zu konsolidiren. Bey dem Falle Warschaus frug man nicht: Wie viel Unheil wird für die Menschheit dadurch entstehen? sondern: Wird der Sieg des Kantschus die Unruhestifter, d. h. die Freunde der Freyheit, entmuthigen? Durch die Bejahung dieser Frage stieg der Kurs. Erhielte man heute an der Börse plötzlich die telegraphische Nachricht, daß Hr. Talleyrand an eine Vergeltung nach dem Tode glaube, so würden die französischen Staatspapiere gleich um zehn Procent fallen; denn man könnte fürchten, er werde sich mit Gott zu versöhnen suchen, und dem Ludwig Philipp und dem ganzen Juste-milieu entsagen, und sie sakrifiziren, und die schöne Ruhe, deren wir jetzt genießen, aufs Spiel setzen. Weder Seyn noch Nichtseyn, sondern Ruhe oder Unruhe, ist die große Frage der Börne. Danach richtet sich auch der Diskonto. In unruhiger Zeit ist das Geld ängstlich, zieht sich in die Kisten der Reichen, wie in eine Festung, zurück, hält sich eingezogen; der Diskonto steigt. In ruhiger Zeit wird das Geld wieder sorglos, bietet sich preis, zeigt sich öffentlich, ist sehr herablassend; der Diskonto ist niedrig.
So ein alter Louisd’or hat mehr Verstand als ein Mensch, und weiß am besten, ob es Krieg oder Frieden giebt. Vielleicht durch den guten Umgang mit Geld haben die Leute der Börse ebenfalls eine Art von politischem Instinkte bekommen, und während in der letzten Zeit die tiefsten Denker nur Krieg erwarteten, blieben sie ganz ruhig und glaubten an die Erhaltung des Friedens. Frug man einen derselben nach seinen Gründen, so ließ er sich, wie Sir John, keine Gründe abzwingen, sondern behauptete immer: Das ist meine Idee. (…)”

Heine in: “Französische Zustände” ( DHA, Bd. 12/1, S. 112 ff).


07.05.2010

“(…) Und, O! sie werden jetzt wieder, nach wie vor, alle Früchte des Volksfleißes in ihren eigenen Säckel hineinverwalten, sie werden als regierende Kornjuden die Preise ihres Getreides in die Höhe treiben, John Bull wird vor Hunger mager werden, er wird endlich für einen Bissen Brod sich leibeigen selbst den hohen Herren verkaufen, sie werden ihn vor den Pflug spannen und peitschen, er wird nicht einmal brummen dürfen, denn auf der einen Seite droht ihm der Herzog
von Wellington mit dem Schwerte, und auf der andern Seite schlägt ihn der Erzbischof von Canterbury mit der Bibel auf den Kopf – und es wird Ruhe im Lande seyn.
Die Quelle jener Uebel ist die Schuld, the national debt, oder wie Cobbett sagt, the kings debt. Cobbett bemerkt nemlich mit Recht: während man allen Instituten den Namen des Königs voransetzt, z. B. the kings army, the kings navy, the kings courts, the kings prisons etc., wird doch die Schuld, die eigentlich aus jenen Instituten hervorging, niemals the kings debt genannt, und sie ist das Einzige, wobey man der Nazion die Ehre erzeigt, etwas nach ihr zu benennen.
Der Uebel größtes ist die Schuld. Sie bewirkt zwar, daß der englische Staat sich erhält, und daß sogar dessen ärgste Teufel ihn nicht zu Grunde richten; aber sie bewirkt auch, daß ganz England eine große Tretmühle geworden, wo das Volk Tag und Nacht arbeiten muß, um seine Gläubiger zu füttern, daß England vor lauter Zahlungssorgen alt und grau und aller heiteren Jugendgefühle entwöhnt wird, daß England, wie bey starkverschuldeten Menschen zu geschehen pflegt, zur stumpfsten Resignazion niedergedrückt ist, und sich nicht zu helfen weiß – obgleich 900,000 Flinten und eben so viel Säbel und Bajonette im Tower zu London aufbewahrt liegen.
(…) Wie heißt aber die große Sorge, die Englands Ministern Tag und Nacht im Gehirne wühlt und sie tödtet? Sie heißt: the debt, die Schuld.
Schulden, eben so wie Vaterlandsliebe, Religion, Ehre u.s.w. gehören zwar zu den Vorzügen des Menschen – den die Thiere haben keine Schulden – aber sie sind auch eine ganz vorzügliche Qual der Menschheit, und wie sie den Einzelnen zu Grunde richten, so bringen sie auch ganze Geschlechter ins Verderben, und sie scheinen das alte Fatum zu ersetzen in den Nazionaltragödien unserer Zeit. England kann diesem Fatum nicht entgehen, seine Minister sehen die Schrecknisse herannahen, und sterben mit der Verzweiflung der Ohnmacht. (…)”

Heine in: “ Englische Fragmente“.

“(…) Mein Brief würde zu lang werden, wenn ich Ihnen ausführlich erzählen wollte wie sehr hier Ihre Tragödien gefallen, wie sie gepriesen worden, kritisirt und getadelt – von Dichterlingen. Letztere sind die natürlichen Feinde der guten Dichter, und dieses Geschmeiß wird nicht ermangeln Ihren schönen Lorbeer anzufressen. Sie haben bis jetzt noch das besondere Glück gehabt daß, in dem obskuren Münster, Ihre Persönlichkeit den meisten verborgen war. Aber wo der wahre Dichter auch sey, er wird gehaßt und angefeindet, die Pfennigsmenschen verzeihen
es ihm nicht daß er etwas mehr seyn will als sie, und das höchste was er erreichen kann ist doch nur ein Martyrthum. (…)”

Heine an Karl Immermann am 24. Dezember 1822 (HSA Bd. 20, S. 59, Brief Nr. 37).


05.05.2010

“(…) Nie haben die Götter, oder vielmehr der liebe Gott (wie ich jetzt zu sagen pflege), einen Menschen ärger heimgesucht. Nur zwey Tröstungen sind mir geblieben und sitzen kosend an meinem Bette: meine französische Hausfrau und die deutsche Muse. Ich knittele sehr viel Verse, und es sind manche darunter, die wie Zauberweisen meine Schmerzen kirren, wenn ich sie für mich hin summe. Ein Poet ist und bleibt doch ein Narr ! (…)”

Heine an Campe am 30. April 1849 (HSA Bd. 22, S. 312, Brief Nr. 1265).


04.05.2010

“(…) Die griechischen Angelegenheiten sind hier, wie überall, tüchtig durchgesprochen worden, und das Griechenfeuer ist ziemlich erloschen. Die
Jugend zeigte sich am meisten enthousiastisch für Hellas; alte, vernünftigere Leute schüttelten die grauen Köpfe. (…)”

“Briefe aus Berlin. Zweyter Brief.” (DHA, Bd. 6, S. 31)

“(…) Und ich saß noch ruhig auf weißer Dühne,
Am einsamen Strand,
Und ich las das Lied vom Odüsseus,
Das alte, ewig junge Lied,
Aus dessen meerdurchrauschten Blättern
Mir freudig entgegenstieg
Der Athem der Götter,
Und der leuchtende Menschenfrühling,
Und der blühende Himmel von Hellas. (…)”

Aus: “Poseidon” (in “Die Nordsee”).


03.05.2010

Ein großartiger Brief an Heine:

“(…) Seit ich Ihnen zulezt, vor fast 2 Jahren, von Angostura schrieb, wagte ich
nicht mehr, einen Brief an Sie abzusenden, denn ich dachte mir, daß die Reise
Abentheuer eines Menschen der gesund in der Welt umherläuft, einen Kranken
fast unangenehm berühren könnten. Ist es Ihnen aber recht, so besuche ich
Sie nächstens wieder in Paris und erzähle Ihnen dann meine Weltfahrt, was
jedenfalls eine gescheidtere Anwendung des Gesehenen und Gehörten ist, als
wenn ich wie andere Reisende ein dickes Buch darüber schriebe.
Ja, ich werde Sie in die Regionen des sogenannten ewigen Frühlings führen.
Sie reisen mit mir über die Virginischen Inseln und über die Antillen. Wir
halten auf San Domingo und auf Cuba und fahren durch den Golf von Mexico
nach Vera Cruz. Von dort reisen wir auf das Hochland, setzen uns auf den
Popocatepetl und blicken hinab in das Reich des Montezuma. Da blitzen die
Seen und da säuseln im Park von chapultepec die alten Cedern der Azteken.
Wir reisen weiter durch Kaktus Wildnisse und über ausgebrannte Vulkane.
Wir steigen in die Silberbergwerke von Rajas und gehen dann auf die große
Messe von San Juan de Lagos, dem Sammelplatz aller mexikanischen Pferde-
händler, Spieler und Diebe. Während bei einem Stiergefechte die Mexikaner
hinabschauen auf die röchelnden Toros, blickt ein stummer Indianer hinab
auf die Köpfe der Mexikaner und wählt die Scalpe welche er bei der Heimkehr
nach Zacatecas oder Durango davonzutragen denkt. Denn jenseit Guadalajara
verändern sich Sitten und Gewohnheiten – der Kutscher Lieblich aus Halle,
der kühnste Mann in Mexico, fährt uns mit zehn wilden Pferden, eine Treppe,
1500 Fuß tief hinab in die große Quebrada, wo wir gegen alles Erwarten mit
heilen Rippen ankommen. Wir reisen weiter, bis Tepic, wo gerade ein Pfaffe
mit der Monstranz zu einem Sterbenden fährt, begleitet von 6 Musikanten,
welche die Polka der Henriette Sontag spielen –
Das Hochland geht nun zu Ende. Von den Bergen gerathen wir in Sümpfe
und Lagunen; in den Zweigen wiegen sich bunte Papagein und im Kothe
wälzen sich 16 Fuß lange Krokodile. Sandflöhe beißen uns wie ein böses
Gewissen – da blitzt es plötzlich durch die Blätter wilder Bananen: es ist
der Große Ocean! und wir nehmen feierlich von ihm Beschlag für uns selbst
und alle unsre Nachkommen.
Zu Schiffe fahren wir nach San Francisco und reisen den Stanislaus River
hinauf in das Innere von Kalifornien. Wie in Deutschland die Leute bei der
Kartoffel Ärnte, so finden wir hier die Völker der Erde im Schmutze liegen
und Gold suchen und wenn wir Abends in eine Schenke treten, da sehen wir
die zweifelhaften Gesellen, welche dem Strafwerkhaus der Heimath vorbei-
liefen. Diestelhüber betrügt im Kartenspiel. Schinderhannes der jüngere
küßt eine Chinesin. Ueber dem Schenktisch hängen lebensgroße Parodien
titianischer Nuditäten und die ganze Wirthschaft duftet nach der Menagerie
eines Van Aken. Aber die Scene ändert sich, wenn wir aus den Minen Distrikten
in die Ebene des Sacramento gelangen. Herrliche Weizenfelder biegen sich
im leisen Westwind, freundliche Farm-Häuser blicken aus dem Grün der
Erlen und wir freuen uns, daß es auch Leute giebt welche ein Land bebauen,
das an Fruchtbarkeit den schönsten Thälern des Rheins und der Loire gleich
steht.
Da es zu kalt ist, um nach Oregon hinaufzufahren, so reisen wir südlich
mit dem Steamer nach Panamá und fliegen auf der Eisenbahn durch den tropi-
schen Urwald des berühmten Isthmus. Hier herrscht Ran Runnels, der Ver-
einigten Staaten Commercial Agent. Er hat eben einige Kerle einfangen lassen,
die von Carthagena herüberspekulirten und ganze Koffer und Kisten ver-
schwinden machten. Ran Runnels liest ihnen einen Abschnitt aus der Heiligen
Schrift vor, stellt sie an die nächste Palme und fünf Minuten nachher werden
die Erschossenen am Fuße des Baumes begraben.
Wenn wir aus dem Hafen von Colon in See gehen, so begegnet uns vielleicht
ein Schiff mit Indianern aus Yucatan, denn Indianer und Chinesen werden
jezt mit hoher großbritannischer Bewilligung als Ersatz für die emancipirten
Schwarzen nach den westindischen Kolonien gebracht. Der Kontrakt, ob-
gleich er nicht von dem alten Wilberforce unterzeichnet ist, soll übrigens in
Ordnung sein. Ein Chinese muß 8 Jahre arbeiten und erhält dann 500 Piaster;
er darf in dieser Zeit seinen Herrn nicht wechseln, aber – er darf geprügelt
werden. Wahrscheinlich ist es, daß weder Indianer noch Chinesen in West-
indien 8 Jahre älter werden. Wer bekommt dann die 500 Piaster? Wahrschein-
lich weitläuftige Anverwandte in China oder in Yucatan – – die Engländer
werden das mit ihrem Gotte ausmachen; wir fahren nach Neu Granada.
Wir fahren den Magdalenen-Strom hinauf und bei der Vuelta de la madre de
dios nehmen wir Maulesel und reiten den Pic von Tolima entlang und nach
20 Tagen erreichen wir die große Hochebne der östlichen Kordilleren und die
alte Hauptstádt Columbiens: Santa Fé de Bogotá. Dort am Ende der Welt,
wo wir von dem Saume der Hochebne hinabschaun in die waldigen Fluß
Gebiete des Meta, des Guariare und des Orinoco, in Flächen, welche die Popu-
lation von ganz Europa mehr als ein Mal fassen und ernähren können, auch
in diesem Paradiese finden wir die Menschen, wie in den gedrängten Gassen
einer europäischen Stadt, in nie endendem Streite. In den Straßen Bogotás
erheben sich Barrikaden wie in den Straßen von Paris und Lyon, die Sturm-
glocken lärmen von den Kirchen herab, die Kugeln pfeifen und hohnlachend
drängen sich die Sambos, diese Mischlinge von Schwarzen und Indianern,
in die tolle farce, in diesen Kampf der Weißen mit den Weißen.
Haben Sie schon einen Sambo lachen sehen? Haben Sie schon das Grinsen
eines Sambo genau beobachtet? Das ist ein vortreffliches Gemisch von afri-
kanischer Wuth und von indianischer Todesverachtung. Doch wir retten uns
aus diesem Scandal und fahren wieder den Fluß hinab. Im Walde singen die
Tiger und die Brüll Affen die pièce aus der Wolfsschlucht, während der Mond
über die Wipfel der Palmen und der Cedern lustwandelt und unser Nachen
ruhig dahingleitet auf den schwarzen Wellen.
Wir verlassen jezt den Norden der Linie und fahren die Westküste hinab.
Von Guayaquil reiten wir auf die Hochebne von Quito und es versteht sich
von selbst, daß wir den Chimborazo besteigen und uns dort mit Schneebällen
werfen und Schneewasser und Cognac trinken auf das Wohlsein aller andern
schönen Berge, auf die Gesundheit des Libanon, des Popocatepetl und des
Blocksberg. Zu unserm speziellen Vergnügen überrascht uns der Cotopaxi
durch eine außerordentliche Vorstellung: Pech, Schwefel und Steine speiend
und es thut uns ungemein leid, daß wir keine Naturforscher sind, um dieses
Ereigniß zu Protokol zu nehmen und in der Augsburger Allgemeinen ge-
bührend zu kritisiren.
Im Uebrigen gefällt uns die Westküste durchaus nicht; hätte Lavater die
Phisiognomie dieser Küste studirt, so würde er gesagt haben, daß sie sehr
trocken aussähe; und er hätte recht gehabt.
Nur in Lima freuen wir uns wieder unsres Lebens, obgleich die Frauen-
zimmer so zierlich und klein sind, daß wir sie oft Nachts im Bette verlieren
und dem redlichen Finder erst ein Erkleckliches versprechen müssen, ehe wir
wieder zu unserm bessern Selbst kommen. Wie immer sorgen die Peruaner
für die gehörige Abwechslung in den öffentlichen Amusements, so daß wir,
wie ich neulich, am Tage der Ankunft ein bedeutendes Erdbeben, am zweiten
Tage eine Revolution und am dritten Tage einen Brand über unsern Köpfen
im Hotel haben können.
Ich glaubte in der That damals, ich sei in Paris. Aber das beste von ganz
Peru sind die Chincha Inseln. Diese müssen wir besuchen; sie liegen ganz in
der Nähe. Seit Jahrtausenden hat sich hier Guano angesammelt, jener Dünger
der Vögel, der jetzt in ganzen Schiffsladungen nach Europa und den States
versandt wird und eigentlich die Haupt Einnahme Perus bildet. Hat es je für
Philosophen einen würdigern Gegenstand des Nachdenkens gegeben als diesen
Vogeldreck! Das alte Reich der Inkas mit allen seinen Schätzen ist unter der
Herrschaft der spanischen Raçe so arm geworden, daß das heutige Peru aus
allen Fugen gehen würde, wenn diese letzte Stütze nicht da wäre: der Vogeldreck!
Von Peru reisen wir nach Chile und durchstreifen die Trauben- und Pfir-
sich Gärten von Santiago. Abermals satteln wir dann unsre Maulthiere und
reiten über die Kordilleren nach der wunderbarsten aller Städte, nach dem ver-
schollenen Mendoza. Hier sind wir im Himmel. Wir säen nicht und wir erndten
nicht und unser himmlischer Vater ernährt uns doch. Von den Gebirgen rauscht
das krystallene Wasser der Gletscher, in den weiten Grasflächen weiden zahl-
lose Pferde und Rinder, die Gärten blühen und bringen Früchte und die Men-
schen essen, trinken und sind glücklich. Als ich neulich in Mendoza war,
beschäftigte man sich mit der Provincial-Gesetzgebung. Bisher hatten, wie ich
glaube, eigentlich keine Gesetze existirt. Die Aushebung der Steuern war nun
die Hauptfrage und nachdem man sich vielfach über die Ressourçen dieses
Theiles der argentinischen Konfederation berathen hatte, beschloß man eine
Besteuerung der – Hunde.
Von Mendoza aus durchreitet man die Pampas und wen die Indianer unter-
wegs nicht tod schlagen, der kann in 14 Tagen Buenos Ayres erreichen.
Ich selbst habe bis zu diesem Punkte meine Reise glücklich fortgesetzt und
wenn mir die Götter eine baldige Heimkehr vergönnen, so werde ich Ihnen
auch Brasilien schildern und ein vollständiges Bild des amerikanischen Kon-
tinentes entwerfen können.
Wie bunt und toll ist dieses amerikanische Leben! Wenn man auf der Höhe
der Kordilleren steht und die Gewässer sieht die von den Gletschern hinab-
stürzen, um westlich dem Stillen Meere zuzufließen und östlich nach langer
Reise in den Atlantic zu fallen – ja, wenn man sieht, wie einfach und groß-
artig in der Werkstätte der Natur für diese unabsehbaren, sonnenbestrahlten
Flächen gesorgt wird; da begreift man nicht, wie das alte Europa seine tausend
Verkehrtheiten auch in diesem neuen Welttheil fortsetzen mag und warum
die Dinge sich hier nicht friedlicher und schöner entwickeln als daheim.
Aber es scheint, daß erst ganze Raçen untergehen und neue entstehen müs-
sen, ehe das Leben der Völker sich regelt. Während in der nördlichen Hälfte
Amerikas das weiße angelsächsische Blut das entschiedene Uebergewicht hat,
bildet sich namentlich seit der Emancipation der Sclaven in dem südlichen
Amerika eine seltsame Bevölkerung aus den Trümmern aristokratischer
Spanier, jovialer Neger und melancholischer Indianer.
In Westindien berühren sich diese Gegensätze, und ich glaube daß die Havana
das Feld sein wird, auf welchem die großen Konflikte der neuen Welt zunächst
ausgefochten werden. (…)”

Georg Weerth an Heinrich Heine am 1. April 1855 (HSA Bd. 27, S. 292, Brief Nr. 1216).


26.04.2010

“SA, SS, Militär, HJ undsoweiter: die Menschen sind nie lästiger, als wenn sie
Soldaten spielen. (Kommt bei ihnen wohl periodisch in jedem Jahrzwanzicht,
ungefähr wie Malaria, neuerdings noch schneller). Am Ende sind doch immer die
Schlimmsten Meister, das heißt: Vorgesetzte, Chefs, Direktoren, Präsidenten,
Generale, Minister, Kanzler.
Ein anständiger Mensch schämt sich, Vorgesetzter zu sein !”

Arno Schmidt: Aus dem Leben eines Fauns, 1953, BA I/1, 304


24.04.2010

“(…) Den 31 August heurathete ich Mathilde Creszentia Mirat, eine hübsche junge Person mit der ich mich schon länger als sechs Jahr tagtäglich zanke. (…)”

Heine an seine Schwester am 13. September 1841 (HSA Bd. 21, S. 423, Brief Nr. 882).


20.03.2010

“(…) Ich habe dieser Tage mit großem Vergnügen dero geneigte Zuschrift erhalten, worin Sie mir Anzeige machten, daß ich über das Provenü des Rückkäufers um 100 Akzien, womit Sie mich bey Ihrer Bank betheiligt, verfügen könne, und daß Sie bereit wären mir diesen Betrag in einer Tratte auf Ihr hiesiges Haus zu remittieren. Indem ich Sie, Herr Baron, bitte in letzterer Weise zu verfahren, sage ich Ihnen meinen wahrhaftesten Dank für dieses Geschenk, ich sage Geschenk, denn ich hege nicht jenen kleinen Bettelstolz der nicht gern die Sache bey ihrem rechten Namen nennt, obgleich ich dennoch eingestehe, daß Sie durch die merkantilische Fikzion womit Sie Ihr Geschenk bekleiden mich doppelt verpflichtet und erfreut haben; ich sehe darin ein Zeichen der Achtung für einen Poeten und zugleich ein Zeichen Ihrer Pietät für den Geist überhaupt, den selbst der Hochgestellte nie verletzt ohne dadurch zu beurkunden, daß er nicht zur Parthey der Geister gehört. Wie wenig verstehen zumal die Neo-Millionäre die Kunst des Gebens! Jedes Mal wenn sie
uns ein Stück Geld zuwerfen, werfen sie uns zugleich ein Loch in den Kopf; denn sie wissen die feineren Köpfe, die leicht wundbar, nicht zu unterscheiden von dem dicken Hirnschädel des Pöbels, der alles verträgt. Ja die Kunst des schönen Gebens wird in unserer Zeit immer seltener, in demselben Maße wie die Kunst des plumpen Nehmens, des rohen Zugreifens täglich allgemeiner
gedeihet, daher nochmals meine Danksagung, Herr Baron, für Gabe und Form des Gebens, so wie überhaupt für den Antheil an meinem traurigen Leibeszustand der sich in Ihrem Briefe so liebreich und gefühlvoll ausspricht. (…)”

Heinrich Heine an Anselm von Rothschild am 30. Dezember 1855 (HSA Bd. 23, S. 474, Brief Nr. 1729).


18.03.2010

“(…) Gottlob, daß ich bei all meinem Leid sehr heitern Gemüthes bin, und die lustigsten Gedanken springen mir durchs Hirn. Meine Phantasie spielt mir in schlaflosenNächten die schönsten Comödien und Possen vor, und zu meinem Glück ist auch meine Frau sehr heiterer Stimmung. (…)”

Heinrich Heine an Julius Campe am 12. Oktober 1854.


17.03.2010

“(…) Die verbündeten Mittelmäßigkeiten mögen immerhin die Gevatterschaft schonen; ich gehöre zu keiner solchen Companeia, die einander trägt und belorbeert, und Schuld daran ist, daß die tüchtigsten Kerle in Deutschland nicht aufkommen und beachtet werden können. Es mag Sie daher nicht befremden, wenn ich mit manchen Leuten nichts zu schaffen haben will, die momentan meinem Buche nützlich seyn könnten, aber später mit widerwärtigen Ansprüchen mich belästigen dürften; und es mag Sie noch weniger befremden, wenn von solcher Seite aus an meinem Buche dieselben Treulosigkeiten ausgeübt werden, die wir schon früher erfahren. Es gilt, treu und ehrlich gegen sich selber seyn, und man kommt dann schon zum Ziele, wenn auch etwas später. (…)”

Heine am 3. August 1854 in einem Brief an Campe. (HSA Bd. 23, S. 358, Brief Nr. 1569)


15.03.2010

“(…) Ich habe heute schon einen Centner Opium verschluckt und bin sehr schläfrig. (…)”

Heine am 3. August 1854 in einem Brief an Campe.


06.03.2010

Eine der ersten überlieferten Zeilen aus einem Brief an den Freund Christian Sethe klingt recht modern:

“(…) Wie geht’s Dir Alter? (…)”

HSA Bd. 20, S. 17, Brief Nr. 2 Heinrich Heine an Christian Sethe am 6. Juli 1816.

Eine der letzten Zeilen Heines an Alexander von Humboldt im Februar 1856:

“Dem großen Alexandros sendet seinen letzten Gruß der sterbende H. Heine.”

Humboldt vermerkte auf der Rückseite: »Das letzte, was ich von Heine erhalten. Februar
1856« und schenkte die Zeilen Varnhagen.

(Zitiert nach der HSA Bd. 23, S. 482, Brief Nr. 1747 und die zugehörige Erläuterung.)


05.03.2010

“(…) Ich lebe sehr still. Das Corpus Juris ist mein Kopfkissen. Dennoch treibe ich noch manches andre z. B. Chronikenlesen und Biertrinken. Die Bibliothek u der Rathskeller ruiniren mich. Auch die Liebe quält mich. Es ist nicht mehr die frühere, die einseitige Liebe zu einer Einzigen. Ich bin nicht mehr Monotheist in der Liebe, sondern wie ich mich zum Doppelbier hinneige, so neige ich mich auch zu einer Doppelliebe. Ich liebe die Medizäische Venus, die hier auf der Bibliothek steht, u die schöne Köchinn des Hofrath Bauer. Ach! und bei beyden liebe ich unglücklich! Die eine ist von Gyps und die andre ist venerisch. Oder ist letzteres etwa Verläumdung? Je le trouverai. Ich habe mir gestern Abend bey der neuen Putzhändlerinn ½ dutzend Gondons [¹] anmessen lassen, u zwar von veilchenblauer Seide[²], – Zu allem Glück, werde ich in diesem Augenblicke gestört. (…)”

[¹] “Gondons – Eigentl.: Condoms, die nach einem englischen Arzt des 18. Jahrhunderts benannten Präservativs.”

[²] “von veilchenblauer Seide – Anspielung auf das bekannte »Lied der Brautjungfern« aus Carl Maria v.Webers Oper»Der Freischütz« (1820, Uraufführung 1821 in Berlin):»Wir winden dir den Jungfernkranz / mit veilchenblauer Seide; / wir führen dich zu Spiel und Tanz, / zu Lust und Hochzeitsfreude.« Vgl. Briefe aus Berlin I (DHA VI, 21ff.) und die Erläuterungen ebd., 418f.”

Heinrich Heine an Moses Moser am 24. Februar 1824 (HSA Bd. 20, S. 144, Brief Nr. 96 ) und die Anmerkungen dazu.


04.03.2010

“(…) Schlechtes Leben hier. Regen, Schnee u zu viel Essen. Und ich sehr verdrießlich. (…)”

Heinrich Heine an Rudolf Christiani am 6. Dezember 1825


01.03.2010

“(…) Wir verstehen uns so gut, wir allein sind vernünftig und die ganze Welt ist meschugge. (…) Sey nachgiebig gegen Deinen Mann, er ist wahrhaftig ein seelenguter Mensch. Wir beide unterscheiden uns darinn daß bey ihm, in seinem Kopfe, die Schrauben zu fest geschraubt sind, u daß sie bey mir zu lose geschraubt sind. (…)”

Heine an seine Schwester Charlotte am 12.10.1823


In der Nacht von Samstag auf Sonntag haben wir übrigens www.prolibri.de ab- und www.antiquariat.de angeschaltet.


27.02.2009

Heines Wort zum Sonntag:

“(…) Andere wollen ein evangelisches Christenthümchen unter jüdischer Firma, und machen sich ein Talles [¹] aus der Wolle des Lamm Gottes, machen sich ein Wams aus den Federn der heiligen-Geiststaube und Unterhosen aus christlicher Liebe, und sie falliren und die Nachkommenschaft schreibt sich: Gott, Christus & Co. Zu allem Glücke wird sich dieses Haus nicht lange halten, seine Tratten auf die Philosophie kommen mit Protest zurück, und es macht Bankrott in Europa, wenn sich auch seine von Missionarien in Afrika u Asien gestifteten Comissionshäuser einige Jahrhunderte länger halten. Dieser endliche Sturz des Chr………. wird mir täglich einleuchtender. Lange genug hat sich diese faule Idee gehalten. Ich nenne das Chr……… eine Idee; aber welche ? Es giebt schmutzige Ideen familien, die in den Ritzen dieser alten Welt, der verlassenen Bettstelle des göttlichen Geistes, sich eingenistet, wie sich Wanzenfamilien einnisten in der Bettstelle eines polnischen Juden. Zertretet man eine dieser Ideen-Wanzen, so läßt sie einen Gestank zurück der Jahrtausende lang riechbar ist. Eine solche ist das Chr…… das schon vor 1800 Jahren zertreten worden, und das uns armen Juden seit der Zeit noch immer die Luft verpestet. (…)”

[¹] Talles ist Jiddisch, abgeleitet vom hebräischen “Tallit”, einem Gebetsmantel.

Heinrich Heine an Immanuel Wohlwill am 7. April 1823 (HSA Bd. 20, S. 71, Brief Nr. 47).


26.02.2010

“ (…) Der politische Theil Ihres Briefes hat mich sehr erfreut; es ist mir lieb daß der künftige Mann meiner Schwester kein Revoluzionär ist. Auch finde ich es sehr natürlich daß ein Mann, der à son aise und glücklicher Bräutigam ist, nicht den Umsturz der bestehenden Formen wünscht und für seine und Europas Ruhe besorgt ist. Bey mir sind andere Verhältnisse obwaltend, und außerdem fühle ich mich ein bischen seltsam gestimmt wenn ich zufällig in der Zeitung lese daß auf den Straßen Londons einige Menschen erfroren und auf den Straßen Neapels einige Menschen verhungert sind. Obschon ich aber in England ein Radikaler und in Italien ein Carbonari bin, so gehöre ich doch nicht zu den Demagogen in Deutschland; aus dem ganz zufälligen und gringfügigen Grunde, daß bey einem Siege dieser letztern einige tausend jüdische Hälse, und just die besten, abgeschnitten werden. (…)

Heine an seinen künftigen Schwager Moritz Embden am 2. Februar 1823


25.02.2010

betr. Axel Otl Overkill:

“(…) Hier hat ein Geist die Hand in der Tasche des anderen und das giebt ihnen einen gewissen Zusamm[en]hang – Bey diesem Talent des Gedankendiebstals, wo einer dem andern den Gedanken stielt ehe er noch ganz gedacht, wird der Geist Gemeingut – In der Republik des lettres ist Gedankengütergemeinschaft”


Zur Koch-oder-Kellner-Diskussion:

“G. ewig auf der Lauer um die Tagesschwächen des Publikums zu erspähen, sie auszubeuten in seinem PrivatIntresse. jenen Schwächen huldig[en]d und schmeichelnd, darf er immerhin Talent, Kenntnisse und Charakter entbehren, er weiß es. Er giebt dem Publikum keine eigne Impulsionen, sondern er empfängt sie von demselben er zieht die Livree der Tagesidee an, er ist ihr Bedienter, ihr Kanzeley Diener, er katzenbuckelt und verlangt sein Trinkgeld
Weiß [au]ch keine Politik, V[er]gl[eich] mit Hausfrau und Magd – “


“(…) der ist ganz Hund, und wenn er liberal knurrt, täuscht er niemand und jeder weiß, er ist ein unterthäniger Pudel, der niemand beißt (…)”

aus: “Ludwig Börne. Eine Denkschrift.” (DHA, Bd. 11, S. 62).


24.02.2010

“(…) Die Gesellschaft der Gewalthaber glaubt wirklich an die ewige Dauer ihrer Macht, wenn auch die Annalen der Welthistorie und das feurige Mene-Tekel der Tagesblätter, und sogar die laute Volksstimme auf der Straße ihre Warnungen aussprechen. Auch die Opposizionskotterien lügen eigentlich nicht mit Absicht; sie glauben ganz bestimmt zu siegen, wie überhaupt die Menschen immer das glauben, was sie wünschen; sie berauschen sich im Champagner ihrer Hoffnungen; jedes Mißgeschick deuten sie als ein nothwendiges Ereigniß, das sie dem Ziele desto näher bringe; am Vorabende ihres Untergangs stralt ihre Zuversicht am brillantesten, und der Gerichtsbote, der ihnen ihre Niederlage gesetzlich ankündigt, findet sie gewöhnlich im Streite über die Vertheilung der Bärenhaut. Daher die einseitigen Irrthümer, denen man nicht entgehen kann, wenn man der einen oder der andern Parthey nahe steht; jede täuscht uns, ohne es zu wollen, und wir vertrauen am liebsten unsern gleichgesinnten Freunden. Sind wir selber vielleicht so indifferenter Natur, daß wir, ohne sonderliche Vorneigung, mit allen Partheyen beständig verkehren, so verwirrt uns die süffisante Sicherheit, die wir bey jeder Parthey erblicken, und unser Urtheil wird aufs unerquicklichste neutralisirt. Indifferentisten solcher Art, die selbst ohne eigene Meinung sind, ohne Theilnahme an den Interessen der Zeit, und die nur erlauschen wollen, was eigentlich vorgehe, und daher das Geschwätze aller Salons erhorchen, und die Chronique-scandaleuse jeder Parthey bey der andern aufgabeln, solchen Indifferentisten begegnets wohl, daß sie überall nur Personen und keine Dinge, oder vielmehr in den Dingen nur die Personen sehen, daß sie den Untergang der erstern prophezeyen, weil sie die Schwäche der letztern erkannt haben, und daß sie dadurch ihre respektiven Kommittenten zu den bedenklichsten Irrnissen und Fehlgriffen verleiten. (…)”

Französische Zustände. Artikel VI (19. 4. 1832).


23.02.2010

So, wie es mal einen Künstler gab, der sich TAFKAP (= The Artist Formerly Known As Prince)nennen mußte, eigentlich hieß er PRINCE, wird aus prolibri.de in Kürzeantiquariat.de.
Auch unter dem neuen Namen bleibt prolibri eine genossenschaftlich organisierte Plattform für Bücher und mehr, die auch als antiquariat.de den Antiquaren gehört, die Genossenschaftsanteile halten und somit darauf angelegt ist, auf Dauer unabhängig zu bleiben und auch Kolleginnen und Kollegen offen zu stehen, die keine Mitglieder der Genossenschaft geworden sind, sofern diese bereit sind unsere Qualitätsvorgaben zu erfüllen.


“ (…) Es steht Dir alsdann auch frey, mich, den gelehrtesten der jetzt lebenden Menschen, als unwissend, dumm u kenntnißlos allgemein zu verschreyen, nur bitte ich immer dabey zu sagen: daß wir keine Freunde mehr sind; damit die Leute wissen, was sie von Deinem Urtheil zu halten haben. Ich glaube gewiß und ich gebe Dir mein Wort drauf, ich bin davon überzeugt: daß keiner in Deutschland so viel weiß als Ich, nur daß ich nicht prale mit meinem Wissen, und – Lieber Christian, glaube nicht, daß ich Dir böse sey; wenn ich Dir sage, daß ich Dein Freund nicht mehr seyn kann, so geschieht dieses, weil ich immer ganz ehrlich und offen gegen Dich handelte, und ich Dich auch jetzt nicht hintergehn möchte. Ich lebe jetzt in einer ganz besondern Stimmung, und die mag wohl an allem den meisten Antheil haben. Alles was deutsch ist, ist mir zuwider; und Du bist leider ein Deutscher. Alles Deutsche wirkt auf mich wie ein Brechpulver. Die deutsche Sprache zerreißt meine Ohre. Die eignen Gedichte ekeln mich zuweilen an, wenn ich sehe, daß sie auf deutsch geschrieben sind. Sogar das Schreiben dieses Billets wird mir sauer, weil die deutschen Schriftzüge schmerzhaft auf meine Nerven wirken. Je n’aurais jamais cru que ces bêtes qu’on nomme allemands, soient une race si ennuyante et malicieuse en même temps. Aussitôt que ma santé sera rétablie je quitterai Allemagne, je passerai en Arabie, j’y menerai une vie pastorale, je serai homme dans toute l’étendue du têrme, je vivrai parmis des chameaux qui ne sont pas étudiants, je ferrai des vers arrabes, beaux comme le Moalaccat, enfin je serai assis sur le rocher sacré, où Mödschnun a soupiré après Leila. O Christian, wüßtest Du, wie meine Seele nach Frieden lechzt, und wie sie doch täglich mehr u mehr zerrissen wird! Ich kann fast keine Nacht mehr schlafen. Im Traum seh ich meine sogenannten Freunde, wie sie sich Geschichtchen u Notizchen in die Ohren zischeln, die mir wie Bleytropfen ins Hirn rinnen. Des Tags verfolgt mich ein ewiges Mißtrauen, überall hör ich meinen Namen u hinterdrein ein höhnisches Gelächter. (…)“

Heinrich Heine an Christian Sethe am 14. April 1822 (HSA Bd. 20, S. 49, Brief Nr. 28).


22.02.2010

“Well never mind, we are ugly but we have the music.”

L. Cohen

(Zum Thema Datenho(hl)heit …)


18.02.2010

Dank der Freundlichkeit von Horst Jansen , dem Viersener Einblatt-Verleger haben wir endlich auch die uns noch fehlende domain heinrich-heine-antiquariat.de.


17.02.2010

Bald wird aus prolibri.de, der genossenschaftlichen Antiquariatsplattform, antiquariat.de .
An den Besitzverhältnissen und am Qualitätsanspruch ändert sich nichts.


11. – 16.02.2010

aus: “Französische Zustände. Artikel III.” vom 10. 2. 1832.

“(…) Paris ist nicht bloß die Hauptstadt von Frankreich, sondern der ganzen civilisirten Welt, und ist ein Sammelplatz ihrer geistigen Notabilitäten. Versammelt ist hier Alles, was groß ist durch Liebe oder Haß, durch Fühlen oder Denken, durch Wissen oder Können, durch Glück oder Unglück, durch Zukunft oder Vergangenheit.
Betrachtet man den Verein von berühmten oder ausgezeichneten Männern, die hier zusammentreffen, so hält man Paris für ein Pantheon der Lebenden. Eine neue Kunst, eine neue Religion, ein neues Leben wird hier geschaffen, und lustig tummeln sich hier die Schöpfer einer neuen Welt. Die Gewalthaber gebärden sich kleinlich, aber das Volk ist groß und fühlt seine schauerlich erhabene Bestimmung. Die Söhne wollen wetteifern mit den Vätern, die so ruhmvoll und heilig ins Grab gestiegen.
Es dämmern gewaltige Thaten, und unbekannte Götter wollen sich offenbaren. Und dabey lacht und tanzt man überall, überall blüht der leichte Scherz, die heiterste Mokerie, und da jetzt Karneval ist, so maskiren sich Viele als Doktrinaire, und schneiden possirlich-pedantische Gesichter, und behaupten, sie hätten Furcht vor den Preußen. (…)”

DHA, Bd. 12/ 1, S. 103 f.


“(…) Meine Verbrengerin hat sich eine grünseidene Robe angeschafft, welche ich die Vitzliputzli-Robe nenne; ich habe ihr nämlich berechnet, daß die Robe so viel kostet wie das Honorar beträgt für das Gedicht Vitzliputzli, welches im Romancero enthalten ist. Wir leben in der größten Harmonie, im schönsten, kostspieligsten Frieden. (…) Der Romancero erregt mehr Begeisterung, als ich erwartete. Ich versichre Euch, es ist ein sehr schwaches Buch, man darf es aber nicht sagen. Ich habe es mit gelähmten Kräften geschrieben; mohlt Euch. (…)”

Heinrich Heine an Betty Heine am 5. Dezember 1851 (HSA Bd. 23, S. 166, Brief Nr. 1384)

Heine schreibt an seine Mutter nach Hamburg, über seine Frau, die “Verbrengerin”. “Mohlt Euch”, bedeutet soviel wie: stellt euch vor.


09.02.2010

“ (…) Pädagogik war die Spezialität der Jesuiten, und obgleich sie dieselbe im Interesse ihres Ordens treiben wollten, so nahm doch die Leidenschaft für die Pädagogik selbst, die einzige menschliche Leidenschaft die ihnen blieb, manchmal die Oberhand, sie vergaßen ihren Zweck, die Unterdrückung der Vernunft zu Gunsten des Glaubens, und statt die Menschen wieder zu Kindern zu machen, wie sie beabsichtigten, haben sie im Gegentheil, gegen ihren Willen, durch den Unterricht die Kinder zu Menschen gemacht. Die größten Männer der Revoluzion sind aus den Jesuitenschulen hervorgegangen, und ohne die Disciplin dieser letztern wäre vielleicht die große Geisterbewegung erst ein Jahrhundert später ausgebrochen. (…)“

Aus: “Geständnisse”, nach DHA, Bd. 15, S. 52


08.02.2010

“ (…) Ach wie gerne, wie gar zu gerne, mein theuerster Heine, plauderte ich einmal über dise und andre Dinge mit Ihnen von Angesicht zu Angesicht, aber ich kann an eine Reise zu Ihnen für’s erste noch nicht denken. Ohne meine Frau kann und mag ich nicht mehr reisen, dann kommen aber meine zwei kleinen Buben in Betracht, die Geldfrage spricht auch sehr bedeutend mit zumal jetzt da der unselige Krieg im Frühjahr ohne Zweifel kolossale Dimensionen annehmen wird. Und dazu nun noch die Industrie-Ausstellung die während des ganzen Jahres 1855 Paris vergiften wird ! So schiebt sich die Erfüllung meines Lieblingswunsches immer weiter hinaus ! Wenn ich jetzt daran denke wie mich Alles das hält und fesselt, wie Alles das mich hat und besitzt was ich zu haben und zu besitzen glaube, Frau und Kind, Haus und Garten, – dann muß ich wieder an ein Wort von Ihnen denken das Sie mir einst im Jahre 1837 erwiederten: Sie hatten damals einen einzigen schlechten und wackeligen Tisch, an welchem zu schreiben ein Stück Seiltänzerkunst war: ich redete Ihnen zu einen guten Tisch zu kaufen, überhaupt mehr Comfort der Art: »Dann würde ich der Sklave des Tisches sein!« erwiederten Sie mir, – ein Wort dessen Sinn mir erst viel später klar geworden ist. Indessen hoffe ich doch mit der Gunst des Geschickes, die mich noch immer favorisirt hat, alle dise Schwierigkeiten zu überwinden, sobald der rechte Augenblick gekommen, und Sie noch hienieden wiederzusehn: nur die fatale Gewerbe-Ausstellung muß erst vorüber sein und gutes und warmes Wetter, dann komme ich und lasse alle Schwierigkeiten die ich nicht zu überwinden vermochte, hinter mir: ich habe eine gar zu große Sehnsucht Sie einmal wieder zu sehn ! (…)“

Johann Hermann Detmold an Heinrich Heine am 24. November 1854 (HSA Bd. 27, S. 264, Brief Nr. 1187)


07.02.2009

“(…) Ich bin so betäubt vom Opium, das ich zu wiederholten Malen eingenommen, um meine Schmerzen zu betäuben, so daß ich kaum weiß was ich dictire. Dazu kommt, daß schon diesen Morgen ein dummer Teufel von Landsmann bei mir war, der in einer langen u. langweiligen Unterredung Ideen mit mir austauschte; durch diesen Austausch von Ideen habe ich vielleicht seine dummen Ideen im Kopfe behalten, u. ich habe vielleicht einige Tage nöthig, ehe ich mich derselben ganz entäußere u. wieder einen vernünftigen Gedanken fassen kann. Der Mann sah alles grau in grau, was auch seine eigne Farbe ist; er sagte, Deutschland stünde an einem Abgrund – nun da ist es gut, daß Deutschland kein wildes Roß ist, sondern ein gescheutes Langohr, dem es vor dem Abgrund nicht schwindelt u. an dem Rand desselben ruhig hinwandeln kann. (…)”

Heinrich Heine an Georg Weerth am 5. November 1851 (HSA Bd. 23, S. 147, Brief Nr. 1371).


06.02.2010

“(…) Ja, während w i r dem Grabe entgegen gehen, messen sich die großen Völker rings um uns herum in immer neuen Unternehmungen, in immer größern Thaten. Während w i r Todte und Verrückte auf den Markt bringen, liegt in London die ganze Welt offen in ihren schönsten, herrlichsten Produkten. –
Durch den Atlantic halten Britten und Amerikaner ihre großen Wettrennen; wer New-York oder Liverpool in 10 Tagen erreiche, oder in 9 Tagen und so iel Stunden. In Kalifornien ist ein mächtiges Reich entstanden in zwei Jahren. Die Produktion der Australischen Küsten ist in kurzer Zeit so sehr gesteigert, daß schon jezt die Wolle unsrer Antipoden das Produkt der adlichen Schafzüchter im Herzen von Sachsen und Schlesien zu verdrängen anfängt. Mit jedem Tage rücken die russischen Eisenbahnen dem Baltischen- und dem Schwarzen-Meere näher; das Gold des Ural muß die Wege bahnen, auf denen bald der Bodenreichthum des Innern Rußlands nach allen Richtungen dringen wird, um in einer Konkurrenz auf Leben und Tod den deutschen Ackerbau zu vernichten. Was die Eisenbahnen auf dem Festlande zurecht bringen, vollendet seit der Abschaffung der englischen Navigations-Akte, die Ausdehnung der Segelschiffahrt auf allen Meeren, so daß bald die Produkte des Missisippi eben so rasch und billig in unsern Häfen eintreffen werden wie die Produkte des eigenen Landes.
Dann beginnt der große Kampf; nicht der Kampf des Christenthums mit dem Heidenthum; der Welfen mit den Gibellinen, der Whigs mit den Torys; nein! es heißt: Kampf zwischen dem Golde des Ural und dem Golde Kaliforniens; Kampf zwischen russischem und amerikanischem Getreide; Kampf zwischen amerikanischem und deutschem Korne; Kampf zwischen australischer und deutscher Wolle; Kampf zwischen der Baumwolle und dem Flachs; Kampf zwischen den westindischen Kolonien und der deutschen Runkelrübe! Und in diesem Zusammenstoß, in dieser Völkerwandrung, nicht der Cimbern, der Gothen und der Hunnen – nein, der Korn- der Kaffe- und der Wollsäcke, ja, in diesem unerhörten Wettstreit der Produktion jungfräulicher Länder, werden die alten Reiche der Franken und der Germanen, ausgesogen bis auf die Hefen, verschuldet bis über die Ohren, sich vergebens anstrengen: Land, Lage, Wissenschaft, neue Einrichtungen geltend zu machen; der Preisunterschied wird stets zu ihrem Nachtheil sein und wenn sie der Preisunterschied immer entschiedener dazu zwingt die Produktionskosten zu ermäßigen und der Hunger, der Vater der Revolutionen, die Könige geschlachtet, den Adel gefressen haben wird, da werden wir doch wahrscheinlich noch in der großen Völkerschlacht der Konkurrenz überwunden und vernichtet, so daß nach Jahren vielleicht von ganz Deutschland nichts anderes übrig bleibt als die Hegelsche Philosophie und ein Band Ihrer Gedichte – – (…)”

Georg Weerth an Heinrich Heine am 10. Juni 1851 (HSA Bd. 26, S. 293, Brief Nr. 899).


05.02.2010

“(…) Übrigens lebe ich hier in großer Ruhe, die schönste Harmonie herscht zwischen mir und meiner Gattin, u. ich sage immer Ja. (…)”

Heinrich Heine an seinen Bruder Gustav Heine am 17. April 1852


01.02.2010

Was die Amis so machen, wenn sie so richtig sauer sind, aber viel Geld haben und/ oder berühmt sind, kann man(n) hier nachlesen.

Die Kurzfassung: sie ziehen ihr Geld von Großbanken ab und geben es u.a. Genossenschaftsbanken !

Move your money ! Yes we can ….


28.01.2010

“ (…) Hier ist Alles still, nur daß viele wahnsinnige Deutsche herkommen und mich stören und langweilen. (…)“

Heinrich Heine an Julius Campe am 14. Dezember 1846 (HSA Bd. 22, S. 234, Brief Nr. 1162).


25.01.2010

Ein großer Buchhändler und Antiquar ist gestorben, unser Beileid an die Familie und die MitarbeiterInnen, Jürgen Voerster ist tot.


15.01.2010

“(…) Wir sind im Herzen gewappnet gegen das Mißfallen dieser heldenmüthigen Lakayen in schwarz-roth-goldner Livree. Ich höre schon ihre Bierstimmen: du lästerst sogar unsere Farben, Verächter des Vaterlands, Freund der Franzosen, denen du den freyen Rhein abtreten willst! Beruhigt Euch. Ich werde Eure Farben achten und ehren, wenn sie es verdienen, wenn sie nicht mehr eine müßige oder knechtische Spielerey sind. Pflanzt die schwarz-roth-goldne Fahne auf die Höhe des deutschen Gedankens, macht sie zur Standarte des freyen Menschthums, und ich will mein bestes Herzblut für sie hingeben. Beruhigt Euch, ich liebe das Vaterland eben so sehr wie Ihr. Wegen dieser Liebe habe ich dreyzehn Lebensjahre im Exile verlebt, und wegen eben dieser Liebe kehre ich wieder zurück in’s Exil, vielleicht für immer, jedenfalls ohne zu flennen, oder eine schiefmäulige Duldergrimasse zu schneiden. Ich bin der Freund der Franzosen, wie ich der Freund aller Menschen bin, wenn sie vernünftig und gut sind, und weil ich selber nicht so dumm oder so schlecht bin, als daß ich wünschen sollte, daß meine Deutschen und die Franzosen, die beiden auserwählten Völker der Humanität, sich die Hälse brächen zum Besten von England und Rußland und zur Schadenfreude aller Junker und Pfaffen dieses Erdballs. Seyd ruhig, ich werde den Rhein nimmermehr den Franzosen abtreten, schon aus dem ganz einfachen Grunde: weil mir der Rhein gehört. Ja, mir gehört er, durch unveräußerliches Geburtsrecht, ich bin des freyen Rheins noch weit freyerer Sohn, an seinem Ufer stand meine Wiege, und ich sehe gar nicht ein, warum der Rhein irgend einem Andern gehören soll als den Landeskindern. (…)”

Aus “Deutschland. Ein Wintermärchen.”
(Aus dem Vorwort zum Einzeldruck von 1844) nach DHA, Bd. 4, S. 300 f.

“Die Deutschen arbeiten an ihrer Nazionalität kommen aber damit zu spät. Wenn sie dieselbe fertig haben, wird das Nazionalitätswesen in der Welt aufgehört haben und sie werden auch ihre Nazionalität gleich wieder aufgeben müssen, ohne wie Franzosen oder Britten, Nutzen davon gezogen zu haben – “

Aus: “Bruchstücke. Notizen zum Deutschland-Thema (1844)” nach DHA, Bd. 4, S. 299.


14.01.2010

“(…) Traurig schau ich in die Höh’,
Wo viel tausend Sterne nicken —
Aber meinen eignen Stern
Kann ich nirgends dort erblicken.

Hat im güldnen Labyrinth
Sich vielleicht verirrt am Himmel,
Wie ich selber mich verirrt
In dem irdischen Getümmel. — “

ex: “Jetzt wohin ?” (Romanzero)


13.01.2010

“(…) das Leben ist ein ewiger Plack in meinen Verhältnißen; man ist an eine Galere geschmiedet, von der der Todt nur die Feßeln lösen kann. – Man bedarf einen guten Vorrath guter Laune, festen Blick und Bestimmtheit, um mit so sehr sich durchkreuzenden Intereßen und Charakteren in Frieden und Freundschaft auf die D a u e r Hauszuhalten ! (…)”

Julius Campe an Heinrich Heine am 5. Februar 1839 (HSA Bd. 25, S. 194, Brief Nr. 471).


12.01.2010

“(…) Ich selber bin dieses Guerilla-Krieges müde und sehne mich nach Ruhe, wenigstens nach einem Zustand, wo ich mich meinen natürlichen Neigungen, meiner träumerischen Art und Weise, meinem phantastischen Sinnen und Grübeln, ganz fessellos hingeben kann. Welche Ironie des Geschickes, daß ich, der ich mich so gerne auf die Pfühle des stillen beschaulichen Gemüthlebens bette, daß eben ich dazu bestimmt war, meine armen Mitdeutschen aus ihrer Behaglichkeit hervorzugeißeln und in die Bewegung hineinzuhetzen! Ich, der ich mich am liebsten damit beschäftige, Wolkenzüge zu beobachten, metrische Wortzauber zu erklügeln, die Geheimnisse der Elementargeister zu erlauschen und mich in die Wunderwelt alter Mährchen zu versenken … ich mußte politische Annalen herausgeben, Zeitinteressen vortragen, revoluzionäre Wünsche anzetteln, die Leidenschaften aufstacheln, den armen deutschen Michel beständig an der Nase zupfen, daß er aus seinem gesunden Riesenschlaf erwache … Freylich, ich konnte dadurch bey dem schnarrchenden Giganten nur ein sanftes Niesen, keineswegs aber ein Erwachen bewirken … Und riß ich auch heftig an seinem Kopfkissen, so rückte er es sich doch wieder zurecht mit schlaftrunkener Hand … Einst wollt ich aus Verzweiflung seine Nachtmütze in Brand stecken, aber sie war so feucht von Gedankenschweiß, daß sie nur gelinde rauchte … und Michel lächelte im Schlummer … Ich bin müde und lechze nach Ruhe. Ich werde mir ebenfalls eine deutsche Nachtmütze anschaffen und über die Ohren ziehen. (…)”


11.01.2010

aus Heines Testament vom 13. November 1851:

“(…) La grande affaire de ma vie était de travailler à l’entente cordiale entre l’Allemagne et la France, et à déjouer les artifices des ennemis de la démocratie qui exploitent à leur profit les préjugés et les animosités internationaux. Je crois avoir bien mérité autant de mes compatriotes que des Français, et les titres que j’ai à leur gratitude sont sans doute le plus précieux legs que j’aie à conférer à ma légataire universelle. (…)”

[Die große Aufgabe meines Lebens war es, an dem herzlichen Einverständnisse zwischen Deutschland und Frankreich zu arbeiten und die Pläne der Feinde der Demokratie zu durchkreuzen, die die internationalen Vorurteile und Feindseligkeiten zu ihrem Nutzen ausbeuten. Ich glaube mich sowohl um meine Landsleute als auch um die Franzosen verdient gemacht zu haben, und die Ansprüche, welche ich auf ihre Dankbarkeit besitze, sind ohne Zweifel die wertvollste Hinterlassenschaft, die ich meiner Universalerbin übertragen kann.]


“Deutsche und franzö[sische] Frauen.
Die deutschen Oefen wärmen besser als die fr. Kamine,
aber daß m[an] hier das Feuer lodern sieht ist angenehmer.
Freudiger Anblick, [a]b[e]r Frost im Rücken –
Deutsche Oefin wie wärmst du treu und scheinlos.”

(DHA, Bd. 10, S. 336,
das Faksimile findet sich hier.)


08.01.2010

“(…) Ich bin sehr lebensheitrer Stimmung und habe dem siechen Körper diesen Winter manchen Genuß abgetrotz – eine Folge solchen Trotzes ist meine Müdigkeit in diesem Augenblick. (…)”

Heinrich Heine an Karl Immermann am 14. März 1830 (HSA Bd. 20, S. 390, Brief Nr. 337).


07.01.2009

Heine rheinisch-hanseatisch kulinarisch und “Lokal” patriotisch:

“(…)
Als Republik war Hamburg nie
So groß wie Venedig und Florenz,
Doch Hamburg hat bessere Austern; man speist
Die besten im Keller von Lorenz.

Es war ein schöner Abend, als ich
Mich hinbegab mit Campen;
Wir wollten mit einander dort
In Rheinwein und Austern schlampampen.

(…)

Ich aß und trank, mit gutem Ap’tit,
Und dachte in meinem Gemüthe:
»Der Campe ist wirklich ein großer Mann,
Ist aller Verleger Blüthe.

Ein andrer Verleger hätte mich
Vielleicht verhungern lassen,
Der aber giebt mir zu trinken sogar;
Werde ihn niemals verlassen.

Ich danke dem Schöpfer in der Höh
Der diesen Saft der Reben
Erschuf, und zum Verleger mir
Den Julius Campe gegeben!

Ich danke dem Schöpfer in der Höh,
Der, durch sein großes Werde,
Die Austern erschaffen in der See
Und den Rheinwein auf der Erde!

Der auch Citronen wachsen ließ,
Die Austern zu bethauen –
Nun laß mich, Vater, diese Nacht
Das Essen gut verdauen!«

Der Rheinwein stimmt mich immer weich,
Und löst jedwedes Zerwürfniß
In meiner Brust, entzündet darinn
Der Menschenliebe Bedürfniß.
(…)“

Deutschland. Ein Wintermärchen.
Caput XXIII


06.01.2010

Habe soeben eine “Bibliothek” in situ photographiert. Vielleicht dient es ja den eBook-Anhängern zur Inspiration:

© C. Schäfer: La Bibliotheque Imaginaire
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05.01.2010

“The critic has to educate the public, the artist has to educate the critic.”

Oscar Wilde

“Any fool can criticize, condemn and complain and most fools do.”

Benjamin Franklin

“The best things and best people rise out of their separateness;
I’m against a homogenized society because I want the cream to rise.”

Robert Frost


31.12.2009 und 01.01.2010

“Paris den 28 Dec. 1848.
Liebste gute Mutter!
Obgleich mir das Schreiben verboten ist, kann ich doch nicht umhin Dir
eigenhändig zum Neuen Jahre zu gratuliren. Gott erhalte Dich und schenke
Dir noch viele u glücklichere Lebensjahre! Auch Dir gratulire ich, liebes
Lottchen – [eigenhändige Zeichnung), vergl. das Faksimile
Ein Neujöhrchen wie wir sie in Düsseldorf des Morgens aßen, beim Kaffé,
der aus drey Bohnen und 3 Pfund Cigorien bestand. Von Zucker keine Idee!
Erinnerst Du Dich noch der großen Kanne, die ein Blumentopf oder wie
eine römische Vase aussah? War von sehr schönem schwarzen Blech. –
Lebt wohl u behaltet lieb
Euren getreuen
H. Heine.”

(HSA Bd. 22, S. 304,Brief Nr. 1255 Heinrich Heine an Betty Heine am 28. Dezember 1848)


30.12.2009

“ P a r i s , 3. Juni 1840.
Die Pariser Tagesblätter werden, wie überhaupt in der ganzen Welt, auch jenseits des Rheines gelesen, und man pflegt dort der heimathlichen Presse, im Vergleich mit der französischen, den Werth derselben überschätzend, alles Verdienst abzusprechen. Es ist wahr, die hiesigen Journale wimmeln von Stellen, die bey uns in Deutschland selbst der nachsichtigste Censor streichen würde; es ist wahr, die Artikel sind in den französischen Blättern besser geschrieben und logischer abgefaßt, als in den deutschen, wo der Verfasser seine politische Sprache erst schaffen und durch die Urwälder seiner Ideen sich mühsam durchkämpfen muß; es ist wahr, der Franzose weiß seine Gedanken besser zu redigiren, und er entkleidet dieselben, vor den Augen des Publikums, bis zur deutlichsten Nacktheit, während der deutsche Journalist, weit mehr aus innerer Blödigkeit als aus Furcht vor dem tödtlichen Rothstift, seine Gedanken mit allen möglichen Schleyern der Unmaßgeblichkeit zu verhüllen sucht; und dennoch, wenn man die französische Presse nicht nach ihrer äußern Erscheinung beurtheilt, sondern sie in ihrem Innern, in ihren Büreaux, belauscht, muß man eingestehen, daß sie an einer besonderen Art von Unfreyheit leidet, die der deutschen Presse ganz fremd und die vielleicht verderblicher ist als unsre transrhenanische Censur.
Alsdann muß man auch eingestehen, daß die Klarheit und Leichtigkeit, womit der Franzose seine Gedanken ordnet und abhandelt, aus einer dürren Einseitigkeit und mechanischen Beschränkung hervorgeht, die weit mißlicher ist, als die blühende Confusion und unbeholfene Ueberfülle des deutschen Journalisten ! (…)“

Aus: Heinrich Heine: Lutezia. Berichte über Politik, Kunst und Volksleben. Erster Theil. XI.


29.12.2009

Was hat Karl Kraus noch einmal zum Thema Journalist gesagt ?

Er sei einer, der nachher alles vorher gewußt hat.

Und Robert Lembke ?

Das seien die Leute, die die Hälfte ihres Lebens damit zubrächten, über Dinge zu schreiben, von denen sie keine Ahnung hätten, und die andere damit, nicht über die Dinge zu schreiben, die sie wissen.

Und Heinrich Heine zum Thema Denunziant ?

Nachlesen, es lohnt.

28.12.2009

#Zwitschervögel:
DiskussionsKULTUR ? Es geht, neudeutsch gesagt, eh immer nur um’s “dissen”!
Den anderen niedermachen, seine Ideen kaputtreden und stänkern. Selbstprofilierung auf Kosten der anderen, Selbststilisierung zum lonesome cowboy, zum lone ranger, zum Einzelkämpfer, zum Sniper.
Warum nicht mal zur Abwechslung solidarisch und konstruktiv ? Selbst AKTIV werden, was zu machen, statt nur pseudointellektuell rumzulabern, nachdenken und noch mal nachdenken, vielleicht zu erkennen, ICH komme zwar allein klar, aber wahrscheinlich viele andere nicht.
Die Größe haben zuzugeben, daß das, was andere bisher auf die Beine gestellt haben, vielleicht doch so ganz schlecht nicht ist. Aus dem Sandkasten herauszukommen und wieder mit den anderen zu spielen.
WIR (alle) SIND DAS antiquariat !

to diss

z.B.


24.12.2009

ex: Französische Zustände. Artikel VIII. 27. 5. 1832.

“(…) Weder Seyn noch Nichtseyn, sondern Ruhe oder Unruhe, ist die große Frage der Börse. Danach richtet sich auch der Diskonto. In unruhiger Zeit ist das Geld ängstlich, zieht sich in die Kisten der Reichen, wie in eine Festung, zurück, hält sich eingezogen; der Diskonto steigt. In ruhiger Zeit wird das Geld wieder sorglos, bietet sich preis, zeigt sich öffentlich, ist sehr herablassend; der Diskonto ist niedrig. So ein alter Louisd’or hat mehr Verstand als ein Mensch, und weiß am besten, ob es Krieg oder Frieden giebt. Vielleicht durch den guten Umgang mit Geld haben die Leute der Börse ebenfalls eine Art von politischem Instinkte bekommen, und während in der letzten Zeit die tiefsten Denker nur Krieg erwarteten, blieben sie ganz ruhig und glaubten an die Erhaltung des Friedens. (…)”

DHA, Bd. 12/1, S. 163 f

23.12.2009

“(…) Und die Moral? Der Fabulist
Verschweigt sie heute mit klugem Zagen,
Denn mächtig verbündet in unseren Tagen
Das reiche Ungeziefer ist.
Es sitzt mit dem Geldsack unter dem Arsch
Und trommelt siegreich den Dessauer Marsch. (…)”


22.12.2009

“ (…) Mag da draußen Schnee sich thürmen,
Mag es hageln, mag es stürmen,
Klirrend mir ans Fenster schlagen,
Nimmer will ich mich beklagen,
Denn ich trage in der Brust
Liebchens Bild und Frühlingslust.“

“Jeder wer heurathet ist wie der Doge der sich mit adriatische Meer vermählt – er weiß nicht was drin, was er heurathet: Schätze, Perlen, Ungethüme, unbekannte Stürme “


21.12.2009

“Ich schreibe wenig, lese viel.”

Heine an Moser, 11.01.1825


18.12.2009

Robert Darnton (hat u.a. ein glänzendes Buch über glänzende Geschäfte mit der Encyclopedie geschrieben) in der New York Review of Books über google und die digitale Zukunft.

“(…) The digitizing, open-access distribution, and preservation of orphan works could be done by a nonprofit organization such as the Internet Archive, a nonprofit group that was built as a digital library of texts, images, and archived Web pages. In order to avoid conflict with interests in the current commercial market, the database would include only books in the public domain and orphan works. Its time span would increase as copyrights expired, and it could include an opt-in provision for rightsholders of books that are in copyright but out of print. (…)”


Preisindex mit rasanten Gewinnkurven für Sammler .


16.12.2009

“(…) Ich schreibe Ihnen heute unter den verdrießlichsten aeußern Verhinderungen: draußen schneekaltes Sturmwetter, in meinem Zimmer mehr Rauch als Feuer, neben mir ein Papagey der beständig schreit und ein schönes Weib welches mit einer alten tauben Magd zankt – Und wie sieht’s erst im Innern aus, in der Seele – wie in einem alten Schornstein worin Heerige getrocknet werden und die Hexen auf ihren Besenstielen auf und ab steigen!
(…)
Ich lebe viel, schreibe wenig und gebe gar nichts heraus. Letzteres hat ganz andre Gründe, als Sie wohl vermuthen dürften. (…)”

Heinrich Heine an Heinrich Laube am 7. Januar 1839


15.12.2009

“(…) Der Teufel setze sich solchen Infamien aus, die in’s Narrenhaus, aber nicht in eine Buchhandlung sich qualificiren, wo keiner ueberflüßig steht.
Ja, lieber Heine! das Leben ist ein ewiger Plack in meinen Verhältnißen; man ist an eine Galere geschmiedet, von der der Todt nur die Feßeln lösen kann.
– Man bedarf einen guten Vorrath guter Laune, festen Blick und Bestimmtheit, um mit so sehr sich durchkreuzenden Intereßen und Charakteren in Frieden und Freundschaft auf die D a u e r Hauszuhalten! (…)”

Julius Campe an Heinrich Heine am 5. Februar 1839


14.12.2009

“(…) Ich befinde mich gesünder und heiterer als jemals, und genieße mit vollsaugender Seele alle Süßigkeiten dieser Lustsaison. Dank den ewigen Göttern! Ihr Freund H. Heine.”

Heinrich Heine an Julius Campe am 12. Januar 1836


12.12.2009

“ (…) Ich habe große Furcht vor dem Gräul einer
Proletarierherrschaft und ich gestehe Ihnen, aus
Furcht bin ich ein Conservativer geworden. (…)“

Heinrich Heine brieflich an Gustav Kolb am 27. Januar 1841


“(…) So sitze ich in einem colloßalen Vorrathe und Sie wißen:
Bücher sind kein Geld ! (…)”

Julius Campe in einem Brief an Heinrich Heine am 15. August 1852


11.12.2009

Frei nach Joseph von Westphalen:
Warum wir keine Bananenkisten verwenden …

… weil wir es für unsinnig halten, unsere wertvollen Bücher in Kartons zu packen, die produktionsbedingte Löcher aufweisen !

“Rechner, Radtke, Radiergummi” ?

Heute doch wohl eher “Apple, APO, Amazon” und radiert wird doch von den meisten Kollegen auch nicht mehr, “dank” automatisierter Preis-Runterschraub-tools.


04.12.2009

“(…) Ich bin Kaufmann und muß von Handel leben; aber Krämergeist und Gemeinheiten, wie Ihre jüngsten Briefe mir andichten, sind mir von jeher fremde Dinge gewesen. Nie hat mich der Reiz nach Geld irgend etwas Unwürdiges thun laßen. Glauben Sie mir, lieber Heine, hätte ich solchen Lockungen folgen wollen, ich könnte ein reicher Mann seyn. Weil ich jedoch Kraft genug in mir selbst fühle, so bin ich den mühevolleren Weg gewandelt; aber diesen wahrlich nicht um mich als Gauner hingestelt zu sehen! Ich kann und kann dergleichen nicht ertragen, wie Sie mir zumuthen. (…)”

Julius Campe an Heinrich Heine am 7.August 1833

“(…) Der Buchdrucker und Buchhdler ist der natürliche Feind aller Censur so wie die Katze die Maus, der Hund die Katze – bekriegt, und die sollten sich unter einander verrathen? nein solche Tölpel sind sie noch nicht. (…)”

Julius Campe an Heinrich Heine am 23.Juli 1834


Unrien – Henri Heine, sa biographie en francais.

Some odd and weird informations in english about Harry Heine.


10.11.2009

Schreibe am Katalog der Heine-Sammlung Söhn, es geht langsam voran.

Erscheinungstermin wird wohl eher der Todes- als der Geburtstag unseres Dichters sein. Das Material ist noch vollständig vorhanden, wir werden ein Preismodell finden, das einen Gesamterwerber bevorzugt, der Einzelverkauf wird erst nach einer gewissen Frist beginnen.


03.11.2009

Hier der link auf ein Video zur Preisverleihung von marelibri.com an Cornelia Funke.

Vielen Dank an die lieben Kollegen der Antiquariate Birrgarten und Labyrinth in Hannover.


29.10.2009

“(…) Man wird einmal sagen, dass Heine und ich bei weitem die ersten Artisten der deutschen Sprache gewesen sind – in einer unausrechenbaren Entfernung von Allem, was blosse Deutsche mit ihr gemacht haben.”

Friedrich Nietzsche: (Ecce Homo: Warum ich so klug bin. 4., 1888)
(KGA VI,3/284)


“The comfort of coming to a man of genius, who finds in verse his freest and most perfect expression, whose voyage over the deep of poetry destiny makes smooth! The magic of Heine’s poetical form is incomparable; he employs this form with the most exquisite lightness and ease, and yet it has at the same time the inborn fulness, pathos, and old-world charm of all true forms of popular poetry. Thus in Heine’s poetry, too, one perpetually blends the impression of French modernism and clearness with that of German sentiment and fulness.”

MATTHEW ARNOLD

ex: http://www.poetry-archive.com/h/heine_heinrich.html


28.10.2009

Cornelia Funke (Tintenherz) ist marelibri Ehrenantiquarin 2009/ 2010, herzlichen Glückwunsch auch von hier aus !

15.10.2009

“Kluge Leute können sich dumm stellen. Das Gegenteil ist schwieriger.”

Kurt Tucholsky


Pünktlich zur Antiquariatsmesse im Rahmen der Frankfurter Buchmesse erschienen:

Das Buch als Gesamtkunstwerk II
150 bibliophile Drucke
in signierten Meistereinbänden

Der Versand an die Vorbesteller, bzw. die Verteilung auf der Messe läuft.


10.10.2009

“(…)

Ja, wir lieben dieses Land.

Und nun will ich euch mal etwas sagen:

Es ist ja nicht wahr, dass jene, die sich ›national‹ nennen und nichts sind als bürgerlich-militaristisch, dieses Land und seine Sprache für sich gepachtet haben. Weder der Regierungsvertreter im Gehrock, noch der Oberstudienrat, noch die Herren und Damen des Stahlhelms allein sind Deutschland. Wir sind auch noch da.
Sie reißen den Mund auf und rufen: »Im Namen Deutschlands … !« Sie rufen: »Wir lieben dieses Land, nur wir lieben es.« Es ist nicht wahr.
Im Patriotismus lassen wir uns von jedem übertreffen – wir fühlen international. In der Heimatliebe von niemand – nicht einmal von jenen, auf deren Namen das Land grundbuchlich eingetragen ist. Unser ist es.
Und so widerwärtig mir jene sind, die – umgekehrte Nationalisten – nun überhaupt nichts mehr Gutes an diesem Lande lassen, kein gutes Haar, keinen Wald, keinen Himmel, keine Welle – so scharf verwahren wir uns dagegen, nun etwa ins Vaterländische umzufallen. Wir pfeifen auf die Fahnen – aber wir lieben dieses Land. Und so wie die nationalen Verbände über die Wege trommeln – mit dem gleichen Recht, mit genau demselben Recht nehmen wir, wir, die wir hier geboren sind, wir, die wir besser deutsch schreiben und sprechen als die Mehrzahl der nationalen Esel – mit genau demselben Recht nehmen wir Fluß und Wald in Beschlag, Strand und Haus, Lichtung und Wiese: es ist unser Land. Wir haben das Recht, Deutschland zu hassen – weil wir es lieben. Man hat uns zu berücksichtigen, wenn man von Deutschland spricht, uns: Kommunisten, junge Sozialisten, Pazifisten, Freiheitliebende aller Grade; man hat uns mitzudenken, wenn ›Deutschland‹ gedacht wird … wie einfach, so zu tun, als bestehe Deutschland nur aus den nationalen Verbänden.
Deutschland ist ein gespaltenes Land. Ein Teil von ihm sind wir.
Und in allen Gegensätzen steht – unerschütterlich, ohne Fahne, ohne Leierkasten, ohne Sentimentalität und ohne gezücktes Schwert – die stille Liebe zu unserer Heimat.“

Kurt Tucholsky, sehr “heinisch” im Vorwort zu “Deutschland, Deutschland über alles !”


09.10.2009

Melancholie des Abends

– Der Wald, der sich verstorben breitet –
Und Schatten sind um ihn, wie Hecken.
Das Wild kommt zitternd aus Verstecken,
Indes ein Bach ganz leise gleitet

Und Farnen folgt und alten Steinen
Und silbern glänzt aus Laubgewinden.
Man hört ihn bald in schwarzen Schlünden –
Vielleicht, daß auch schon Sterne scheinen.

Der dunkle Plan scheint ohne Maßen,
Verstreute Dörfer, Sumpf und Weiher,
Und etwas täuscht dir vor ein Feuer.
Ein kalter Glanz huscht über Straßen.

Am Himmel ahnet man Bewegung,
Ein Heer von wilden Vögeln wandern
Nach jenen Ländern, schönen, andern.
Es steigt und sinkt des Rohres Regung.

Georg Trakl


06.10.2009

Ich denke, daß wir die Quelle für “My Way” gefunden haben, Frankieboy hat bei Schopenhauer abgekupfert:

„Finale.

Ermüdet steh’ ich jetzt am Ziel der Bahn,
Das matte Haupt kann kaum den Lorbeer tragen:
Doch blick’ ich froh auf das was ich gethan,
Stets unbeirrt durch das was Andre sagen.“


30.09.2009

Habe die letzten Tage viele Stunden in Goch in der Druckerei B.o.s.s verbracht, der Katalog ist fast fertig und wird bald verschickt.


16.09.2009

ACHTUNG: Subskriptionsbeginn:

“Das Buch als Gesamtkunstwerk II
150, überwiegend signierte Meistereinbände

Unkostenbeitrag 30.- Euro incl. Versand innerhalb Deutschlands.
Das Manuskript ist beim Drucker. Auslieferung Anfang Oktober 2009.
Besteller, die die gesamte Reihe, oder diesen Band bereits vorbestellt haben, brauchen nicht erneut zu subskribieren.


12.09.2009

Zwei Begriffe, die uns im Umgang mit gewissen Großechsen vielleicht weiterhelfen:

Palilalie und Verbigeration.

Bin kein Fachmann, es wäre für einen solchen jedoch sicherlich von Interesse, die korrekte Diagnose zu stellen.


Ein schöner Cartoon von Marunde


05.09.2009

“Mangez sur l’herbe
dépêchez-vous
un jour ou l’autre
l’herbe
mangera sur vous”

Jacques Prévert


31.08.2009

Wie schon Hans von Weber meinte: “Lex mihi ars !”


„Büchersammeln

Erzähle einem Biedermanne, daß du Bücher liest, er wird etwas zurückhaltend, aber doch wohlwollend sein schweres Haupt wiegen; sprich ihm davon, daß du dir die Bücher sogar kaufst, er wird ein Erstaunen nicht verbergen können; verrate ihm, daß du manches Buch erstanden hast, um teures Geld erstanden hast, nicht eigentlich um daraus zu lesen oder zu lernen, sondern im Grunde genommen nur aus Freude an dem Besitz, weil es schön war oder selten, oder sonst einen Reiz für dich hatte, kurz, verrate ihm, daß du Bücher sammelst, – der Biedermann wird seine Fassung verlieren, hinfüro voll Ekel deine Gesellschaft meiden, wie man die Gesellschaft eines Aussätzigen, geistig Defekten, Dichters, Zuhälters meidet, Du hast durch dein Bekenntnis einen Menschen verloren. (…)
E. S.-S.“

Ernst Schulte-Strathaus im „Zwiebelfisch“, 1. Heft des 6. Jahrgangs.


„Über Bücherlesen.
Hoffentlich verlernen wir nicht völlig das Bücherlesen im Tempo unserer Gegenwart, Herbert Eulenberg beginnt ein Buch:

‘Heut, wo man meistens nur vom Boxen spricht,
Vom Fußball allenfalls und noch vom Schwimmen,
Heut’ wird ein Buch mit geistigem Gesicht
Nur mühsam über tausend Leser klimmen.
– –
Der du dies kaufst, giltst dann als Wunderwesen,
Das man bestaunt: Ein Mensch, er kann noch lesen !’

Wie kann man das ändern ? Wie wird das Bücher-Interesse erhöht ?“

Fragt der „Zwiebelfisch“ im XX. Jahrgang bereits 1926/ 27.


_Laut Hans von Weber rauchen echte Bibliophile Zigarren, „nur der Bayrossammler raucht Zigaretten“._

Der Bibliomise ist das Gegenteil vom Biblio_philen_, er haßt, was der andere liebt. In der „Bücherstube“ tradierter Ausdruck von Rolf von Hoerschelmann.


“Beta-Version“ eines Wörterbuches, wie Microsoft-Software, nur besser:

„Als H. John Pytches in Suffolk sein großes Wörterbuch der englischen Sprache (1806) erscheinen ließ, wurde jedem Subkribenten zunächst ein schlechtes Exemplar (rough draught) gegeben, ein Exemplar mit breitem Rand für Anmerkungen, Zusätze, Verbesserungen, die an den Verfasser oder an den Verleger monatlich eingesandt werden sollten. Nach Verarbeitung aller eingelaufener Kritiken, Zusätze etc., erhielt dann jeder Subskribent ein verbessertes Exemplar unentgeltlich.“

Aus: „Die Bücherstube“, 2. Jahrg. (1923), 2. Heft, S. 63.


Andere Zeiten, ähnliche Probleme:

„Die Kataloge

Nulla die sine catalogo – aber manchmal sind es deren auch drei und vier, die die Post morgens bringt. Ein Katalog-Taumel hat die Welt erfaßt. Sie häufen sich zu Stapeln auf dem Schreibtisch, sie verdrängen alles andere darauf, und wollte man sie alle von A bis Z studieren, so käme man überhaupt zu nichts anderem mehr. So bleibt denn auch nichts anderes übrig, als aus der Überfülle ein paar herauszugreifen, die den Aufwand an Mühe und Zeit, den ihre Lektüre erfordert, wenigstens bis zu einem gewisse Grade zu lohnen versprechen. Daß dabei der eine oder andere Katalog unter den Tisch fällt, ist nicht zu vermeiden, obgleich er vielleicht, nicht minder sorgfältig bearbeitet, nicht minder inhaltreich, nicht minder hoffnungsfroh publiziert, Erwähnung verdiente. Diese Chronik hier wird erst wieder den sachgemäßen Überblick über die Kataloge gewährleisten können, der Verlag und Redaktion des ‘Sammlerkabinett’ bei der Begründung der Zeitschrift leitender Gedanke war, wenn die momentane Katalogflut abebbt und normalere Verhältnisse einen solchen Überblick wieder gestatten. Wir konzidieren ja jedem Antiquar gerne, daß er seine Bestände zu Geld machen will, um weiterarbeiten zu können, wie immer er seinen Beruf auffassen mag. Aber was zuviel ist, ist zuviel. Das Angebot steht jetzt in gar keinem Verhältnis mehr zur Nachfrage. Und wenn auch die Konkurrenz den Markt belebt, im Wettbewerb die Kräfte sich entwickeln . Wo sollen denn nur die Käufer herkommen ? Dieses Riesenangebot von Büchern, in zahllosen Katalogen zur Tatsache geworden, muß notwendigerweise einen Preissturz herbeiführen, der nicht im Interesse der Sache und weder auch in dem des Verkäufers liegt, der dadurch nur Vermögensverluste erleidet, noch in dem des Käufers, der nervös und unsicher wird. Denn das Buch, das er heute nach dem einen Katalog bestellt, findet er morgen in einem anderen um etliche Mark billiger und übermorgen in einem dritten noch billiger. Das ist ein ganz ungesunder Zustand, der auf die Dauer unhaltbar ist und überhaupt keine Wertungen mehr zuläßt.“

„Das Sammlerkabinett“ (2. Jahrgang, 1923/24, Heft 12). S. 38.

Auf S. 40:

„ (…) Und man kann dem Gedanken kaum wehren, daß mindestens die Hälfte aller bibliophilen Veröffentlichungen der letzten Jahre sich in den Händen von Antiquaren befindet, also, was doch eigentlich widersinnig ist, nicht so sehr für den Bücherliebhaber geschaffen scheint als vielmehr für den, der daraus ein Geschäft macht. Aber wo bleibt selbst das Geschäft, wenn etwa von 200 Exemplaren eines Druckes der Officina Serpentis 50 Antiquare gleichzeitig über mindestens je 4 verfügen ? Wenn sie sie nicht verschleudern, werden sie sie nie los werden (…).“


„Merkwürdig: allenthalben ist seit Monaten schon die bewegliche Klage zu hören, daß ‘man’ sich Bücher doch nicht mehr kaufen könne. Und etwas, vielleicht sogar viel Wahres mag ja auch daran sein. ‘Unser tägliches Brot’ erfordert in der Tat in fast allen Schichten den größten Teil der Einnahmen, ob das nun vor kurzer Zeit noch Millionen waren, im Augenblick, da diese Zeilen niedergeschrieben werden, Milliarden sind und morgen Fest-, Renten- oder Goldmark sein werden. Aber wie reimt sich das zusammen damit, daß unentwegt (und erfreulicherweise) neue Bücher auf den Markt geworfen werden können, was doch ein aussichtsloses und törichtes Tun wäre, wenn ‘man’ nicht mehr Bücher kaufte ? Wie damit, daß das Antiquariat ebenso unentwegt (und ebenso erfreulicherweise) immer neue Antiquariatskataloge veröffentlicht ? Gewiß, der Buchhändler, der Antiquar haben nun einmal ihr Metier, und selbst wenn dieses durch die Ungunst der Zeit einmal weniger einträglich sein sollte (was jetzt ohne Zweifel der Fall ist), so können sie es deshalb nicht kurzerhand mit einem vielleicht einträglicheren Berufe wechseln, nein: sie sollen und dürfen es sogar nicht. Es heißt ‘durchzuhalten’. Aber immerhin ist die Anzahl neuer Antiquariatskataloge wieder einmal so groß, daß man daraus nicht gerade auf einen Stillstand im Antiquariatshandel schließen kann, und wenn auch Klappern zum Handwerk gehört und Kataloge notwendigste Propagandaartikel sind, so dürfte doch kein einziger Antiquar so dumm sein, das Geld, das viele Geld, das die Herstellung eines Kataloges heute kostet, einfach nur zum Fenster hinauszuwerfen.
Also müssen wohl doch immer noch Käufer dasein oder schon wieder dasein, was ja auch nur mit Freude zu begrüßen wäre. Nicht anders wäre ja auch zu erklären, daß gerade jetzt so mancherlei neue Antiquariatsfirmen auftauchen, andere alte Filialen in Berlin errichten, verschiedene renommierte Buchhandlungen sich ein Antiquariat angliedern.“

Ludwig Sternaux (?) in „Das Sammlerkabinett“, Jahrg. 2 (1923/24), Heft 6, S. 37


Bücherliebhaber früher und jetzt

“(…) Als das Schlimmste bei dieser Umwertung der Bibliophilie von heute empfinde ich, daß vielfach gerade diejenigen, die für Bücher das größte Verständnis, die tiefsten Kenntnisse, den höchsten Genuß und die innigste Liebe haben, jetzt aus Mangel an Mitteln, weil die nötigsten Bedürfnisse des Lebens ihre ganzen Einnahmen verbrauchen, von dieser schönen Liebhaberei allmählich ablassen müssen. Es werden ja auch die anderen geistigen Genüsse denen, die das meiste davon haben, mehr und mehr verschlossen. Wer sich nun gar sehr einschränken muß und nicht mehr, wie er so gern möchte, viel Neues zu dem, was er in seiner Bibliothek besitzt, hinzufügen kann, der wird vielleicht nun umso innigere Freude haben an seinen lieben Büchern und, um Ablenkung von der Zeiten Not zu finden, um so häufiger mit denen, die ihm geblieben, in stillen Stunden vertraute Zwiesprache führen. Und ich weiß, ein rechter Bücherliebhaber wird für ein neues gutes schönes Buch gern ein Opfer bringen und lieber an anderer Stelle darben. Kann er noch ein neues Buch in seinen Bücherschrank einstellen, so wird seine Freude daran um so herzlicher sein. Für den wahren Bücherfreund wird auch ein kleiner und ganz bescheidener Besitz an Büchern (…) eine Stärkung in trüber Zeit sein.“

_*Hans Loubier* in „Das Sammlerkabinett“_, Jahrgang 1 (1922/23), Heft 6, S. 6


“In seiner Stube ohne Menschen eingeschlossen sein, auch wenn man Bücher zu Gesellschaftern hat, bringt doch auf die Länge eine gewisse Leerheit und Trockenheit des Geistes hervor.”

Christian Garve: Über Gesellschaft und Einsamkeit


“Wenn jemandem gelänge, die Bibliotheken und sämtliche Bücher zu vernichten – dreißig Jahre später könnte kein Schlosser mehr auch nur eine Schraube anziehen.”

Thomas Alva Edison


Ein schönes Photo “unserer” Straße hier im Netz.
Ein weiteres Bild der Citadellstrasse , diesmal bei Nacht.


“Eine Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.”

Max Frisch


“Einem Kritiker

Das größte Maul und das kleinste Hirn
Wohnen meist unter der selben Stirn.“

Arno Holz


“Du, der du mir über die Schulter blickst, hervorspähst
Unter dem schreibenden Arm – dein Atem bläst
Mir plötzlich heiß über Nacken und Hand,
So komm ich vom Thema ab und kratze da
Paar Worte an’n Rand für dich, für dich nur, ja !
(…)”

Robert Graves: Der Leser im Nacken


Für eine öffentliche Bibliothek

Du bringst dich selbst samt deinem Leben her
und bleibst bei dir und bleibst allein
und bist es doch schon längst nicht mehr.
Schlägst du die erste Seite auf im Buch:
in fremder Welt, im fremden Sein
bist du dein eigener Besuch.

Hermann Broch: Gedichte (Hausinschriften)


“In der Sprache der Düsseldorfer merkt man schon einen Übergang in das Froschgequäke der holländischen Sümpfe.
Ich will der holländischen Sprache beileibe nicht ihre eigentümlichen Schönheiten absprechen, nur gestehe ich, daß ich kein Ohr dafür habe. Es mag sogar wahr sein, daß unsere eigene deutsche Sprache, wie patriotische Linguisten in den Niederlanden behauptet haben, nur ein verdorbenes Holländisch sei. Es ist möglich.”

Heinrich Heine


Über den grenzwertigen bis krankhaften Umgang mit Büchern …

Und hier eine kranke Seite zum Thema.


Eine alte Anekdote zitiert, die dennoch für den einen oder anderen neu sein könnte:

Betritt ein Mann ein elegantes englisches, wohl ein Londoner Antiquariat. Der Antiquar eilt herbei und fragt ihn: “Are you a gentleman, Sir, or a dealer ?“ Der Unbekannte antwortet:“Both, Sir !” und verläßt das Geschäft, um es nie wieder zu betreten.


_Aus gegebenem Anlaß von Richard Sennett Die Kultur des neuen Kapitalismuswiedergelesen, diesmal aufmerksamer.
Er äußert sich z.B. auf S. 136 zum Thema eMails:_

“… ein schriftlich übermittelter Text [hat] nur wenig Ähnlichkeit mit einem Gespräch. Die Sprache ist ärmer, denn die Technologie eliminiert typische Merkmale gesprochener Kommunikation wie Sprechpausen, die Zweifel oder Einwände zum Ausdruck bringen, ironische Gesten oder kurze Abschweifungen. Wenn die Technologie rigoros eingeführt wird, beeinträchtigt sie die Kunst der Kommunikation.”


Karl Wolfskehl: Lobgesang (1932)

“Büchern bin ich zugeschworen,
Bücher bilden meine Welt,
Bin an Bücher ganz verloren,
Bin von Büchern rings umstellt.

Zarter noch als Mädchenwangen
Streichl’ ich ein geliebtes Buch,
Atme bebend vor Verlangen
Echten Pergamentgeruch.

Inkunabeln, Erstausgaben,
Sonder-, Luxus, Einzeldruck:
Alles, alles möcht ich haben –
Nicht zum Lesen, bloß zum Guck !

Bücher sprechen ungelesen –
Seit ich gut mit Büchern stand,
Weiß ich ihr geheimstes Wesen:
Welch ein Band knüpft mancher Band !

Bücher, Bücher, Bücher, Bücher
Meines Lebens Brot und Wein !
Hüllt einst nicht in Leichetücher
Schlagt mich in van Geldern ein!“

Ich selbst will’s anders !
Nehmt bitte echt Zanders !


He is quick, thinking in clear images:
I am slow, thinking in broken images.
(…)
He in a new confusion of his understanding;
I in a new understanding of my confusion.


There’s a cool web of language winds us in
Retreat from too much joy or too much fear


Von wem stammen diese Zeilen ? Gugeln ist unsportlich, nur im Regal suchen gilt:

Das kühle Netz aus Sprache spinnt uns ein,
Zuflucht vor zu viel Glück und zu viel Angst …


ein eigen hêrt ist goldes wêrt


„Wenn A für Erfolg steht, gilt die Formel A=X+Y+Z. X ist Arbeit, Y ist Muße und Z heißt Mundhalten.“

Albert Einstein



Nachtrag zur Lektüreempfehlung:

Das Buch liest sich wie ein (Wirtschafts)krimi !

Alfred Flechtheim, George Grosz. Zwei deutsche Schicksale. Von Jentsch, Ralph.
Gebunden: 170 S. m. Abb. 21 cm. 315g, in deutscher Sprache. Weidle Verlag, 2008.
ISBN 3-938803-06-1 / ISBN 978-3-938803-06-6 KNV-Titelnr.: 20188017
23.00 EUR

Ralph Jentsch, früher selbst Galerist und heute Nachlaßverwalter von George Grosz, forscht seit vielen Jahren weltweit nach dem Verbleib der Bilder. Sein Buch liest sich wie ein Krimi, ist aber eine reale Geschichte von Betrug und Diebstahl eine Geschichte, die längst nicht zu Ende ist.

Alfred Flechtheim (1878-1937) war bis zu Hitlers Machtergreifung einer der bedeutendsten Kunsthändler in Deutschland und George Grosz (1893-1959) einer der bedeutendsten Künstler seiner Galerien. Beide mußten emigrieren und große Teile ihrer Kunstbestände zurücklassen. Diese wurden von skrupellosen Nazis und Geschäftemachern, durch den nationalsozialistischen Behördenapparat unterstützt, übernommen und teilweise auf zwielichtigen Auktionen verkauft. Noch heute ist der Verbleib vieler der Werke unbekannt. Flechtheim starb in großer Armut, seine Frau nahm sich am Vorabend ihrer angedrohten Deportation ins KZ das Leben.“Mein lieber Grosz, ich bin in Paris; meine Galerien verließ ich. Da meine Künstler u. ich diffamiert sind, keine Chancen in Bln Geld zu verdienen. Ich bin geldlos und pleite. Wie es in Bln aussieht wird Dir Deine Frau geschildert haben. Für Leute wie Du, wieich, wie Hofer, Kolbe ist da kein Platz. Es gibt nur parieren. Der Führer hat gesagt, daß Leute wie wir, wie Mies, wie Klemperer entweder ins Zuchthaus oder Irrenhaus gehören. Da er sein Wort hält u. nicht leer droht, sind alle Chancen dafür da. Meine Frau löst die Wohnung auf u. kommt dann her … sind arm wie Kirchenmäuse, und nervös.”(Alfred Flechtheim an George Grosz, Oktober 1933)

© 1996-2009 KNV Koch, Neff & Volckmar GmbH, Stuttgart

Lektüre- und Ausstellungsempfehlung:

heute (18.02.09) um diesen link auf ein Interview ergänzt: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,608133,00.html

Verlorene Bilder, verlorene Leben. Jüdische Sammler und was aus ihren Kunstwerken wurde.
Von Müller, Melissa und Tatzkow, Monika. Unter Mitarb. v.Thomas Blubacher u. Gunnar Schnabel. Gebunden.
249 S. m. zahlr. z.Tl. farb. Abb. 28,5 cm; 1350g, in deutscher Sprache. München, Sandmann 2009.
ISBN 3-938045-30-2 / ISBN 978-3-938045-30-5
KNV-Titelnr.: 21056501
34.00 EUR

Autorenporträt

Melissa Müller, 1967 in Wien geboren, schreibt als freie Journalistin für deutschsprachige Kultur- und Nachrichtenmagazine. Ihr Buch “Das Mädchen Anne Frank” (Claassen 1998) erregte international großes Aufsehen und
wurde 2000 mit Ben Kingsley und Hannah Taylor Gordon in den Hauptrollen verfilmt. Melissa Müller lebt in München.

Im größten Kunstraub aller Zeiten enteignete das Naziregime etwa 600.000 Kunstwerke aus jüdischem Privatbesitz. Seit 1945 bemühen sich Geschädigte
und Erben um die Erstattung ihrer “verlorenen” Bilder – meist mit mäßigem Erfolg. Während die Medien häufig nur über die heute zu erzielenden Kaufpreise der Bilder berichten, geht es den Autorinnen Melissa Müller und
Monika Tatzkow um die Menschen hinter den einstigen Sammlungen und um ihren künstlerischen Weitblick. In ausgewählten Biografien, die so außergewöhnlich und spannend sind, dass jede für sich ein Buch verdient,
stellen sie bekannte und vergessene Sammler vor und geben tiefe Einblicke in die Problematik der Wiedergutmachung.

Text © KNV


Geraubt. Die Bücher der Berliner Juden.

… + + + 26.3.1943: “In der städtischen Pfandleihanstalt Elsässer Str.74 und in deren Lager Thaerstr. 31 lagern über 40 000 Bände aus Privatbüchereien evakuierter Juden. […] Es ist in dieser Masse, wie eine Besichtigung ergab, alles von wertlosem Schund bis zu recht wertvollen
Beständen vorhanden, ein großer Teil ist unerwünschtes oder verbotenes Schrifttum, das eingestampft werden muss. […] Die für die städtischen Büchereien nicht verwertbaren aber noch brauchbaren Bücher werden seitens
der Stadtbibliothek an das buchhändlerische Antiquariat verkauft. […] Dies ist die einzige Regelung, die die Stadt wirklich vor Schaden bewahrt.” + + + 29.4.1943: “Betr. Übernahme unserer Bestände an
gebrauchten Büchern aus Wohnungen evakuierter Juden. […] bestätigen wir, dass Sie unsere noch vorhandenen Bestände an gebrauchten Büchern zum Preise von RM 45.000.- […] erworben haben. Es ist Ihnen bekannt, dass
die Bücher aus den Judenwohnungen stammen, deren Inhalt die Reichshauptstadt Berlin vom Reich […] käuflich erworben hat. […] Sie können in den üblichen Dienststunden von Ihren Beauftragten abgeholt
werden.” + + +
25.11.2008: Die Ausstellung “Geraubt. Die Bücher der
Berliner Juden” im Foyer der Berliner Stadtbibliothek präsentiert Bücher aus dem Zugang “J” und weiteres Raubgut aus Magazin und Depot. Nach 65 Jahren Benutzung werden die Bücher der Öffentlichkeit gezeigt. + + + …

Zeitraum 26. November 2008 bis 28. Februar 2009 Ort Haus Berliner Stadtbibliothek,

Breite Str. 32 – 34, 10178 Berlin-Mitte
Foyer

Öffnungszeiten Sa 10-19 Mo-Fr 10-21 Ausstellung der Zentral- und Landesbibliothek Berlin

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Don’t follow leaders, better read the Buch der Lieder !

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WäppZwoNull 18.01.09

Die neueste Sau, die momentan durchs digitale Dörfchen getrieben wird heißt so wie das, was Vögel tun: “twittern”.

Nichts liegt uns ferner, als uns daran zu beteiligen, oder der vorletzten Mode, dem “Bloggen”zu folgen, auch bei “facebook” und dergl. findet man uns nicht.

Wenn Sie wissen möchten, wie es uns geht, was uns bewegt, oder ob wir noch leben kommen Sie einfach mal hier im Laden vorbei, sind Sie zu weit von uns entfernt, greifen Sie beherzt zum Telephon und wählen 0211 – 13 26 12, die “Kontakt- und Sprachgestörten” unter uns dürfen aber gerne auch weiterhin mailen: heinrich@heineantiquariat.de
… allerdings nicht vergessen vorher das Hirn und vor dem Absenden die Rechtschreibeprüfung einzuschalten, beides wird leider viel zu oft versäumt.

So, das mußte ich einfach mal loswerden.

Christoph Schäfer

PS: Auch unter “Neuigkeiten” auf dieser Seite findet man ab und an aktuelle Lebensspuren von uns, aktueller jedenfalls als das “Jugendphoto” vom Kompagnon und mir unter[sic!]“Über uns”.

CS


Hier folgen Informationen über unsere Kolleginnen und Kollegen, die wie wir Antiquare und Mitglieder der GIAQ, der Genossenschaft der Internetantiquare eG , und somit die Eigentümer und Betreiber der Plattform für antiquarische Bücher und mehr antiquariat.de sind:

A

  • Buchhaus Antiquariat Stern-Verlag – Buchhaus Antiquariat Stern Verlag, AbteilungAntiquariat – Friedrichstraße 24 – 26 – 40217 Düsseldorf – antiquariat@buchsv.de
  • Antiquariat Ahrens & Hamacher – Ahrens & Hamacher – Friedrichstraße 104 – 40217 Düsseldorf – antiquariat@mail.isis.de
  • Antiquariat und Verlag Frank Albrecht – Frank Albrecht – Mozartstrasse 62 – 69198 Schriesheim – albrecht@antiquariat.com

B

  • Antiquariat Ballmert – Heinz Ballmert – Hauptstr. 23 – 72505 Krauchenwies – buch@antiquariat-ballmert.de
  • Rotes Antiquariat – Christian Bartsch – Rungestr. 20 – 10179 Berlin – info@rotes-antiquariat.de
  • Aegis Buch – und Kunstantiquariat – Ernst Joachim Bauer – Breite Gasse 2 – 89073 Ulm – Aegis@t-online.de
  • Antiquariat Mag. Bauer – Michael Bauer – Gentzgasse 99 – 1180 Wien – antiquariat-bauer@chello.at
  • Antiquariat BehnkeBuch – Frank Behnke – Karl-Marx-Straße 23 – 19294 Neu Kaliß (OT Alt Kaliß) – BehnkeBuch@aol.com
  • Antiquariat Peter Berghammer – Peter Berghammer – Sudetenstr. 28 – 82166 Gräfelfing – PBerghamme@aol.com
  • Antiquariat Beutler – Edgar Beutler – Schildstraße 1 – 28203 Bremen – EdgarBeutlerAntiquariat@t-online.de
  • LocoLibri – Antiquariat Biebusch – Inge Biebusch – Moorender Str. 10 A – 28865 Lilienthal – LocoLibri@freenet.de
  • Antiquariat Sibylle Böhme – Sibylle Böhme – Am Volkspark 83 – 10715 Berlin – boehme@snafu.de
  • Versandantiquariat Am Osning – Karl Böker – Wertherstr. 89 – 33615 Bielefeld – info@am-osning.de
  • Antiquariat Brändel – Mario Brändel – Kurfürstenplatz 4 – 80796 München – antiquariat.braendel@t-online.de
  • Antiquariat Hermann Bresinsky – Hermann Bresinsky – Hauptstraße 33 – 86949 Windach – antiquar@bresinsky.de
  • Antiquariat Dr. Rainer Brockmann – Rainer Brockmann – Ginsterweg 28 – 53757 St. Augustin – rainer.brockmann@t-online.de
  • Antiquariat Bürck – Erich Bürck – Kärntener Straße 9 – 10827 Berlin – info@buerck.com

C

  • Plurabelle Books Ltd – Michael Cahn – The Michael Young Centre, Bldg 3 – CB2 8HN Cambridge – books@plurabelle.co.uk

D

  • Antiquariat Rabenschwarz – Reinhard Denecke – Wendenstraße 48 – 38100 Braunschweig – rabenschwarz@t-online.de

E

  • Antiquariat Hartmut Erlemann – Hartmut Erlemann – Parkweg 23 – 23701 Eutin – erlemann.antiquariat@t-online.de

F

  • Antiquariat Eckhard Fluck – Eckhard Fluck – Tegeler Weg 6 – 10589 Berlin – mail@antiquariat-fluck.de
  • Bibliotheca Mystica GmbH – Manfred Forrer – Postfach 7032 – 6000 Luzern 7 – antiquiariat.de@EsoterikBuchhandlung.ch
  • Antiquariat Paul Hennings – Rüdiger Fritsche – Altstädter Straße 13 – 20095 Hamburg – Antiquariat.Hennings@t-online.de

G

  • Antiquariat im Hufelandhaus GmbH vorm. Lange & Springer – Manfred Gast – Hegelplatz 1 – 10117 Berlin – buchladen@lange-springer-antiquariat.de
  • Antiquariat BirrGarten – Bernhard Gehrmann – Helenenstr. 37 / Laden: Nr. 7 – 30519 Hannover – B.Gehrmann@t-online.de
  • Antiquariat Geister – Hans Josef Geister – Amsterdamer Str. 5 – 13347 Berlin – antiquariat.geister@t-online.de
  • Antiquariat Marx , Inhaber: Petra Gienandt – Petra Gienandt – Vogelsbergstr. 34 – 60316 Frankfurt a.M. – info@antiquariatmarx.de
  • Antiquariat Müller & Gräff – Gunnar Gräff – Calwer Straße 54 – 70173 Stuttgart – Mueller-und-Graeff@t-online.de

H

  • Antiquariat Bücheretage – Michael Hagena – Martinsplatz 1-2 – 53113 Bonn – buecheretage@t-online.de
  • Antiquariat Hammer – Hans Wilhelm Hammer – Mirecourtstr. 3 – 53225 Bonn – hammerlitterae@gmx.de
  • Antiquariat Werner Haschtmann – Annette Haschtmann – Bornwiesenweg 53 – 60322 Frankfurt a. M. – haschtmann@t-online.de
  • Versandantiquariat Edda Heimberger – Edda Heimberger – Erlenweg 5 – 95496 Glashütten – MHeimberger@t-online.de
  • Oldenburger Antiquariat Walter Heinze – Walter Heinze – Am Kanal 271 – 26203 Harbern I – Oldenburger-Antiquariat-Heinze@t-online.de
  • Antiquariat am Moritzberg – Lothar Hennighaus – Dingworthstr. 20 – 31137 Hildesheim – antiquariat.moritzberg@t-online.de
  • Comenius-Antiquariat – Samuel Hess – Staatsstrasse 31 – 3652 Hilterfingen – aqde@comenius-antiquariat.ch
  • Antiquariat Heuberger – Roman Heuberger – Düppelstr. 20 – 50679 Köln – mail@antiquariat-heuberger.de
  • emotioconsult online Antiquariat Wolfgang Höfs – Wolfgang Höfs – Lütgendortmunder Hellweg 257 – 44388 Dortmund – info@emotioconsult.de
  • Versandantiquariat Jürgen Hoge – Jürgen Hoge – Moritzstr. 6 – 42117 Wuppertal – jhwpt@gmx.de
  • Antiquariat Hohmann – Wilhelm Hohmann – Furtbachstraße 18 – 70178 Stuttgart – mail@oeconomie.de
  • Antiquariat Hünteler – Hans-Joachim Hünteler – Weidestr. 24 – 22083 Hamburg – hh@antiquariat-huenteler.de

J

  • Antiquariat – Edgar Jaeger – Gartenstr 56 a – 76133 Karlsruhe – antiquar@shem.de
  • Antiquariat KaraJahn – Michael Jahn – Motzstraße 25 – 10777 Berlin – oldbooks@karajahn.com
  • Liber Buch – Klaus-Dieter John – Kapaunenstraße 61 – 12355 Berlin – liberbuch@gmx.de

K

  • Bilker Antiquariat – Angelika Kiel – Bilker Allee 126 – 40217 Düsseldorf – antbilk@aol.com
  • Antiquariat Das Zweitbuch – Dirk Kindermann – Brüsseler Str. 38 – 13353 Berlin – mail@das-zweitbuch.de
  • Antiquariat Gabriele Klara – Gabriele Klara – Nissenstr. 5 – 20251 Hamburg – info@klara-books.de
  • Antiquariat & Verlag Martin Klaussner – Martin Klaußner – Hornschuchpromenade 17 – 90762 Fürth – MartinKlaussner@web.de
  • Antiquariat Knöll – Norbert Knöll – Am Neuen Felde 2 – 21339 Lüneburg – norbert.knoell@gmx.de
  • antiquariat und verlag juergen koch – Juergen Koch – Glasower Strasse 35 – 12051 Berlin – kochantiquariat@googlemail.com
  • Antiquariat Kretzer – www.bibliotheca-theologica.de – Marc Daniel Kretzer – Alter Kirchweg 23a – 35274 Kirchhain – Antiquariat.Kretzer@gmx.de

L

  • Buch & Plakat – Antiquariat – Monika Lange-Tetzlaff M. A. – Werastr. 49 – 70190 Stuttgart – kontakt@buch-plakat.de
  • Bibliotheca Botanica – Christoph Lankheit – An der Elisabethkirche 36 – 53113 Bonn – info@Bibliotheca-Botanica.de
  • Buchmendel e. K. – Olaf Leonhardt – Münzstraße 11 B – 10178 Berlin – olafleonhardt@t-online.de
  • Antiquariat Löcker – Erhard Löcker – Annagasse 5 – 1015 Wien – antiquariat@loecker.at

M

  • Bergische Bücherstube – Jörg Mewes e.K. – Birkenweg 11 – 51491 Overath – info@bergische-buecherstube.de

N

  • Antiquariat Neumann – Christoph Neumann – Winterfeldtstraße 44 – 10781 Berlin – info@antiquariat-neumann.de
  • Antiquariat Hecht UG (haftungsbeschränkt) – Jörg M. Nowicki-Hecht – Brunnenstr. 17 – 26789 Leer – info@antiquariat-hecht.de

O

  • Antiquariat ExLibris / Eibelstadt – Eberhard Ott – Sigismundstr. 1d – 97246 Eibelstadt – info@antiquariat-exlibris.de

P

  • Antiquariat Patzer & Trenkle – Jürgen Patzer u. Michael Trenkle – Kreuzlinger Str. 31 – 78462 Konstanz – Patzer-Trenkle@t-online.de
  • Antiquariat Peter Petrej – Peter Petrej – Sonneggstr. 29 – 8006 Zürich – info@buch-antiquariat.ch
  • Buchhandlung und Antiquariat “Anna Blume” – Patrick Pritscha – Lohstraße 2 – 09111 Chemnitz – anna.blume@ajz.de

R

  • Galerie Chybulski Antiquariat – Dolly Reichert – Staatsstr.71 – 9464 Rüthi SG – chybulski@gmail.com
  • Antiquariat Bernard Richter – Bernard Richter – Sommerstr. 30 – 76534 Baden-Baden – reburn@t-online.de
  • Antiquariat Dr. Wolfgang Rieger – Wolfgang Rieger – Gruberhof 8 – 79110 Freiburg – wrieger@t-online.de
  • Antiquariat Riepenhausen – Volker Riepenhausen – Warschauer Str. 17 – 80992 München – riepenhausen@antiquariat-riepenhausen.de
  • Versandantiquariat Dr. Peter Rudolf – Peter Rudolf – Kaiserkorso 2 – 12101 Berlin – zeitweise@t-online.de
  • Antiquariat Rump – Hermann-Josef Rump – Münsterstraße 3-5 – 48167 Münster/Wolbeck – Hermann-Josef.Rump@t-online.de

S

  • Biblion Antiquariat – Leonidas Sakellaridis – Kirchgasse 40 – 8001 Zürich – buchleonid@bluewin.ch
  • Antiquariat Rainer Schlicht – Rainer Schlicht – Cauerstr. 20 – 10587 Berlin – schlicht.buch@t-online.de
  • Buch&Café Antiquarius – Volker Schliwa – Bonner Talweg 14 – 53113 Bonn – info@buch-antiquarius.de
  • AS – Antiquariat Schröter – Joachim Schröter – Lüner Bachstrasse 3 – 59427 Unna – as.un@gmx.de
  • Antiquariat Hagena & Schulte – Andree Schulte – Carl-Bosch-Straße 12 – 53501 Grafschaft-Ringen – antiquariat@hagena-schulte.de
  • Fabula – Antiquariat – Hans – Joachim Schulz – Rütenbrocker Str. 1 – 49733 Haren – fabula@ewetel.net
  • Antiquariat Am Bayerischen Platz – Matthias Severin – Meraner Str. 6 – 10825 Berlin – antiquariat.severin@snafu.de
  • Antiquariat Thomas Skowronska – Thomas Skowronska – Schustehrusstr. 28 – 10585 Berlin – thomasskowronska@alice-dsl.de
  • Antiquariat Halkyone – Detlef Gerd Stechern – Lamplweg 10 – 22767 Hamburg – info@halkyone.de
  • Antiquariat Steinberg – Peter Steinberg – Peuerbachstr. 9 – 4040 Linz – buch@antiquariat-steinberg.at
  • Heinrich Heine Antiquariat Lustenberger & Schäfer oHG – Stephan Lustenberger und Christoph Schäfer – Citadellstr. 9 – 40213 Düsseldorf – heinrich@heineantiquariat.de
  • Antiquariat Angela Sülzen – Angela Sülzen – Stromstr. 23 – 10551 Berlin – ASuelzen@gmx.de
  • Unterwegs – Antiquariat und Galerie – Marie-Luise Surek-Becker – Torstraße 93 – 10119 Berlin – unterwegs@berlinbook.com

T

  • Antiquariat Tarter – Ilona Tarter – Brauerstraße 3 – 86470 Thannhausen – tarter@t-online.de
  • Antiquariat Thieme – Nicoline Thieme – Ritterstr. 8-10 – 04109 Leipzig – service@antiquariat-thieme.de
  • Daniel Thierstein Buchantiquariat – Daniel Thierstein – Gerechtigkeitsgasse 60 – 3011 Bern – thierstein.antiquariat@bluewin.ch
  • abooks.de / Antiquariat – Detlef Thursch – Rosenstraße 10 – 54587 Lissendorf – abooks@freenet.de
  • nova & vetera e.K. – Fachantiquariat für kathol. Theologie – Benedikt Trost – Bataverweg 21 – 53117 Bonn – antiquariat@novaetvetera.de

W

  • Antiquariat Matthias Wagner – Matthias Wagner – Wühlischstraße 22/23 – 10245 Berlin – info@antiquariat-wagner.de
  • Antiquariat Der Rabe – Joachim Walter – Oeder Weg 40 – 60318 Frankfurt am Main – Antiquariat.Der.Rabe@t-online.de
  • Antiquariat Dr. Wolfgang Wanzke – Wolfgang Wanzke – Hartmannstr. 6 – 86159 Augsburg – Antiquariat.Wanzke@t-online.de
  • Antiquariat Liberarius Frank Wechsler – Frank Wechsler – Königsstraße 13 – 19230 Hagenow – antiquariat-liberarius@online.de
  • Antiquariat Friedrich Welz – Friedrich Welz – Mönchgasse 12 – 69117 Heidelberg – kontakt@welzbuch.de
  • DAS BÜCHERHAUS – Hermann Wiedenroth – Im Beckfeld 48 – 29351 Bargfeld/Celle – buecherhaus.bargfeld@t-online.de

Z

  • Antiquariat Urban Zerfaß – Urban Zerfaß – Johann-Georg-Str. 25 – 10709 Berlin – zerfass@snafu.de
  • Fundus-Online GbR – Borkert/ Schwarz/ Zerfaß – Kurfürstenstr. 14 – 10785 Berlin – order@buch-fundus.de